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04.07.2008

Pickup-History

Mythen und Wahrheiten


Tonabnehmer fungieren als Bindeglied zwischen dem Gitarristen, seinem Instrument und dem Verstärker. Dabei hat der Einfluss der unterschiedlichen Tonabnehmer-Konzepte auf den Gesamtsound einer Gitarre für viele Musiker eher etwas geheimnisvolles, ja geradezu mystisches an sich. Klar das sich etliche Legenden um die Funktionsweise und Wirkung der  Sound-Lieferanten ranken. Ähnlich verhält es sich auch mit der Historie des verstärkten Gitarren-Spiels. Auch hier liefert der „Markt“ zahlreiche Halbwahrheiten und Stammtischweisheiten.  Grund genug euch in unserer folgenden Story mit einem mehr oder weniger amtlich verbrieften Histörchen rund um die magnetischen Lautmacher zu versorgen.

Wie jeder innovativen technischen Entwicklung auf dieser schönen Erde, ging auch der Erfindung des Tonabnehmers die Konfrontation mit einem mehr oder minder massiven  Problem voraus. In unserem speziellen Fall war es das vermehrte Aufkommen von Big-Bands in den 30er Jahren, die mit ihren lautstarken Bläser-Sektionen den Wunsch der Gitarristen nach  purer Lautstärke initiierte.

 Warum sollte man sich bei seiner Performance auch Mühe geben, wenn das eigene Spiel,  und sei es noch so virtuos, sowieso von den konzertierten Aktionen megalauter Posaunen, Saxophonen und Trompeten in Grund und Boden gehupt würde.  Aber das schnöde „sich in sein Schicksal  ergeben“ist nicht die Sache von Menschen, die sich jahrelang mit dem Bearbeiten von mit Draht bespannten Holz-Stücken die Zeit vertrieben hatten. Gesagt,  getan. Auf die große Nachfrage nach lauteren Gitarren reagierten die meisten Hersteller zunächst indem sie Instrumente mit üppiger dimensionierten Bodies bauten.. Mit der Resonator-Gitarre präsentierte die Firma National eine Lösung der besonderen Art. Die Resonator-Gitarre - auch Dobro genannt - wurde in Kalifornien und später in Chicago hergestellt. Die bekanntesten Brands dieser Baugruppe, sind die Markenbezeichnungen National und Dobro. Beide hatten eines gemeinsam: Der Korpus  wurde mit Resonanzkegeln aus Aluminium ausgestattet, die für ein Plus an Lautstärke sorgten. Der baubedingt sehr spezielle Sound dieser Art Gitarren  verhinderte aber einen universellen Siegeszug.

Im Blues und Slide-Business erfreuen sich die Instrumente allerdings bis heute einer großen Beliebtheit. Parallel zu den rein akustischen Lösungsansätzen, begannen Musiker mit dem Einsatz von Mikrofonen und Tonabnehmer-Systemen  zu experimentierten. 

(Nächste Seite: Die ersten Instrumente mit Tonabnehmern)

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