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03.12.2018

Kaufberater DVS-Mixer: Die besten DJ-Mixer mit DVS-Interface

Mischpulte für Traktor Scratch Pro, Serato DJ und Rekordbox DVS

Club- oder Battlemixer mit USB-Audiointerface

Auflegen mit einem digitalen Vinyl-System, dafür gibt es mehrere Beweggründe: Ein wichtiges Kriterium, das immer wieder genannt wird, ist das authentische „Vinyl-Feeling“, besonders für Scratcher und Turntablisten. Auch wer gern herkömmliche Schallplatten auflegt, eventuell im Mix mit Timecodes, ist mit einem DVS gut bedient. Für unterwegs bietet sich ein der DJ-Software entsprechend zertifiziertes Audiointerface an. Arbeiten Virtual DJ, Cross, und Mixxx eigentlich mit jeder 4In/4Out USB-Lösung (Phono–Eingänge vorausgesetzt) zusammen, ist für Traktor Scratch Pro ein A10 oder A6 respektive ein A8/A4 (nicht mehr erhältlich) von Native Instruments angesagt. Was Serato DJ angeht, ist ein Rane oder Denon DS1 Audiointerface erforderlich.

Möchte man für das DJ-Studio, den Club oder das eigene mobile Komplett-Setup einen DVS-Mixer erwerben, stellt sich ebenso die Frage nach der Kompatibilität. Serato und Traktor DVS stehen hier ganz oben auf der Kompatibilitätsliste, Pioneer hat unlängst mit der Timecode-Steuerung für Rekordbox nachgezogen.

DVS DJ-Mixer oder DVS Mixer Quick Facts

DVS bedeutet "Digitales Vinyl System", also eine Kombination aus DJ-Software, Steuervinyl mit Timecode für Richtungs-, Tempo- und Positionsangaben sowie eine Soundkarte, die die Wandlung übernimmt. DVS-Kompatible Mischpulte müssen folglich ein integriertes Audiointerface besitzen, werden nicht selten auch mit einer Software und passenden Timecode Vinyls und/oder CDs im Set ausgeliefert. Club- oder Battlemixer mit USB-Audiointerface gibt es in zahlreichen Varianten und Ausführungen. Phono-Inputs zum Anschluss von Plattenspielern sind für ein DVS-kompatibles DJ-Mischpult obligatorisch, ebenso gehört mindestens ein 4/4 Audiointerface zum Pflichtprogramm.

Die fünf führenden DVS Software-Systeme sind:

Native Instruments Traktor

Serato DJ

Pioneer rekordbox dj

Virtual DJ

Mixvibes Cross

Wir haben in diesem Artikel einige bewährte und brandaktuelle Mischpulte zusammengestellt, die je nach Gusto vielleicht die richtige Wahl für euch darstellen könnten.

Pioneer DJM-250MK2, DJM-S3, DJM-450, DJM-850, DJM-900NXS2 und DJM-S9

Pioneer hat sein DVS-Angebot nicht nur auf die eigene Software Rekordbox ausgebaut, sondern den Einstieg gleich im untersten Preissegment ermöglicht. Der Battlemixer DJM-250Mk2 kostet gerade mal 349 Euro und ist Rekordbox dvs kompatibel, für den Serato-Mixer DJM-S3 muss man 529 Euro hinlegen, der DJM-450 kostet 698 Euro und offeriert eine integrierte Rekordbox-fähige USB-Soundkarte, einen 64-Bit-DSP, Beat- und Color-FX, eine USB-Send/Return-Einheit für iOS-Devices und Pioneers Magvel-Crossfader.

Möchte man statt Rekordbox lieber Traktor oder Serato verwenden, muss man etwas tiefer in die Tasche greifen: Pioneers DJM-850 ist Traktor Scratch Pro Certified und lässt sich über das DVS Expansion Pack Serato-kompatibel nachrüsten. Der DJM-900NXS2 hingegen ist für Rekordbox, Serato und Traktor Scratch Pro gerüstet.

