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iZotope Neutron 3 Advanced Test

2019. In Las Vegas sind die ersten selbstfahrenden Taxis unterwegs, Kids rund um den Globus fahren auf Hover Boards und in der Musikproduktion mixen Plugins den Song automatisch. Klingt nach 90er-Jahre Science Fiction, ist aber Realität. Bereits mit der ersten Version von Neutron hat uns Hersteller iZotope ein Plugin geliefert, das beim Mixen unter die Arme greifen konnte, indem die Spuren im Mixdown analysiert und beinahe automatisch abgemischt wurden. 

Izotope_Neutron_3_Bild_01_Test


Damals war die Software allerdings weniger umfangreich, der Algorithmus rudimentärer und die Kanallautstärken musste man schon noch selbst einstellen. Das sieht heute schon ganz anders aus. Neutron 3 kommt nämlich mit einem zusätzlichen Tool namens Balance, das sich um die Lautstärkenverhältnisse kümmert. Neu dabei ist außerdem ein Sculptor-Modul, das mit Spectral Shaping dynamisch auf das Signal reagiert. Was sich damit anstellen lässt und was Neutron 3 sonst noch zu bieten hat, erfahrt ihr im folgenden Testbericht.

Details

Was ist Neutron?

Neutron ist ein Channelstrip-Plugin, das mit dynamischem 12-Band-Equalizer (inkl. Sidechain), zwei Multiband-Kompressoren, Exciter, Transient Shaper und Gate ausgestattet ist. Das Besondere an Neutron ist jedoch, dass das Plugin in der Lage ist, die Spuren in der DAW zu analysieren und individuelle Voreinstellungen für die internen Effekte sowie die Pegel der Tracks vorzunehmen. Mit der Advanced Version erhält man die Module darüber hinaus als Einzel-Plugins. Neutron gibt es in den drei Varianten Elements, Standard und Advanced, die unterschiedlich umfangreich ausgestattet sind. Auf der iZotope-Website findet ihr eine Tabelle zum Feature-Vergleich. Im Testbericht zur ersten Version von Neutron bin ich bereits näher auf die Mainfeatures eingegangen. Schauen wir uns im Folgenden die Neuheiten an.

Mix Assistant

In den ersten beiden Versionen hieß das Tool zur automatischen Effekt-Einstellung „Track Assistant“. In Neutron 3 wurde die Sektion nun in „Mix Assistant“ umbenannt und verfügt nunmehr über zwei Assistenten Track Enhance und Balance.

Ab sofort helfen zwei Assistenten beim Abmischen: Track Enhance justiert die Effekte und Balance stellt die Kanallautstärken ein.
Ab sofort helfen zwei Assistenten beim Abmischen: Track Enhance justiert die Effekte und Balance stellt die Kanallautstärken ein.

Track Enhance ist nach wie vor für die automatische Einstellung der internen Effekte zuständig. In Version 3 kann dieser jedoch weitaus mehr Signale unterscheiden und somit genauere Settings vornehmen. Anfangs erkannte der Algorithmus lediglich, ob es sich um Drums/Percussions, Vocals, Guitars/Instruments, Bässe oder „Clean“-Signale handelt. Mittlerweile kann Neutron viele Instrumente unterscheiden und somit differenzieren, ob er es bei der analysierten Spur beispielsweise mit einem Electric Piano, Acoustic Piano oder einem Synthesizer zutun hat.

Track Enhance ist intelligenter als zuvor und erkennt wesentlich mehr Instrument-Kategorien.
Track Enhance ist intelligenter als zuvor und erkennt wesentlich mehr Instrument-Kategorien.

Balance ist, wie der Name schon sagt, für die Balance der Pegel, also für die Lautstärkenverhältnisse des Mix verantwortlich. Dazu hat iZotope ein zusätzliches Plugin namens Relay ins Leben gerufen, das in jeden Kanal des Songs geladen wird und mit Neutron kommuniziert. Dadurch ist man mit nur einer Neutron-Instanz in der Lage, die Lautstärken aller Kanäle zu analysieren und automatisch einstellen zu lassen. Track Enhance und Balance sind nicht dazu gedacht, die perfekten Endmix-Settings abzuliefern. Vielmehr sind sie Helfer für einen schnellen Rough Mix, welcher als Startpunkt fürs eigene Mixing dient.

Balance stellt die Lautstärkenverhältnisse der Spuren automatisch ein.
Balance stellt die Lautstärkenverhältnisse der Spuren automatisch ein.

