Workshop
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27.04.2018

Die größten Anfängerfehler als DJ und wie man sie vermeidet

Workshop für DJs

Aller Anfang ist schwer, auch beim DJing, obwohl es dank modernster digitaler Technik anscheinend doch jeder kann. Zusätzlich geimpft mit Klischees des Ruhms, schnellen Geldes und geschenkter Zuneigung der Fans, träumt man davon, als DJ im Scheinwerferlicht zu stehen. Doch das Licht geht schneller wieder aus als man denkt.

Der Schritt auf die Bühne gelingt nur den wenigsten DJs. Zudem besitzt nur ein kleiner Bruchteil der auflegenden Zunft die Gabe, das Publikum mitzureißen. Damit eure DJ-Karriere von Erfolg gekrönt ist und nicht schon beim ersten Schritt aus dem Bedroom ins Stocken gerät, hier ein paar Tipps.

Das falsche Equipment zugelegt

Wer billigt kauft, kauft zweimal ­– auch der, der sich für das falsche Medium entscheidet. Das ausschlaggebende Kriterium, sich für einen Controller, Mixer, Player oder Plattenspieler zu entscheiden, sollte nicht der Preis sein, sondern auch die Haptik, Features und Flexibilität, genauso wie der Einsatzort und Musikstil. Beispielsweise gehören bei einem scratchenden Hip-Hop-DJ einfach Plattenspieler zum guten Ton. Wie sie zählen auch Standalone-Player, vor allem Pioneers CDJ-Reihe, zum Standard-Equipment von Clubs. DJ-Controller sind dagegen eher praktisch für private Feierlichkeiten.

Bevor ihr eure Wahl trefft, recherchiert daher fleißig: Lest Kaufberater, besucht Messen, geht in die Shops, um das Equipment auszuprobieren. Vielleicht habt ihr auch die Möglichkeit, einen DJ-Kurs zu besuchen, um zu testen, ob euch mehr das Auflegen mit dem DJ-Controller oder Plattenspieler liegt.

Sich überschätzen

Der Drang, endlich vor Publikum zu spielen, blendet die objektive Selbsteinschätzung. Kommt die erste Möglichkeit zum Gig, greifen die Meisten zu. Geht allerdings der erste Auftritt in die Hose, nagt es nicht nur am Selbstbewusstsein, sondern auch am damit befleckten DJ-Namen. Deswegen solltet ihr euch nur der großen Öffentlichkeit stellen, wenn ihr dazu technisch bereit seid. Legt lieber erst einmal vor Freunden auf, um ein Feedback über euren momentanen DJ-Status zu bekommen. Läuft es sicher und fehlerfrei, dann bewerbt euch als Warm-Up-DJ im Club oder spielt bei Open-Turntable-Abenden, um mit der Situation, vor einem größeren Publikum aufzulegen, warm zu werden.

Andere DJs stilistisch kopieren

Vorbilder darf man haben, allerdings sollte man nicht deren Stil, ob Musik oder Auftreten, kopieren. Wenn DJ A und DJ B das Gleiche tun, ist es noch lange nicht dasselbe. Der Kopieraktionismus fällt auf und rächt sich mitunter. Versucht, euren eigenen Style zu kreieren, auch mal gegen die Strömung zu schwimmen und musikalisch etwas zu wagen. Denn nur so fällt man in der Menge angehender DJs auf und kann sich damit vielleicht etablieren.

Skills überbewerten

Im Bedroom übt man monatelang Blends und Cuts, um diese voller Stolz endlich auch der großen Masse zu präsentieren. Hip-Hop-DJs trainieren Scratches und das Beatjuggling, versagen aber womöglich beim stiefmütterlich behandelten Mixing. Skills sind eines, aber genauso wichtig ist es, das Publikum mit den richtigen Tracks zum perfekten Zeitpunkt zu begeistern. Die Crowd wird euch weniger an euren Skills, sondern mehr an der Musikauswahl, Stimmung und dem dramaturgischen Set-Aufbau messen. Daher merkt euch: Achtet besonders auf eure aufgelegten Tracks. Verzichtet lieber auf den perfekten Übergang mit einem Track, wenn dieser eventuell die Stimmung killt.

Vorbereitete Tracklist stur durchziehen

Ein Set akribisch Track für Track vorzubereiten, liegt in der Natur eines jeden nervösen DJ-Anfängers. Man möchte sich schließlich nicht mit Patzern im Set vor dem Publikum blamieren. Allerdings passiert genau dies, wenn eure Rechnung nicht aufgeht und das Publikum eurer Set mit Tanzflächenboykott kontert. Deswegen gestaltet es flexibel, um auf die Dancefloor-Situation reagieren zu können. Welche Tracks die Stimmung retten, hängt auch vom Motto der Party und der Location ab. Recherchiert vorher im Club, auf welche Musikstücke das Publikum abgeht.

Räumt ihr mal die Tanzfläche leer, spielt den Track nicht aus, sondern kontert schon beim ersten Zeichen von Fluktuation mit einem Dancefloor-Füller, sodass ihr nicht die kritische Menge zum kompletten Kehraus unterschreitet. 

Die Club-Akustik unterschätzen

In kleinen Räumlichkeiten privat aufzulegen, ist nicht das Gleiche wie im Club. Dessen Akustik stellt euch vor neue Herausforderungen. Einfach auf das von der Club-PA gehörte Signal sauber zu mixen, funktioniert nicht. Der räumliche Abstand zur PA und technisch verzögerte Signallaufzeiten durch Delays lassen euch den Beat um einige Millisekunden später wahrnehmen. Zudem spielen auch noch Reflexionen glatter Wände übel mit. Ergo würde die Bass Drum beim Mixen nicht beatgenau und damit phasengenau treffen. 

Im Mix erzeugen die versetzten Beats einen Schienenschlageffekt. Nutzt daher entweder eine Monitorbox in der DJ-Kanzel, die in Echtzeit ohne Verzögerung das Mastersignal wiedergibt oder arbeitet komplett unter dem Kopfhörer. Dann klappt´s auch mit dem Mix.

Sich zu wichtig nehmen

Der erste Erfolg auf der Bühne steigt leider auch vielen zu Kopf, von Überheblichkeit im Umgang mit dem Publikum bis hin zur Ignoranz der Situation auf der Tanzfläche.

„Die haben doch einfach keinen Geschmack“, denkt sich dabei so mancher. Auch wenn ein DJ sich als Künstler verstanden fühlen möchte, liefert man auch zu einem gewissen Grad eine Dienstleistung ab: seinen Mitmenschen Freude am Tanzen zu bereiten. 

Nicht jeder kann sich dabei musikalisch selbst verwirklichen. Es gilt, stets Kompromisse einzugehen, den Spagat zwischen dem Geschmack des Publikums und dem eigenen zu schlagen. Weder schleimiges Anbiedern noch eine selbstverliebte Performance bringen einen weiter.

Bedenkt stets, dass eure Fans im realen Leben oder in den sozialen Netzwerken der Indikator dafür sind, wie gut und wie lange ihr euch als DJ etablieren werdet.

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