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28.03.2019

Die besten DAW-Controller 2019!

Einrichtung und die Möglichkeit, eure Musiksoftware zu bedienen

Total-DAW-Integration: Die besten DAW-Controller in der Übersicht

DAW-Controller gibt es in den verschiedensten Ausführungen. Doch welcher passt zum eigenen Workflow und harmoniert mit der DAW des Vertrauens und den Unmengen an gesammelten Plugins am besten?

Der Markt für MIDI-Controller ist größer denn je und mittlerweile gibt es einige Controller, die viele DAWs gleichermaßen bedienen wollen. Daneben gibt es auch Controller-Keyboards, die sich auf die Fernsteuerung von Plugins konzentrieren. Für einige DAWs sind außerdem Geräte erhältlich, die gezielt auf spezielle Features der Software eingehen. 

Doch wie findet man nun den richtigen Controller, der zum eigenen Workflow passt? Wir haben aktuelle "Universal"-Controller zusammengestellt und gecheckt, auf welche Weise sie mit den beliebtesten DAWs agieren. Was sind ihre Kernfunktionen? Welche Parameter sind automatisch belegt, also ohne manuelles Mapping steuerbar, und wie groß ist der Einrichtungsaufwand, um DAW und Controller miteinander zu verbinden? Welche DAWs lassen sich mit ihnen fernsteuern?

Zunächst checken wir, wie gut die Controller-Keyboards von Novation, Nekatar und Native Instruments mit den drei Spitzenreitern Steinberg CubaseApple Logic und Ableton Live harmonieren. Im Laufe der Zeit werden wir die Liste mit zusätzlichen DAWs wie FL StudioReasonReaperBitwig und Studio One erweitern und allesamt natürlich auch mit zukünftig erscheinenden "Einer-für Alle"-Controllern checken. 

DAW-Controller: Quick Facts

Was ist ein DAW-Controller?

DAW-Controller gleichen optisch oftmals einem Mischpult, werden aber auch gern mit Keyboards kombiniert. Im Gegensatz zum Mischpult fließen aber keine Audiosignale durch diese Controller hindurch, sondern nur Steuersignale, meist MIDI-Daten. DAW-Controller sind speziell zum Fernsteuern von Digital-Audio-Workstations, kurz DAWs, gedacht. Grob gesagt heißt das: Bedient man mit der Hand den Regler, ändert sich die Lautstärke in der Software. Heutzutage können DAW-Controller allerdings noch viel mehr, beispielsweise können sie auch Instrument- und Effekt-Plugins fernsteuern. Immer mehr Hersteller kombinieren daher MIDI-Keyboards und Drum-Pads mit den Bedienoberflächen und Features von DAW-Controllern. Daher werden sie auch oft als Controller-Keyboards geführt und genau um solche geht es uns hier!

Was bedeutet der Begriff DAW-Integration?

Die „Standard-Protokolle“, wie beispielsweise das Mackie Control Protocol, wurden als Schnittstelle entwickelt, um die Transport- und Mixerfunktionen der Musikproduktionssoftwares, aka DAWs, mit MIDI-Controllern fernzusteuern. Heutige Geräte, zumeist Keyboard- oder Pad-Controller, sind in der Lage, spezielle DAW-Features zu steuern und klinken sich somit viel tiefer in den Workflow der Software ein, als es mit den Standard-Protokollen möglich wäre. Verfügt ein Controller über die Möglichkeit der DAW-Integration, so bedeutet dies, dass es für manche DAWs spezielle Skripte gibt, um solche tiefgreifenden Features mit dem Controller fernzusteuern.

Was ist ein Plug-in-Wrapper?

Ein Plug-in-Wrapper ist die Schnittstelle zwischen Controller (Hardware) und den Instrument- bzw. Effekt-Plug-ins (Software). Ein Plug-in-Wrapper ermöglicht es, die Parameter von Instrument- und Effekt-Plug-ins mit den Bedienelementen eines Controllers zu steuern. Dazu werden die auf dem Rechner installierten Plug-in-Ordner durchsucht.