Mit dem DJM-S9 hat Pioneer zudem ein Tool für Turntablisten am Markt, denn der Battlemixer wartet mit einigen sehr praktischen Ausstattungsmerkmalen für Scratcher auf, darunter der Magvel Pro Crossfader mit austauschbaren Fader-Dämpfern, zahlreiche MIDI-Controller (allein schon die Pads und fetten Transformer-Hebel machen was her) und zwei USB-Anschlüsse für DJ-Teams. 5 Sterne hat unser Tester DJ Rick Ski gezückt, nachdem er das Teil unter den Fingern hatte.

Wer gerne mit einem Pioneer-Mischpult arbeiten möchte, findet im Sortiment des Herstellers also eine reichhaltige Auswahl, da für jede DVS-Software auch ein kompatibles Pult verfügbar ist.

Native Instruments Traktor Kontrol Z2

NI haben ihren eigenen 2+2-Kanäler im Programm, der nicht nur mit einem Traktor Scratch Pro Interface aufwartet, sondern zahlreiche MIDI-Controller für Loop, Cues und Effekte mitbringt und aktuell für unter 600 Euro Straßenpreis zu haben ist. Neben den beiden Hauptkanälen lassen sich via Drehregler die Remix-Decks zumischen. Ein doppelter USB-Hub ist ebenso mit von der Partie. Dort lassen sich bequem weitere NI-Controller wie ein D2 oder F1 andocken. Wer mit Traktor auflegen möchte und sich dabei, was Effekte und Co. angeht, hauptsächlich aus dem Fundus der Software bedienen möchte, liegt bei diesem Pult richtig. Timecodes und eine Traktor-Serial sind im Lieferumfang enthalten. Hier findet ihr unseren Test.

Allen and Heath Xone PX5, DB4, DB2 und 43C

Der Xone:PX5 ist ein Fall für Traktor Scratch Pro, der mit analogem Filter, 20-Kanal-USB-Audiointerface, umfangreichem Routing und digitalen Effekten und angreift. Besonders hervorzuheben ist auch der mögliche FX-Mix aus externem Effektor, VST-Plugin oder integrierten FX. Ein echtes Performance-Tool.

Die aktuelle Xone-Serie mit Serato DVS-Interface umfasst den DB4DB2 und 43C, die sich via 99-Euro-Update kompatibel zeigen.

Pioneer DJM-900NXS2 (Produktseite auf thomann.de)

Native Instruments Traktor Kontrol Z2 (Produktseite auf thomann.de)

Allen and Heath Xone PX5 (Produktseite auf thomann.de)

Allen and Heath Xone DB4 (Produktseite auf thomann.de)

Allen and Heath Xone DB2 (Produktseite auf thomann.de)

Allen and Heath Xone 43C (Produktseite auf thomann.de)

Mixars Duo und Quattro

Mixars Duo ist ein Serato DVS-kompatibler DJ-Mixer mit integriertem Audiointerface, zwei Kanälen, stattlichen Konfigurationsmöglichkeiten für Line- und Crossfader, USB-Hub sowie MIDI-Buttons und Knobs zum Aufruf von Softwarefunktionen wie Hotcues und Loops. Im Test beeindruckte das Pult weiterhin mit einer vorbildlichen Verarbeitung, gutem Sound und nicht zuletzt dem attraktiven Preis, Serato-Lizenz inklusive. Der große Bruder Quattro erweitert das Konzept auf vier Kanäle und tritt mit integrierten FX sowie zwei USB-Ports an für DJ-Teams und nahtlose Wechsel an.

Reloop RMX-90 DVS

Reloop hat mit dem RMX-90 DVS einen „Premium Line“ Clubmixer im Sortiment, der für Serato DJ DVS zertifiziert ist. Das Pult bietet unter anderem vier voll ausgestattete Kanalzüge, Mike- und Aux-Kanäle mit Cinch-Input oben (!), 12 Effekte, sowohl USB-Audiointerface wie auch ein dreifaches USB-Hub. Aufgrund der digitalen Systemarchitektur lassen sich zahlreiche Parameter nach eigenen Vorstellungen konfigurieren. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt.

