Test
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03.06.2019

Praxis

Robuster Reporter

Rode hat enormes Vertrauen in die Haltbarkeit der eigenen Produkte. Wer sich registriert, erhält 10 Jahre Garantie. Und tatsächlich wirkt das Rode Reporter so, als könne man damit Golfbälle auf die Reise bringen oder als müsse man fürchten, als vielleicht unliebsamer Reporter irgendwo des Führens einer Schlagwaffe bezichtigt zu werden.  

Handling für eigentlich alle Situationen gut

Das Handling ist hervorragend. Bei längeren Einsätzen kann die Mikrofonhand ermüdungsfrei auf Gürtelhöhe gehalten werden. Um von dort aus zwischen einem Interviewpartner und dem eigenen Mund hin- und herzuschwenken, bedarf es nur kleinster Bewegungen. Einzig bei falscher und krampfiger Haltung kann der doch sehr dünne Griff des Rode Reporter dazu führen, dass Ring- oder Kleiner Finger wehtun. Das ist dem Rode aber nicht anzukreiden.  

Wirklich ideal ist das Pattern. Auch bei „schwenkfaulen“ Reportern oder wenn ein noch etwas unerfahrener Nutzer einfach vergisst, nach seiner Frage das Mikrofon seinem Gegenüber wieder unter die Nase zu halten, ist die Aufnahme noch gut zu retten: Die Klangfarbenänderungen bei nicht axialer Besprechung sind zu vernachlässigen, die Pegeleinbrüche mit typischen dynamikbearbeitenden Geräten oder auch simpler Pegelautomation wieder aufzuholen. Auch die beliebte unbewegte Mikrofonposition zwischen beiden oder sogar mehreren Gesrächsteilnehmern funktioniert aus besagten Gründen sehr gut.  

Natürlicher Klang von Stimmen

Die Stimmabbildung ist, wie von einem mit dem dynamischen Kugelprinzip arbeitenden Reportagemikrofons zu erwarten, äußerst unaufgeregt und natürlich. Der vorgeformte Frequenzgang hat im Ergebnis eine hohe Sprachverständlichkeit. Diese wird glücklicherweise nicht erkauft durch durch künstlich wirkende Bestandteile, durch Phasigkeit oder hohe Anfälligkeit für beißende S-Laute. Das ist nicht selbstverständlich für ein derart preiswertes Mikro. Allenfalls kann man dem Rode Reporter unterstellen, die S-Laute etwas zu verbreitern und zu verschleifen.

Meine eingangs geäußerten Befürchtungen haben sich in Luft aufgelöst: Das Rode Reporter agierte rauscharm und unproblematisch an allen Preamps – vom edlen Merging-Technologies bis hin zu einfachen In-Line-Amps oder preiswerten Interfaces. Die Beispiele habe ich übrigens mit dem gut harmonierenden Rode i-XLR mit dem iPhone aufgenommen.

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