Nektar Panorama T4 und T6 – Die DAW-Spezialisten

Allgemeines

Der Nektar Panorama T4 und T6 ist ein universeller MIDI-Controller, der in der 49- und 61-Tasten-Version erhältlich ist. Kein Hersteller hält so viele DAW-spezifische Skripte bereit wie Nektar. Diese verzahnen den Controller besonders gut mit vielen individuellen Features der jeweiligen Software. Und falls es für die zu verwendende DAW mal kein Skript gibt, lässt sich die T-Serie auch immer noch über das Mackie Control mit der Software koppeln.

Um Plug-ins umfangreich steuern zu können, hat Nektar einen Plug-in-Wrapper ins Leben gerufen, der auf den Namen „Nektarine“ hört. Dies ist eine Schnittstelle, die man in ähnlicher Form bereits von Native Instruments Komplete Kontrol oder auch AKAI Professional VIP kennt. Mit dem Wrapper lassen sich alle auf dem Rechner installierten VST2-, VST3- und AU-Plug-ins fernsteuern. Einige Plug-in-Parameter sind bereits automatisch gemappt. Um die Mappings anzupassen bzw. eigene zu erstellen, ist ein Edit-Mode dabei, mit dem sich die Änderungen im Handumdrehen vornehmen lassen, und das noch dazu sehr übersichtlich.

Durch die Beschriftungen auf der Bedienoberfläche wird klar, dass der Controller sich nicht nur zur Steuerung von DAWs eignet, sondern, dass er es auch auf Klangerzeuger abgesehen hat: So befinden sich unter den neun Fadern entsprechend viele Buttons, die bereits mit Oszillator, Filter, Envelope, LFO und FX beschriftet sind. Unter dem LC-Display sind Taster angelegt, um die Tracks zu wechseln und auch Browser von Klangerzeugern zu öffnen. Hinzu kommen eine Transportsektion, acht Endlosdrehregler und acht Pads zum Einspielen von Drums. Als Spielhilfen sind Key-Repeat und Pad-Repeat mit an Bord, um Arpeggiomuster oder z. B. Snarerolls leichter zu spielen. Die Nektar-T-Serie eignet sich für Komponisten und Beatproduzenten, die ohne viel Konfigurationsarbeit Plug-ins fernsteuern und zugleich die Kernfunktionen der DAW bedienen wollen.

Fazit – Nektar Panorama T4 und T6

Ableton Live, Bitwig, Reason, Reaper, Logic, Cubase, Nuendo, Studio One, und, und, und - Nektar hat sie alle drauf. Kein Hersteller funktioniert mit so vielen DAWs gleichzeitig, und so gut verzahnt wie die Nektar Panorama T-Series Controller. Besonders gut gefällt uns die Verbindung mit Reason, denn nirgendwo kann man einen Mixer so umfangreich und toll bedienen wie hier – und das trotz des kleinen Displays. Aber auch Plugins lassen sich dank des Nektarine Wrappers sehr gut bedienen und auch händisch modifizieren. Trotzdem muss man auch sagen, dass man mit Native Instruments Komplete Kontrol und NKS aus dem Stand  - also ohne eigene Mappings - mehr Plugins bedienen kann.

  • Pro
  • bester Controller für Reason
  • sehr viele spezielle DAW-Scripte
  • sehr gutes Preis/Leistung-Verhältnis
  • Direktanwahl von Synth-spezifischen Parametern (LFO, Amp, etc.)
  • Contra
  • kleines Display

Novation 49SL MK3 und 61SL MK3 – Die Universal-Controller für Hardware, DAW und Co.

Allgemeines

Der Novation SL MK3 ist ein universeller MIDI-Controller, der bis zu acht Geräte steuern kann. Der Controller kommt mit USB, MIDI I/O, zwei CV/Gate-Anschlüssen und Clock-Out. Kombiniert wird dies mit einem flexiblen Konzept aus Templates und Parts, um die angeschlossenen Geräte fernzusteuern. Neben der umfangreichen Steuerung von Hardware kann die SL-MK3-Serie aber auch DAWs und Plug-ins fernsteuern.

