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26.02.2021

Kaufberater: Die besten Reverb-Pedale für Synthesizer

Welche Reverb-Pedale eignen sich besonders für den Einsatz mit Synthesizern?

Wissenswertes und Kurztests zum Thema Reverb-Pedale in Verbindung mit Synthesizern

Als Boden-Effektgeräte sind sie längst nicht mehr nur für Gitarrist*innen interessant, sondern erfreuen sich als portable, pragmatische Bühnenbegleiter auch bei Keyboarder*innen großer Beliebtheit: Reverb-Pedale. Für die künstliche Nachbildung des sogenannten Hall-Effekts gedacht, erweitern sie die Klangeigenschaften der Instrumente, die diesen Effekt nicht bieten enorm, was ein großes Einsatzspektrum ermöglicht. Im Gegensatz zu E-Gitarren, die Mono ausgelegt, oft über nur eine Lautsprecher-Box erklingen, bieten die meisten Synthesizer Stereo-Ausgänge. Zum Glück sind in den letzten Jahren diverse Reverb-Pedale mit entsprechenden Anschlüssen erschienen, sodass auch eine komplett stereophone Nutzung der Pedale sowie der Reverb-Effekte möglich ist.

Kompakt designt und mit mit vielen Regelmöglichkeiten ausgestattet bieten sie eines: Hall (oder engl. Reverb) in den unterschiedlichsten Varianten und in einer tollen Qualität. In unserem Kaufberater stellen wir euch eine Reihe an Reverb-Pedalen vor, die sich im Einsatz als besonders sinnvoll zeigten und die mit ihren Klangeigenschaften punkten konnten.

Quick Facts: Reverb-Pedal

Was ist ein Reverb-Pedal?

Reverb-Pedale dienen dazu, das Signal eines angeschlossenen Instruments z. B. eines Synthesizers, mit einem Hall-Effekt zu versehen, der frei gestaltet werden kann. Das Ergebnis ist ein sehr räumlicher Sound, der das ursprüngliche, statische Klangbild des angeschlossenen Instruments veredelt.

Welche Reverb-Pedale gibt es?

Das Marktangebot an Reverb-Pedalen ist umfangreich und Austattungsmerkmale sowie Qualität der gebotenen Effekte bestimmen den Preis.

Worauf muss ich beim Kauf eines Reverb-Pedals achten?

Die Auswahl an Reverb-Effekten für Synthesizer geht weit über die vorgestellten Pedale hinaus. Das führt allerdings auch dazu, dass es schnell schwerfällt, hier die Spreu vom Weizen zu trennen. Generell lässt sich sagen, dass Hall-Algorithmen aus dem Bereich Plate/Hall besonders gut als „Raum-Öffner“ für Synthesizer-Flächen funktionieren. Spring und Room werden hier eher selten genutzt, da sie vorwiegend für kurze, impulsartige Klänge prädestiniert sind und stark auf Transienten/Anschläge reagieren. Besonders warm im Bauch wird es, wenn den Basis-Reverbs noch Pitch-Shifting-Effekte beigefügt werden können (Modulation/Shimmer). Findet ihr ein Gerät, welches diese Eigenschaften mit sich bringt und euch klanglich überzeugt, sollten euch einige traumhafte Jahre in der wunderbaren Welt der Synthesizer-Ambience bevorstehen. Achtet darauf, dass die angebotenen Pedale bei der Verwendung eines Synthesizers über Stereo Ein- und Ausgänge verfügen. Lediglich bei monophonen Synthesizern können euch auch Mono-Reverbs glücklich machen, die sonst eher für Gitarre konzipiert wurden.  

Wie entsteht Hall?

Hall ist ein besonders nützlicher Effekt in der Musik, aber wie kommt er eigentlich zustande?

