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Workshop
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17.06.2014

Kickstart Logic Workshop #4

Der Arpeggiator in Logic Pro X

MIDI-PlugIns Teil 1

MIDI kann immer noch sexy sein! Die MIDI-PlugIns von Logic Pro X sind der „lebende“ Beweis dafür, dass es nicht immer freakiger Grain-, Stutter- oder sonstiger Effekte bedarf, um einzigartige Tracks zu produzieren oder zu performen. Der gegenüber Logic Pro 9 grundlegend überholte Arpeggiator ist einer der Hauptakteure dieser sogenannten MIDI-PlugIns, zu denen noch die weiteren Effekte Chord Trigger, Modifier, Modulator, Note Repeater, Randomizer, Scripter, Transposer und Velocity Processor zählen, welche mit Sicherheit genügend Potential für weitere Workshops bieten.

Aufgrund der, meines Wissens, beispiellosen Komplexität und Funktionsvielfalt des Arpeggiators möchte ich euch in diesem Workshop aber ausschließlich mit seinen Möglichkeiten vertraut machen. Bevor wir jedoch in die Materie eintauchen, habe ich als kleinen Teaser ein kurzes Arrangement erstellt, bei dem ausnahmslos alle Spuren, auch die Drums, unter Zuhilfenahme des Arpeggiators erzeugt wurden.

Details

MIDI-PLUGINS - DIE GRUNDLAGEN

Alle MIDI-PlugIns, so auch der Arpeggiator, lassen sich in Instrumentenspuren sowie in den Spuren für externe MIDI/USB-Geräte öffnen. Wie man anhand der folgenden Abbildung erkennen kann, lassen sich je Spur bis zu acht MIDI-PlugIns öffnen, welche im Gegensatz zu Audio-PlugIns grün dargestellt werden und sich sinnvollerweise, dem Signalfluss entsprechend, vor dem Instrument befinden.

Um mehr als ein MIDI-PlugIn zu öffnen, muss man - wie auch bei den Audio-PlugIns -  den schmalen Spalt unterhalb des ersten Einschubs/PlugIns anklicken, nur dass dieser bei den MIDI-PlugIns noch viel schmaler ist, sodass man annehmen könnte, nur ein PlugIn wäre möglich. Dem ist aber nicht so.

ARPEGGIATOR - FUNKTIONEN

Nun wissen wir bereits, wie man den Arpeggiator öffnet, wobei es innerhalb interner Instrumentenspuren noch eine weitere simple Möglichkeit gibt, die ich der Vollständigkeit halber nicht unerwähnt lassen möchte. Die folgende Abbildung zeigt die Smart-Control-Ansicht einer Instrumentenspur. Der unscheinbare Button in der oberen rechten Ecke dient dem erstmaligen Öffnen des Arpeggiator-PlugIns sowie dem Ein- und Ausschalten. Links davon können verschiedene Presets des Arpeggiators direkt angewählt werden.

Doch nun zu den Bedienelementen des eigentlichen PlugIn-Fensters, welches wir in der nächsten Abbildungen sehen. Inspiriert durch die geniale, farbcodierte Bedienung des Teenage Engineering OP-1 habe ich diese zur leichteren Erläuterung farbig markiert.


Gelb: Bei aktivierter „Play“-Taste startet die Arpeggio-Wiedergabe, sobald MIDI-Notenbefehle eingehen. Bei erneutem Betätigen wird kein Arpeggio erzeugt. Da sollte man doch meinen, das PlugIn auf Bypass zu setzen oder an- und auszuschalten sollte genügen. Falsch! Diese und andere Funktionen lassen sich durch die sogenannte MIDI-Remote des Arpeggiators steuern, um eine Keyboard-Performance zu unterstützen. Auf diese werde ich aber später noch eingehen.

Rot: Einfach nur genial! „Capture Live Performance“ nennt sich dieser unscheinbare Button, welcher die aktuell gespielte Arpeggio-Figur per Drag & Drop auf eine Instrumentenspur (Software und extern) in eine MIDI-Region umwandelt. Hierdurch ist ein äußerst zielgerichtetes Arrangieren von Arpeggio-Spuren möglich, ggf. samt Layersounds.

Blau: Die sogenannte Latch-Funktion kennen wir von vielen Arpeggiatoren. Sie bewirkt, dass beispielsweise ein gegriffener Akkord gehalten wird, auch wenn man die Keyboardtasten loslässt. In Abbildung 5 sehen wir, dass es insgesamt sechs verschiedene Latch-Modes gibt.

Latch Modes

Der folgende Clip soll Aufschluss über deren jeweilige Funktion und die Buttons „Delete Last“ und „Clear“ geben. Die exakte Funktionsweise der Modes offenbart sich, wenn man darauf achtet, wann die Keyboardtasten gebunden (Akkord oder Legato-Spielweise) angeschlagen werden und was passiert, wenn dies wiederum nicht der Fall ist. Hier geht es erst einmal um das Prinzip und nicht um Schönheitspreise. Die an einigen, wenigen Stellen hörbaren klanglichen Artefakte sind weder Logic noch dem Arpeggiator anzulasten, sondern eher dem zickigen Audio-Treiber meiner Desktop-Video-Software unter gleichzeitiger Verwendung des Host-Programms - ich bitte, dies galant zu überhören.

Latch Modes

Um das Gesehene noch einmal kurz zusammenzufassen: Dies ist eine von vielen Möglichkeiten, auf ein per Latch-Funktion gehaltenes Arpeggio mit dem gleichen Sound/Instrument Töne zu spielen, ohne dabei das Arpeggio zu beeinflussen oder aber Töne zu spielen, die dem Arpeggio-Pattern hinzugefügt werden sollen, allerdings nur solange sie gehalten werden. Alleine die Latch-Funktionen bieten also bereits eine Vielzahl an Performance- und Ausdrucksmöglichkeiten.

Note Order

Direkt unterhalb der bereits besprochenen Bedienelemente befinden wir uns in der Abteilung „Note Order“, an deren linkem Rand der, für einen Arpeggiator, obligatorische „Rate“-Button beheimatet ist. Mit diesem lässt sich das Notenraster großzügig von 1/1 bis 1/128 einstellen.

Rechts davon finden sich insgesamt sechs Buttons, mit denen sich wiederum einstellen lässt, in welcher Richtung die einzelnen Töne der gebrochenen Akkorde nacheinander abgespielt werden. Eine zusätzliche Beeinflussung ergibt sich durch Werte, die an den rechten Schiebeschaltern „Variation“ und „Oct. Range“ eingestellt werden können. Daraus ergeben sich schon einmal satte 96 Möglichkeiten. Weil in diesem Fall Bilder mehr sagen als 1000 Worte, habe ich die Funktion „Capture Live Performance“ zu Hilfe genommen und den gleichen achtstimmigen Akkord in unterschiedlichen Einstellungen zu einer MIDI-Region konvertiert, um das Ergebnis im Pianorollen-Editor zu veranschaulichen. Auf geht´s!

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