Novations 49-Tasten-Steuerzentrale besitzt vier Farbdisplays, die insgesamt acht Parameter der zu steuernden Hard- und Software visualisiert. Hinzu kommen acht Endlosdrehregler zur Fernsteuerung der kontextsensitiven Parameter. Darunter befinden sich 16 Pads, die zum Einspielen von Drums und darüber hinaus als umfangreicher Stepsequenzer einsetzbar sind. Hinzu kommen Pitch und Modwheel, acht Fader, 16 kontextabhängige Buttons und Transport-Sektion. Das SL MK3 ist daher ein umfangreicher Begleiter für diejenigen, die nach einer „eierlegenden Wollmilchsau“ Ausschau halten, die mit nur einem Controller MIDI- und CV-Geräte sowie Plug-ins und DAWs fernsteuern kann. Das SL MK3 gibt es als 49- und 61-Tasten-Version.

Spielhilfen

Der Controller verfügt über insgesamt 16 vorgegebene Skalen, mit denen sich die entsprechenden Tonleitern zu einem Grundton laden lassen, sodass immer die richtigen Noten gespielt werden. Dabei ist auswählbar, ob skalenfremde Noten automatisch geradegerückt, ausgelassen werden, oder ob die skalenbezogenen Noten einfach nur via LEDs über der Klaviatur visualisiert werden sollen. Mit an Bord sind Arpeggiator inklusive Latch sowie ein polyphoner 8-Spur-Step-Sequencer. Letzterer kann 16 Steps,die Einzelnoten oder Akkorde beinhalten können, in diversen Modi abspielen, ein interner Patternspeicher ist mit an Bord.

Fazit – Novation 49SL MK3 und 61SL MK3

Novation bietet mit dem SL49 MK3 einen der wenigen Controller auf dem Markt, der nicht nur DAWs und Plugins, sondern auch Hardware-Synths fernsteuern kann. Durch seine üppige MIDI- und CV/Gate-Konnektivität und dem umfassenden Template-System bedient man mit dem Controller bis zu acht Geräte, die sich auf Knopfdruck anwählen und fernsteuern lassen. Autarke Features, wie der polyphone 8-Spur-Step-Sequencer, der Arpeggiator und Skalenklaviatur machen den Controller zum flexiblen Standalone-Gerät, das sich als Herzstück eines Studios einsetzen lässt. Wer mit Ableton, Logic oder Reason arbeitet kann seine DAW inklusive Onboard-Instruments und FX sehr tiefgreifend vom Controller aus regeln. Auf vorgefertigte Mappings von Dritthersteller Plugins à la Native Instruments oder Nektar muss man beim Novation SL MK3 jedoch leider verzichten.

  • Pro
  • Viele Features auch standalone-fähig
  • Polyphoner 16-Step Sequenzer
  • CV/Gate und Clock I/O
  • Light-Guides, Scales und Speicherplätze
  • Contra
  • wenig speziellere DAW-Scripte
  • hoher Einarbeitungsaufwand

Native Instruments Komplete Kontrol – Die Plugin-Allrounder

Allgemeines

Die Komplete-Kontrol-Serie von Native Instruments (S49 MK2, S61 MK2, S88 MK2, A25, A49, A61 und M32) – ist ein Verbundsystem bestehend aus Controller-Keyboards und der Softwareschnittstelle „Komplete Kontrol“, mit der sich Plug-ins organisieren und durch fertige Mappings steuern lassen. Die Software fungiert also als Plug-in-Wrapper, der fertige Mappings vieler kompatibler Instrumente und Effekte bereitstellt. Um dies zu ermöglichen hat Native Instruments das NKS-Format ins Leben gerufen, sodass Dritthersteller die Zuweisungen von Plug-in-Parametern und Hardware-Bedienelementen der Komplete-Keyboards selbst erstellen können.

Die Liste der NKS-kompatiblen Partner wird immer länger und auch eigene Mappings lassen sich übersichtlich erstellen. Die vorhandenen Mappings sind ebenso an die eigenen Bedürfnisse anpassbar. Neben virtuellen Instrumenten und Effekten lassen sich auch etliche Sample-Libraries für Native Instruments Kontakt so über den Controller komfortabel bedienen.