Wer einmal Orgelmusik oder ein Konzert in einer Kathedrale gehört hat, dem ist sicherlich eines aufgefallen, was den Klang der Musik so phänomenal gestaltet: Der entstehende Hall in einem großen Raum. An dieser Stelle muss man sich nur vorstellen, wie das Ganze geklungen hätte, ohne den Einfluss der physikalischen Schallreflexion in diesem besonders gestalteten Raum: Trocken!

Unter Hall versteht man das Ergebnis der Ausbreitung des Schalls in einem Raum inkl. seiner Reflexion und der Absorption durch unterschiedlich strukturierte Oberflächen. Dabei werfen harte und glatte Oberflächen den Schall in einer ähnlichen Weise zurück wie ein Spiegel auftreffendes Licht. Bei einer rauen Oberflächenbeschaffenheit wird der auftreffende Schall eher diffus und in unterschiedliche Richtungen reflektiert und das umso mehr, je verwinkelter sich der Aufbau des Raums zeigt. Dieses Phänomen lässt sich besonders gut in Kirchen, großen Hallen, Höhlen und Tunneln feststellen. Bei der Architektur von Theatern und Konzertsälen wird großer Wert auf eine optimale Raumakustik gelegt, die darauf spezialisiert wird, dem Hörer im Raum ein ausgeglichenes Klangerlebnis bestehend aus neutralem Raumanteil und guter Verständlichkeit zu präsentieren.

Weiche strukturierte Oberflächen hingegen absorbieren Schallwellen. So sind beispielsweise Teppiche und Vorhänge in den eigenen vier Wänden ideale Schallschlucker, um eine „trockene(re)“ Raumakustik zu erreichen, die sich angenehm zeigt, um z. B. Konversation zu führen oder den Geräuschpegel im Haus niedrig zu halten. Auch in Studios sind schallschluckende Elemente eine Grundausstattung, um ein Audio-Signal, egal ob Instrument oder Stimme, neutral und ohne Raumanteil aufnehmen zu können, denn dieser wird der Aufnahme später künstlich und in einem selbst definierten Anteil hinzugefügt.

Der Hall, auch Nachhall oder englisch Reverb Time ist gerade bei der Verwendung in der Musik ein wichtiges gestalterisches Mittel, um deren Wirkung und Aussage noch zu verstärken. Für diesen Einsatzzweck hat sich die Industrie im Laufe der Zeit darauf spezialisiert, immer authentischer klingende Raumsimulationen zu schaffen, die ein 'trockenes' Audio-Signal - z. B. von einem Synthesizer - in speziell designte virtuelle Räume verfrachtet, deren Größe, die Art der Reflexionen bis hin zur Definition der Hallzeit nebst deren Anteil auf das trockene Audiosignal gestaltet werden können. Aber nicht nur das: Durch künstlich angewendete Modulationen des elektronisch erzeugten Hallraums lassen sich noch viele weitere toll klingende Effekte erzielen, die in der Natur so nicht vorkommen. Somit ist der Halleffekt einer der vielseitigsten Klanggestalter, der mit dem zu verarbeitendem Klang eine effektive Symbiose eingeht, räumliche Tiefe schafft und Stimmung erzeugt.

Hat man in den Anfängen noch elektromechanische Mittel wie Federhall-Spiralen oder gewichtige Hallplatten verwendet, erzeugen heutzutage digitale Effektprozessoren den akustischen Effekt, der in allen möglichen Ausführungen und für jeden Anwendungszweck bereitsteht: Ob als Plug-in für die DAW im Rechner, als Effekt-Prozessor in modernen Tasten-Instrumenten oder als universell einsetzbare Pedale, die sogenannten Reverb-Pedale.

Die im Markt angebotenen Reverb-Pedale ähneln sich oft in puncto Ausstattung. Preislich muss das nicht der Fall sein, was es nicht so leicht macht, das richtige Pedal für den eigenen Bedarf zu finden. Um euch bei der Wahl des passenden Pedals zu unterstützen, haben wir eine Auswahl der Reverb-Pedale zusammengetragen, mit denen ihr wirklich gut beraten seid.

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