Bass Hersteller_MusicMan
Test
7
12.08.2020

Praxis

Obwohl ich selbst keinen Stingray besitze und prinzipiell eher selten mit Music-Man-Bässen in Kontakt komme, habe ich mich mit dem neuen Stingray Special augenblicklich wohl gefühlt. Die Korpusform hat sich gegenüber dem Vorgängermodell zwar nicht drastisch verändert, durch die stärkeren Shapings fühlt sich der neue Stingray Special jedoch ein Spur kompakter an und lässt sich für mich spürbar komfortabler spielen: Der rechte Arm liegt super bequem auf der abgerundeten Korpuskante und das Shaping auf der Rückseite gibt dem Bass perfekten Halt - hier drückt oder stört rein gar nichts!

Auch der dunkle Hals aus "Roasted Maple" besitzt eine erstklassige Hapitk. Die Kopfplatte ist zwar transparent lackiert, der Halsrücken wurde aber lediglich mit einem dezenten Öl-Wachs-Finish behandelt und fühlt sich unglaublich geschmeidig und natürlich an.

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Ein weiterer ausschlaggebender Punkt für den Spielkomfort ist für viele Tieftöner das Gewicht des Instrumentes. Dieser Meinung ist man wohl auch bei Music Man, denn die neuen Stingrays sollten spürbar leichter werden als die Vorgängermodelle. Das ist mit dem Stingray Special in der Tat gelungen, mein Testbass bringt nämlich nur höchst angenehme 3,9 kg auf Waage.

Das moderate Gewicht geht aber erfreulicherweise rein gar nicht auf Kosten der Balance, denn der leichte Viersaiter hängt in einer absolut perfekten Spielposition an meinem Bassgurt und lässt sich so butterweich und komfortabel spielen wie ein Boutique-Bass!

Das macht nun wirklich Appetit auf mehr - ich bin extrem gespannt, wie sich die Updates bei den Tonabnehmern und der Elektronik auf den Sound des neuen Stingray auswirken. Klangliche Variationsmöglichkeiten gibt es viele, denn wie bereits erwähnt handelt es sich bei meinem Testexemplar um ein Stingray-HH-Modell, das mit zwei Humbuckern bestückt ist.

Im ersten Audiobeispiel hören wir uns deshalb erstmal alle Sounds an, die mit den fünf Schaltkombinationen der Tonbabnehmerspulen in der Reihenfolge 1-2-3-4-5 möglich sind. Die EQ-Regler standen bei der Aufnahme noch in der neutralen Mittelstellung.

Grundsätzlich klingen die neuen Neodym-Humbucker etwas "smoother" als die altbekannten Music-Man-Humbucker mit Keramikmagneten. Details im Sound bleiben aber trotzdem nicht auf der Strecke, denn alle fünf Varianten klingen hochtransparent und wunderbar ausgewogen.

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Den klassischen Stingray-Sound liefert mein Testkandidat natürlich, wenn beide Spulen des Stegtonabnehmers aktiv sind, und je weiter man den Wahlschalter nach vorne schiebt, desto fundamentstärker und mehrdimensionaler wird der Sound. Etwas schade finde ich, dass die Neodym-Humbucker in den Zwischenstellung 2 und 4 leicht empfänglich für Einstreuungen sind - die Nebengeräusche halten sich allerdings in durchaus tolerierbaren Grenzen!

Allein durch die verschiedenen Schaltmöglichkeiten der Tonabnehmerspulen liefert der Stingray Special HH eine enorme Bandbreite an Sounds für verschiedenste Musikstile. So richtig flexibel wird der Viersaiter aber erst, wenn man den Dreiband-Equalizer der neu entwickelten Music-Man-Elektronik an den Start bringt.

Für den Slapsound im nächsten Clip habe ich den hinteren Humbucker verwendet und sowohl den Bassregler als auch den Höhenregler voll aufgedreht.

Ganz klar, der neue Preamp wurde deutlich gutmütiger abgestimmt als vorangegangene Generationen. Für viele Bassisten ist diese Nachricht sicher positiv, denn beim neuen Preamp lässt sich die komplette Bandbreite der EQ-Regler voll ausnutzen, ohne den Sound aus der Spur zu bringen. Klar ist für mich aber auch, dass einige Stingray-Puristen sicherlich die ultra crispen, fast schon nervigen Höhen der alten Elektronik vermissen werden.

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Aber wie auch immer, richtig klasse klingt für meinen Geschmack das Mittenband des Dreiband-Equalizers. Der Sound wird wärmer und präsenter, und "heikle" Frequenzen, die harsch oder nölig rüberkommen, bleiben komplett außen vor.

Im folgenden Beispiel habe ich den Mittenregler zu 80% aufgedreht und mit dem Pickupschalter beide Spulen des Halstonabnehmers angewählt (Position 5):

Mir gefällt der Equalizer im neuen Stingray Special wirklich sehr gut - alle drei Regler wirken (selbst nur sehr fein dosiert) effektiv und liefern auf dem kompletten Reglerweg knackige Sounds, die perfekt im Mix sitzen. Die Klangflexibilität, die der Stingray Special HH durch die beiden Humbucker in Verbindung mit der musikalisch abgestimmten Elektronik bietet, ist schon beachtlich. Ich kann mir nur sehr wenige Musikrichtungen vorstellen, die man mit dem Bass nicht entspannt bedienen könnte - Chapeau!

Um das Bild abzurunden, hört ihr meinen Testkandidaten in den abschließenden Audiobeispielen noch mit etwas dezenteren EQ-Einstellungen und einer jeweils anderen Spulenkombination. 

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