Sculptor

Sculptor ist ein Modul, das mittels Spectral Shaping den Spuren Klarheit und Glanz verleihen soll. Mit Neutron 1 veröffentlichte iZotope zeitgleich die kostenlose Version namens Neutrino, die  dynamische Bearbeitung mit wenigen Reglern ermöglicht. Sculptor ist eine Art Neutrino in erweiterter Form und nun als Modul in Neutron enthalten. Unter der Haube wird das Signal in bis zu 32 Frequenzbänder unterteilt, in denen jeweils eine Art Low-Ratio-Kompression arbeitet. Mittels Spectral Shaping kann Sculptor dynamisch auf den anliegenden Klang reagieren. Das Ganze ähnelt einem Multiband-Kompressor, allerdings ohne Crossover-Frequenzen und eben mit 32 Bändern. Das Modul verfügt über lediglich drei Regler, mit denen sich die Intensität, das Timbre sowie die Geschwindigkeit der Attack- und Release-Parameter justieren lassen, um das Ergebnis ein wenig anpassen zu können. Sculptor ist ausschließlich in Neutron Advanced enthalten.

Sculptor reagiert mittels Spectral Shaping auf den Klang. Mit nur drei Parametern lässt sich der Sound simpel, aber effektiv formen.
Sculptor reagiert mittels Spectral Shaping auf den Klang. Mit nur drei Parametern lässt sich der Sound simpel, aber effektiv formen.

Neues Interface und verbesserte Performance

iZotope hat die Bedienoberfläche moderner gestaltet. Sie wirkt ein wenig aufgeräumter und passt nun optisch zur Mix- und Master Suite Ozone 8 und dem speziell fürVocals entwickelten Channelstrip Plugin Nectar 3. Das Interface lässt sich fortan skalieren, um jeglichen Bildschirmauflösungen gerecht zu werden. Auch die Performance wurde deutlich überarbeitet. So ermöglicht Neutron 3 dreimal so schnelle Loadtimes, wodurch sich Sessions schneller öffnen lassen. Zudem benötigt eine Neutron-Instanz nur noch die Hälfte an Arbeitsspeicher und der CPU-Verbrauch ist um ein Drittel geringer.

Kommentieren
Profilbild von Klaus

Klaus sagt:

#1 - 11.06.2019 um 14:54 Uhr

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Schön zusammengefasst. Hab am Wochenende upgedated und kann die Performanceverbesserungen bestätigen. Schön ist die Skalierbarkeit der Oberfläche, für 4k Monitore sehr angenehm. Die Arbeitsweise mit dem EQ (Masking und dynamische Bänder über SideChain) hat sich etwas geändert, da man die Einstellung der Bänder nicht mehr in der Übersicht sieht. Dafür hat man mehr Pixel für die Positionen der Bänder.Mit dem Balance-VisualMixer Feature weiß ich nicht wirklich was anzufangen. Die Komplexität von Subgruppen und Effekt-Sends bei vielen Tracks kann ich damit nicht abbilden. Damit hat man vor dem eigentlichen Mix noch einen unsichtbaren Mix, was die Sache für mich nicht einfacher macht. Für einen schnellen Roughmix bei wenig Spuren mag es brauchbar sein, wie im Test bereits angemerkt. Aber wahrscheinlich betrachten wir hier auch nur einen Schritt auf dem Weg zum perfekten KI Mixer.

    Profilbild von Alexander Eberz

    Alexander Eberz sagt:

    #1.1 - 14.06.2019 um 12:56 Uhr

    Empfehlungen Icon 0

    Hallo Klaus, dem kann ich nur zustimmen. Die Bedienoberfläche wurde generell etwas aufgeräumt. Mir wäre es aber auch lieber, wenn man die Bänder auf den ersten Blick sieht. Vielleicht hat man es (zielgruppengerecht) übersichtlicher halten wollen, damit dem User weniger Parameter entgegenspringen. Gleiches gilt für Balance und den Visual Mixer. Für den Einstieg in die Mixing-Welt kann es eine gute Hilfe sein. Für diejenigen, die bereits den Mixer der DAW selbst bedienen und einigermaßen zurecht kommen, ist es aber wahrscheinlich sinnvoller sich weiter in die Materie einzuarbeiten. Sonst könnte es unübersichtlich werden – eben genau durch diesen, wie du sagst, "unsichtbaren" Mix.Beste Grüße und ein schönes Wochenende,
    Alex

Profilbild von Spankous

Spankous sagt:

#2 - 15.06.2019 um 10:15 Uhr

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Frage ist,, Wann kommt Ozone 9?

Kommentare vorhanden
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