Die Komplete-Kontrol-Software gibt es als Stand-alone-Version und zudem als Plug-in für macOS im VST-, AU- und AAX-Format sowie für Windows als VST- und AAX-Version, damit die Klangerzeuger und Effekte direkt in der DAW eingespielt und ferngesteuert werden können. Die DAWs selbst, wie etwa Apple Logic, Steinberg Cubase und Ableton Live, sind ebenfalls über den Controller fernsteuerbar, um Transport, Mixer und Automationen zu bedienen. Auf den übersichtlichen Displays der S-Serie erhält man umfangreiche Rückmeldung über alle steuerbaren Parameter. Die Kombination aus Preset-Browser sowie die Fernsteuerung von DAWs, Effekten und Instrumenten macht dieses System zu einer Art Workstation, die es erlaubt, viele Aufgaben – besonders bei der Komposition – fokussiert an der Hardware durchzuführen. 

Darüber hinaus ist Komplete-Kontrol eine sinnvolle Ergänzung für Maschine-User. Neben den bereits genannten Features lässt sich die Maschine-Software nämlich noch umfangreicher bedienen als die DAWs: Beispielsweise sind Patterns und Szenen steuerbar, sodass das Arrangement am Controller durchführbar ist. Die Controller gibt es in den Varianten S49, S61 (halbgewichtet) und S88 (Hammer-Action-Klaviatur), sowie in der abgespeckten und deutlich günstigeren A- und M-Serie.

Spielhilfen

Die Komplete-Keyboards kommen allesamt mit Arpeggiator und SmartPlay (vorgegebenen Akkorden und Skalen) daher. Diese Features lassen sich nur in der Komplete-Kontrol-Software als Plug-in oder in der Stand-alone-Variante verwenden. Das ist für Produktionen „in the Box“ nicht weiter schlimm, da man ohnehin in diesem arbeitet, wodurch auch die vorgegebenen NKS-Mappings genutzt werden können.

Leider lassen sich Arpeggio und Smart Play nicht an den MIDI-Out leiten, um beispielsweise Hardware-Synths mit den Features zu spielen. Über jeder Taste der Klaviatur befinden sich LEDs, die kontextbezogene Informationen visualisieren. Dieses Feature hört auf den Namen „Light Guide“ und dient beispielsweise dazu, die Noten und Akkorde der vorgegebenen Tonleitern oder Keyswitches und Splittings darzustellen, was für eine gute Übersichtlichkeit auf der Klaviatur sorgt. 

Fazit - NI Komplete Kontrol A-, S- und M-Serie

Für beinah jedes Budget hält Native Instruments Controller-Keyboards bereit, die eine tiefgreifende Fernsteuerung von Plugins ermöglichen. Angefangen bei der preisgünstigen A-Series, die mit Mini-Display auskommen müssen, bis hin zur MK2-Serie, die es auch als 88-Tasten-Hammer-Klaviatur von Fatar gibt, hat man bei dem Berliner Hersteller freie Auswahl. Die Stärken der Keyboards liegen klar beim Fernsteuern von Software-Klangerzeugern, Kontakt-Librarys und Effekt-Plugins. Dank des Native Kontrol Standards (NKS) ist es Drittherstellern möglich Mappings für Ihre Plugins zu entwickeln, was dem Anwender den Luxus ermöglicht die Software ohne manuelle Zuweisungen mit dem Controller zu bedienen. Gleichzeitig lassen sich Klangerzeuger- und Effekt-Presets über einen Kategorie-Browser sehr komfortabel organisieren. Die Fernzahnung mit den DAWs hingegen ist eher rudimentär gehalten, um Songs zu komponieren und dabei fokussiert am Controller zu arbeiten, reicht es aber meist.

  • Pro
  • viele, fertige Plugin-Mappings dank NKS
  • Verzahnung mit NI-Software, insbesondere Kontakt
  • Light-Guides für Key-Switches, Splitts und Scales ( S-Series)
  • "Richtige" 88-Tasten Hammermechanik Fatar Klaviatur ( S88 MK2)
  • Contra
  • Rudimentäre DAW-Steuerung

Die besten Controller für eure DAW

In der folgenden Listen findet ihr Mini-Workshops zu allen passenden Controllern für die entsprechende DAWs. Den Anfang machen Cubase 10, Apple Logic Pro X und Ableton Live. Presonus Studio One, Bitwig, Reason, Reaper und mehr folgen bald!

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