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23.09.2015

Pentatonic Scale für Bassisten #1 - Bass-Workshop

Mit nur fünf Tönen zu eigenen Bass-Grooves, Licks und Solos

Die Moll-Pentatonik ist die meist gespielte und alle Stilistiken übergreifende Skala in der Popular Music. Beherrscht man diese fünf Töne, kann man im Handumdrehen eigene Bass-Grooves und aussagekräftige Fills entwickeln.

1. Allgemeiner Aufbau

Um die Moll-Pentatonik zu verinnerlichen - vor allem mit dem Ziel, sie über das gesamte Griffbrett spielen zu können - muss man zunächst ihren grundsätzlichen Aufbau verstehen. Das Erfreuliche: Die Moll-Pentatonik ist sehr übersichtlich aufgebaut und daher sehr leicht zu merken.

Der Aufbau lautet wie folgt:

Grundton (GT) - kleine Terz (b3) - Quarte (4) - Quinte (5) - kleine Septime (b7) - Oktav (oktavierter Grundton bzw. GT8)

Wie ihr erkennen könnt, besteht die Moll-Pentatonik also lediglich aus fünf Tönen ("penta" ist altgriechisch für "fünf") und besitzt keine Halbtöne. Dafür beträgt das Intervall zwischen Grundton und Terz sowie Quinte und Septime jeweils eine kleine Terz - ansonsten finden sich nur Ganztöne. Diese Struktur lässt die Skala sehr offen klingen, weswegen man sie quasi als "Universal-Skala" für die meisten Mollakkorde hervorragend einsetzen kann.

2. Fingersatz

Um eine flüssige und mühelose Spieltechnik zu gewährleisten, sollte man darauf achten, dass jeder Finger der Greifhand nur jeweils einen Bund zugewiesen bekommt (das sogenannte "weite System"). Wenn du kleine Hände hast oder die weite Spannung noch nicht so richtig hinbekommst, kannst du natürlich aber auch gerne die Finger 1 (Zeigefinger) - 4 (kleiner Finger) spielen, wo ich 1 (Zeigefinger) - 3 (Ringfinger) vermerkt habe. Ich habe die Beispiele bewusst zunächst nur für Viersaiter-Bass als solide Basis notiert.

3. Griffbilder

Das Griffbild 1 zeigt euch die Skala mit dem Grundton auf der E-Saite. Danach folgen alle weiteren Töne, bis ihr bei der Oktave auf der D-Saite landet. Der tiefste Ton definiert auch immer die Tonart (in unserem Bild ist das zum Beispiel ein "Fis").

Hier seht ihr die Notation und Tabs mit Fingersatz und Funktionen am Beispiel von G-Moll (tiefster Ton auf dem dritten Bund der E-Saite):

Hier sehr ihr, wie sich das Griffbild der Pentatonik erweitert, wenn ich über die Oktave hinaus spiele:

Und hier das Ganze wieder als Noten- und Hörbeispiel:

Um parallel dazu auch einen gleichmäßigen Wechselschlag der rechten Hand zu trainieren, empfehle ich, die Skala auch mit jeweils zwei Achtel-Anschlägen pro Ton ("Doppel-Achtel") zu üben. Wir starten hier ganz simpel mit der Variante vom Grundton zur Oktave und zurück:

Und jetzt das gleiche Prinzip mit allen Tönen der Lage:

Praktische Anwendung - gleich drauflos improvisieren!

Versuche jetzt doch einmal, sofort mit den Tönen der Skala zu improvisieren. Folge dafür diesem Link zu dem bekannten Deep Purple-Song "Smoke on the Water" und spiele völlig frei mit der G-Moll-Pentatonik zu dem Track - du wirst sehen, wie toll und einfach das funktioniert!

4. Andere Tonarten

Ihr habt es sicher schon mitbekommen: Das Griffbild 1 kann man einfach wie eine Schablone horizontal über das gesamte Griffbrett verschieben. Auf diese Weise erhält man mit dem gleichen Fingersatz immer eine Moll-Pentatonik - nur eben in anderen Tonarten! Zur Orientierung musst du nur auf den Grundton achten, denn er bestimmt die Tonart der Skala.

Wählen wir beispielsweise als ersten Ton das "A" im fünften Bund der E-Saite, erhalten wir die A-Moll-Pentatonik mit ihren Tönen A-C-D-E-G-A.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Eintritt in die Welt der berühmtesten und coolsten Bass-Skala überhaupt!

Bis zum nächsten Mal, euer Samy Saemann

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