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Tipps zum kreativen nutzen der DJ-Zwangspause wegen abgesagter Gigs und Club-Schließungen

Vor allem zu Pandemie-Zeiten war und ist man als DJ weniger oder gar nicht gefragt. Aber auch generell kommt jede Karriere irgendwann temporär ins Stocken. Lückenhafte oder leere Auftragsbücher fördern den Selbstzweifel. Warum hänge ich das DJing nicht einfach an den Nagel?! 

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Solltet ihr es nur aus monetären Zwecken betreiben, stellt euch ernsthaft diese Frage, schließlich ist das DJing eine Berufung, die Leidenschaft voraussetzt. Aber sicherlich liebt ihr es, die Crowd mit eurem kreativem Musik-Mix zu begeistern. Deswegen steckt nicht gleich den Kopf in den Sand, sondern nutzt die Schaffenspause zur Selbstreflexion und motiviert euch, eure vielleicht längst überfälligen Hausaufgaben zu erledigen …

Aufräumen der Library

Im Laufe der Jahre müllt man regelrecht die Festplatte mit Tracks voll, die weder gespielt wurden, noch spielenswert sind oder waren. Im Eifer des Flat-Download-Wahns einfach von diversen DJ-Portalen gezogen, verstauben sie auf dem Rechner und seit den SSD-Laufwerkspreisen bei Apple weiß man, dass der dadurch verramschte Speicher deftig in die Kosten geht. 
Nutzt also die Zeit und durchstöbert eure Library nach Tracks, die ihr wirklich nicht spielt oder nicht mehr braucht und löscht sie. Zur Sicherheit könnt ihr sie auf einer externen Festplatte ablegen. Durch diese Diät wird euer System schlanker und wieder schneller, dazu eure Library übersichtlicher. Mitunter entdeckt ihr beim Aufräumen versteckte Perlen, die ihr zukünftig in eure Sets aufnehmen könnt. 

Skills verbessern

Sei es Fingerdrumming, Scratching oder Beat-Juggling, eure DJ-Techniken könnt ihr ständig trainieren, vor allem, wenn die Routine durch ausbleibende Gigs fehlt. Deswegen geht neue Skills an, die ihr noch nicht beherrscht. Stellt euch neuen Herausforderungen und wachst über euch hinaus. 
Trainiert täglich 15 bis 30 Minuten, lieber weniger, aber dafür regelmäßig. Ich persönlich attackiere den Fader und die Platten jeden Tag mindestens 15 Minuten, damit der 2-Click-Flare mit seiner berüchtigten „Schnipstechnik“ endlich in Fleisch und Blut übergeht. Studiert auch kurze Beat Juggling oder Fingerdrumming Routinen ein, mit denen ihr eure Sets aufhübscht. 

Produzieren eigener Tracks

Habt ihr noch nicht mit einem eigenen Track eure musikalische Visitenkarte abgeliefert, so wird es höchste Zeit. Es geht nicht darum, krampfhaft einen Hit zu landen, berühmt zu werden und damit ordentlich Kohle zu scheffeln. Mit dieser Einstellung geht dieser Plan eh nicht auf. Produziert das, was euch Spaß macht und wo ihr hinter steht – Tracks, mit denen ihr euch musikalisch identifiziert. Sollte Techno euer favorisiertes Genre sein, findet ihr hier einen hilfreichen Workshop zum Produzieren: 
Techno produzieren Workshop
Deep House produzieren Workshop
Seid generell mutig, versucht, euch weniger an anderen Künstlern zu orientieren, sondern findet eine Nische und eure eigene ID, wie einen eigenen Sound, Stil etc., mit dem ihr auffallen könntet, sicherlich auch polarisiert. 
Schließlich schenkt man euch mit einem „netten“ Track kaum Aufmerksamkeit, geschweige denn könnt ihr damit Käufe generieren. Hingegen werden einige Hörer euren eigenwilligen Style vielleicht lieben, andere diesen verabscheuen, was aber unter dem Strich durchaus mehr Erfolg bringen kann.

Streamt Live-Sets

Das Streamen galt in der Pandemie als Notanker, um wenigstens vor einem virtuellen Publikum aufzulegen. Mag sich eure Crowd vielleicht mittlerweile daran sattgesehen haben, so bringt neuen Schwung in die Streaming-Kiste, indem ihr eure Küche, euer Bad oder euren Balkon zur DJ-Kanzel umfunktioniert. 
Wer denkt, ihr könnt bei eurem Stream voll eurem eigenen Geschmack ohne Wenn und Aber durchdrücken, weil ihr keinen Dancefloor bei Laune halten müsst, der irrt. Denn schnell ist der Stream verlassen, wenn eurem Publikum die Mucke nicht passt oder man sich generell langweilt. Deswegen studiert diese hilfreichen Tipps.
Übrigens: Bei einem Stream zählt nicht vorrangig die Anzahl der Zuschauer, sondern es geht auch um das Generieren nachhaltigen Contents, der auch später angeklickt, geliked, kommentiert und geteilt werden kann. Außerdem bleibt ihr mit eurem Stream in der Übung und im Gespräch. 

