Bass Hersteller_Rodenberg
Test
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04.02.2020

Rodenberg Low Down Pressure TEST

Effektpedal für E-Bass

Doppeltes Vergnügen!

Rar sind sie geworden, die Produkte mit dem Label "Handmade In Germany"! Eines der verbliebenen Exemplare liegt mir heute zum Test vor: Es stammt von der Firma Rodenberg aus Fulda, welche seit geraumer Zeit ein großes Herz für uns Tieftöner hat. Da sich die Produkte aus dem Hause Rodenberg unter anderem auch auf Pedalboards von Größen wie Marcus Miller, Victor Wooten oder Stanley Clarke befinden, ist die Popularität dieser Bodentreter unter Bassisten/innen entsprechend hoch. Seit einiger Zeit gibt es ein neues Doppelpedal mit dem verheißungsvollen Namen "Low Down Pressure". Das macht schon mal neugierig, denn wer von uns steht nicht auf Druck im Tieftonbereich?

Details

Nimmt man das LDP aus der Verpackung, so hat man das Gefühl, man war beim Juwelier einkaufen: Die Kombination aus Silber, Gold und Schwarz wirkt super edel, besitzt aber immer noch ausrreichend Rock'n'Roll-Faktor.

Technisch gesehen ist das Rodenberg Low Down Pressure (kurz "LDP") ein Doppelpedal, bestehend aus einem Overdrive und einem Clean Booster. Diese gab es bereits als Einzelpedale - nun wurden sie nach einer Optimierung der Schaltungen in einem Gehäuse zusammengefasst.

Die Größe der Stomp Box entspricht mit 95 x 120 x 33 mm (L x H x T) ungefähr 1,5 herkömmlichen Pedalen. Das erscheint zwar in Zeiten von Minipedalen recht groß, aber dafür hat man es hier auch nicht mit einem Mäuseklavier zu tun und die Finger haben ausreichend Platz, um alle Regler und Schalter zu betätigen.

Apropos: Alles am LDP fasst sich äußerst hochwertig an: Die Potis laufen schön satt und die rein mechanischen Schalter geben eine deutliche Rückmeldung für den Fuß, was auf hohe Bauteilqualität hinweist. Die Aktivität des Overdrive wird durch eine blaue, die des Clean Boosts durch eine grüne LED angezeigt.

Ein Ein- und ein Ausgang für das Instrumentensignal bedürfen keiner weiteren Erklärung, ebenso wie der Anschluss für ein Netzteil. Neben den üblichen 9 Volt lässt sich das LDP übrigens auch mit 18 Volt betreiben; auf diese Weise ergibt sich noch mehr verzerrungsfreier Headroom, wovon gerade aktive Bässe mit hohem Output sehr profitieren können.

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Aber auf zum Overdrive: Diese Sektion bietet drei Regler und zwei Kippschalter, welche eine Vielzahl an Sounds ermöglichen. Mit dem Drive-Regler lässt sich der Grad der Verzerrung einstellen. Der Tone-Regler verändert den Charakter des verzerrten Sounds von warm bis aggressiv. Mit dem Gain-Kippschalter kann man das Signal abermals um 20 dB boosten, was für einen deutlich stärkeren Overdriveeffekt sorgt. Somit ergibt sich eine sehr breite Soundpalette von "leicht angezerrt" bis "ziemlich brachial".

Und hat man das Gefühl, etwas Low End durch die Verzerrung zu verlieren, so kann man das mit dem Deep-Schalter wieder ausgleichen, denn dieser boostet dezent die Bässe und Tiefmitten. Zu guter Letzt lässt sich mit dem Levelregler die Lautstärke des Overdrive-Effekts anpassen - es kommt also zu keinerlei bösen Überraschungen, wenn man auf das Pedal tritt.

Auch der Clean Boost bietet den gleichen Deep-Schalter und die Möglichkeit, 20 dB mehr Gain zu fahren. Mit dem Level-Regler bestimmt man, wie sehr man sein Signal im Pegel boosten möchte. Etwa ab einer 10-Uhr-Stellung geht es hier spürbar in den Bereich der Anhebung. Auch der Tone-Regler reagiert ähnlich, denn in der 10-Uhr-Stellung ist er ebenfalls neutral - darunter werden die Höhen etwas gedämpft und darüber angehoben.

Erwähnenswert ist sicher noch der True Bypass, bei dem "True" hier in der Tat wörtlich zu nehmen ist: Ist das LDP deaktiviert, so wird das Signal aufgrund der rein mechanischen Fußschalter ohne Umweg direkt zum Ausgang weitergeleitet. Bei vielen Pedalen wird hier mit Soft-Touch-Schaltern gearbeitet, hinter denen sich immer eine Elektronik verbirgt, welche das Signal auch im ausgeschalteten Modus durchlaufen muss ‑ dies ist hier nicht der Fall.

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