Gitarre Hersteller_PRS
Test
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13.03.2019

Praxis

Die Tremonti-Pickups haben ordentlich Dampf, wobei der Bass-Pickup eine Idee schwächer als der Treble ist, aber verglichen mit PAF-Nachbauten immer noch deutlich mehr Kraft hat. Beeindruckend ist bei diesen Pickups die Klang- und vor allem Dynamik-Übertragung, denn heiße Tonabnehmer tendieren häufig dazu, dass sie zwar ein sattes Gainbrett erzeugen können, aber nicht mehr so gut auf den Anschlag reagieren, wenn man zum Beispiel bei Mid-Gain-Sounds den Zerrgrad über die Anschlagstärke steuern möchte. Das funktioniert bei beiden Pickups wirklich ausgezeichnet. Auch die ganzen feinen Anschlagsnuancen werden haargenau wiedergegeben. Für (High Gain) Zerrsounds ist der Treble-Pickup natürlich die Macht. Im Bassbereich sehr gut sortiert, werden schnelle Palm-Mute-Aktionen mit klarer Attack wunderbar übertragen, auch mit extremeren Downtunings hat der Tonabnehmer keine Probleme.

Das Ansprechen auf Pinch-Harmonics sowie das Kippen in die Obertöne bei länger klingenden Noten ist ebenfalls bestens und Sustain gibt es hier auch in hoher Dosierung - der Treble-Pickup macht richtig Spaß. Der Bass-Pickup ist dazu die logische Ergänzung, um die Klangpalette noch zu erweitern. Er klingt etwas höhenbetonter als andere Hals-Pickups, lässt sich aber mit zurückgenommenem Tone-Regler auch zu jazzigen Sounds überreden. Die Schokoladenseiten der Pickups sind natürlich die Musikrichtungen, in denen kernige High-Gain-Sounds gefragt sind und man sich auch gegen einen zweiten Gitarristen durchsetzen muss, was hier sehr gut funktioniert. Aber auch für Blues oder Classic-Rock-Sounds sind die Pickups gut geeignet, im Gegensatz zu einem PAF-Style-Set hat man hier nämlich die Möglichkeit, noch etwas aggressiver zu klingen.

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