Erstellt ein Mixtape

Früher habe ich ständig Mixtapes für Freunde und Freundinnen aufgenommen, zu Kassettenzeiten ein zeitraubendes und mitunter nerviges Unterfangen. Denn wenn man sich vermixte, musste die komplette Seite der Compact-Kassette stets neu aufgenommen werden. Schließlich gilt bis heute ein holpriger Übergang als absolutes No Go auf einem Mixtape und das geht gegen die DJ-Ehre.  
Durch minimale Schwankungen in der Phasenlage zweier Tracks im Mix wirkt euer Mixtape einfach glaubwürdiger, es spricht für euer Handwerk. Denn mit digitalen Werkzeuge avancieren Mixtapes zum Kinderspiel. Dank Sync marschieren die Tracks stets im Gleichschritt, kleine Patzer einfach rausgeschnitten, klingt alles wie geleckt. Damit verlieren Mixtapes zwar ihre Authentizität als Visitenkarte für die technischen DJ-Fähigkeiten, aber sie gelten bis heute als Indiz für die musikalische Ausrichtung eines DJs und daher auch als ein Kriterium für Bookings.   
Überlasst aber nichts dem Zufall und spielt einfach drauf los. Sucht zunächst sorgfältig die Tracks für das Mixtape aus. Achtet darauf, dass sie nicht zu altbacken und abgedroschen sind. Schließlich sollte euer Mixtape selbst noch in ein paar Monaten aktuell sein. Nachdem die Track-Auswahl steht, geht die Reihenfolge an. Berücksichtigt die Dramaturgie, daher das Energy-Level der Tracks. Bevorzugt eine ansteigende Dramaturgie-Kurve. 
die in der Mitte oder zum Ende des Mixtapes ihren Höhepunkt erreicht. Beginnt mit einem ruhigeren Track, bestenfalls mit dem, der ein langsam einstimmenden Intro besitzt. Ein plumper Beat zu Beginn ist in meinen Augen keine würdige Eröffnung der musikalischen Reise. Beachtet auch die Harmonie und damit die Tonart der Tracks, damit die Übergänge wie aus einem Guss klingen. Die entsprechenden Regeln dazu findet ihr hier.
Um auf Nummer sicher zu gehen, probt die Blenden und probiert verschiedene Varianten aus, bis ihr sie knackig und schlüssig genug findet. Weiterer hilfreicher Input gefällig? Dann schaut hier vorbei.
Sind sämtliche Hausaufgaben erledigt, darf der Aufnahmeknopf gedrückt werden.  

Legt auf der eigenen Party auf

„Do it yourself“ lautet die Devise, wenn ihr trotz Auftragsflaute vor Publikum auflegen möchtet. Mietet eine Location mit einem Fassungsvermögen von bis zu 50 Leuten, das ist überschau- und sicherlich füllbar. Schließlich sollten Kosten und damit das Risiko einer finanziellen Bruchlandung gering bleiben. Zudem trägt eine halbvolle Location nicht zur angenehmen Atmosphäre und letztlich guten Stimmung bei. 
Sollte der Barbetrieb nicht von den Betreibern der Location bewerkstelligt werden, noch besser, so könnt ihr ihn mit übernehmen oder lasst die Getränke von einem professionellen Service mixen, der sich dank eines ausgehandelten lukrativen Deals sich förmlich einkauft und damit die Kosten mitträgt. 

Privat auflegen

Man muss nicht sonst wie weit über den Tellerrand schauen, um an Gigs zu kommen. Schließlich wird immer und überall gefeiert (Pandemie-Zeiten leider ausgenommen), dies auch in eurem eigenen Freundes- und Familienkreis. Bietet euch als DJ für diverse Feierlichkeiten an, sie werden sich bei der Party mit einer ausgelassenen Stimmung revanchieren. Und sicherlich lässt sich die Gesellschaft bestimmt auch nicht lumpen, euch auch finanziell dafür zu belohnen. 

Back2Back auflegen

Sicherlich zählen auch ein paar DJs zu euren Freunden, mit denen ihr gemeinsam ein paar Gigs bestreiten könntet. Neben dem Vorteil, wieder vor Publikum aufzulegen, motiviert es auch, sich von dessen Skills ein paar Tricks abschauen. Aber auch musikalisch erweitert ihr dadurch euren Horizont. Vielleicht legt euer Partner ein paar Tracks auf, die ihr gar nicht auf dem Schirm habt. Was ihr besonders beim back2back-Gig beachten solltet, erfahrt ihr hier. 

Weitere interessante Inhalte und Links

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von Dirk Duske

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