Denon DJ X1800 Prime

Mit dem X1800 hat Denon DJ einen Serato-DVS kompatiblen DJ-Clubmixer mit Dual-USB-Interface im Programm, der auf futuristisches Design, schlanke Bauart und digitale Systemarchitektur setzt. Folglich offeriert das Pult zahlreiche Einstelloptionen wie Effekt- und Audioeinstellungen, Filterresonanz, MIDI- und DVS-Setup, EQ-Grenzfrequenzen, Samplingrate, Talkover, ja sogar Button-Farben. Das Anschlusspanel bietet neben gängigen Standards auch digital Eingänge und ein Netzwerk-Hub, prädestiniert für die neuen Denon Prime Range Mediaplayer SC5000. Aber auch vier Phono-Anschlüsse hat der X1800 an Bord, ebenso eine DVS-Stellung, um problemlos zwischen den verschiedenen Modi umzuschalten. On Top serviert Denon eine integrierte Sweep- und Beat-Effektsektionen mit Touch-Stripe, Kombifilter und eine MIDI-Schnittstelle.  Das alles residiert in einem rock-solidem Metallgehäuse.

Rane Seventy-Two und MP2015

Wer als House, Dance oder Techno-DJ nicht mit Line- und Crossfadern arbeiten möchte und dazu nicht so sehr aufs Kleingeld schielen muss, sollte mal einen Blick auf den Rane MP2015 werfen. Der Rotary-Clubmixer arbeitet sowohl mit Traktor Scratch Pro als auch mit Serato DJ DVS (via kostenpflichtigem Expansion Pack) zusammen, verzichtet zugunsten von Drehknöpfen auf jegliche Fader und bringt gleich zwei USB-Anschlüsse mit. Ein bestens ausgestattetes Pult im Vintage-Look mit analogem Aussehen und digitalem Herz, das im Bonedo-Test satte 5 Sterne einheimste. Der Traktor Scratch Pro zertifizierte MP2014 ist die kleinere Ausgabe.

Mit Serato DVS funktionieren ferner der Sixty-EightSixty Four, Sixty Two und der TTM57MK2, deren Produktion mittlerweile eingestellt wurde. Neu im Ring ist der Rane Seventy Two. Das Pult ist mit allen nötigen Stellschrauben ausgerüstet, die man als Scratch-DJ einzufordern gewohnt ist. Dazu kommen MIDI-Controller und Performance-Pads sowie ein Dual-USB-Interface für fliegende DJ-Wechsel und Back2Back-Performances. Außerdem kann das Pult ein integriertes Touch-Display mit Wellenformanzeige zur Effektsteuerung und Navigation  vorweisen. Damit ist die quasi die nächste Generation der Hi-End-Battlemixer eingeleitet. Die Auslieferung soll 2018 beginnen. 

Mixars Duo (Produktseite auf thomann.de)

Mixars Quattro (Produktseite auf thomann.de)

Denon DJ X1800 Prime (Produktseite auf thomann.de)

Rane Seventy-Two (Produktseite auf thomann.de)

Selbstverständlich sind dies nicht einzigen DJ-Mixer am Markt, die mit einem integrierten USB-Interface aufwarten, dass sich in der Lage sieht, das Trägersignal eines Timecode-Vinyls für die DJ-Software zu wandeln und weiterzugeben. Ebenso klar: Nicht jeder legt mit Traktor/Serato/Rekordbox auf und die Liste könnte durchaus länger ausfallen.

Falls ihr also einen Tipp für uns habt oder einfach mitteilen wollt, warum ihr welchen Mixer einsetzt und wie euer Setup aussieht, nur zu! Nutzt dazu gern unsere Kommentarfunktion.

Euer Peter Westermeier

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