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22.08.2019

Die besten akkubetriebenen Plattenspieler für Scratching und Portablism

Portablism entwickelt sich weiter. Auch wenn es ohne geht – wer etwas auf sich zählt, scratcht mit Vinyl auf tragbaren Plattenspielern. Damit die unterwegs ihren Dienst erfüllen, müssen sie batteriebetrieben sein. Bis vor kurzem gab es in dieser Hinsicht quasi nur ein wirklich in Frage kommendes Gerät, aber so langsam tut sich was. Hier stellen wir die aktuellen Plattenspieler vor, die sich dafür eignen inklusive Prototypen und einem nur noch gebraucht erhältlichen Klassiker.

Neuzugang: Reloop Spin

Spin sieht mit dem aufgeräumten Design in den Farben Grau und Schwarz sehr cool aus. Aber auch technisch hat der Turntable viele wichtige Features im Angebot. Spin spielt sowohl große Platten im 12-Zoll-Format als auch 7-Zoll-Singles in drei Geschwindigkeiten (33, 45 und 78 RPM). Ein Drehknopf justiert das Tempo, ein weiterer regelt den Klang.

Über Bluetooth wird Musik von Smartphones oder ähnlichen Quellen eingespeist. Neben dem Knopf für das Koppeln ist ein Lautstärkeregler für Bluetooth-Signale vorhanden. Das ist optimal für das Einspielen von Backing-Beats, über die ihr dann mit dem Plattenspieler scratchen könnt. 

Der gerade Tonarm mit der vorinstallierten Cartridge sorgt für stabiles Tracking, welches der mobilen Performance zu Gute kommen soll. Ein 45 mm langer Crossfader ist ebenfalls eingebaut und kann mit ein paar Handgriffen sogar in der Position geändert werden. Zwei Kopfhöreranschlüsse und ein Master-Out im Cinch-Format sind weitere Extras. Ein Lautsprecher ist natürlich integriert. Über den USB-Anschluss digitalisiert ihr Vinyl oder zeichnet eine Performance auf – direkt auf USB-Stick! Strom kommt entweder über ein handelsübliches USB-Adapter, Powerbanks oder Batterien.

Als Bonus ist eine Vinyl-Single mit Scratch-Sounds und die App „Super SPIN Duck“ im Paket enthalten. Aktueller Preis: knapp 230 Euro. Hier ist unser Test.

Platzhirsch: Numark PT01 Scratch

Der Numark PT01 Scratch war bis zum Erscheinen des Reloop Spin der einzige wirklich in Frage kommende Turntable für Portablists. Er ist klein, leicht und batteriebetrieben, funktioniert aber auch mit Netzteil, falls gerade eine Steckdose in der Nähe ist. Außerdem wird er von einer schönen Kunststoffbox verpackt und geschützt, ein Tragegriff wurde ebenfalls nicht vergessen.  

Weiterhin hat er jede Menge Ausgänge, auch USB ist mit an Bord. Neben Singles kommt er ebenfalls mit großen LPs zurecht und kann nicht nur auf 33 und 45, sondern auch 78 RPM spielen. Obendrein ist ein „Scratch-Switch“ eingebaut, mit dem man ohne zusätzlichen Fader bereits schnelle Cuts abliefern kann. Für Scratching liefert der Numark eine gute Spurtreue und ein zufriedenstellendes Drehmoment. Mit einem gegenwärtigen Straßenpreis von knapp 130 Euro ist er preislich sehr verlockend.  

Kommender Mitbewerber: Headachesound OMNI

Noch ist OMNI nicht am Markt erhältlich, aktuell kann der Plattenspieler bei dem Hersteller aus Hong Kong lediglich vorbestellt werden. OMNI hat als (erfolglose) Kickstarter-Kampagne angefangen, die Verantwortlichen wollten das Gerät aber trotzdem zu einer Erfolgsgeschichte machen. Die Features klingen vielversprechend:

OMNI soll nicht nur Turntablists ansprechen, sondern auch Musikhörer. Für Performance gibt es hier aber trotzdem einige raffinierte Ideen, zum Beispiel den gleich zweimal vorhandenen Crossfader. Verschiedene Ausgänge und ein Aux-Eingang inklusive Bluetooth sind hier weitere Features. Der gerade Tonarm und das Headshell dürfen den eigenen Vorlieben entsprechend konfiguriert werden. In unserem Artikel haben wir die wichtigsten Details im Überblick.

Im September soll der OMNI für 230 US-Dollar erhältlich sein – ob der sich gegen die Plattenspieler von Reloop und Numark behaupten kann?

Wunschtraum: 7PS

Lauris Honore ist nicht nur Designer, sondern auch DJ und Fan des Portablism. Seit 2015 arbeitet der Mann an der Fertigstellung des sehr ehrgeizigen Plattenspielers 7PS. Dieser ist batteriebetrieben, hat einen magnetischen Tonarm, bietet eine flexible Positionierung des Crossfaders und hat einen Plattenteller, der sich auf Rollen befindet. Dazu kommt die DVS-Tauglichkeit. Bis jetzt jedoch leider nur auf dem Papier beziehungsweise als Prototyp.

In unserem Artikel wir die Features im Detail durch und beschäftigen uns mit der Frage, ob der 7PS überhaupt eine Chance hat, jemals real zu werden. Ganz besonders, nachdem mit Reloop Spin ein weiterer Kontrahent auf dem Markt erhältlich ist. Die von dem Designer ins Leben gerufene Kampagne sammelt jedenfalls nach wie vor Geld. Idealisten werfen mal einen Blick darauf.

Der Vintage-Klassiker: Vestax Handy Trax

Wenn man sich Videos von diversen Portablists-Sessions anguckt, sieht man immer wieder diesen hübschen weißen Kunststoffplattenspieler von Vestax. Der Handy Trax ist vielleicht der erste tragbare Turntable, der von Scratch-Akrobaten für tauglich befunden wurde und im Allgemeinen von DJs jeglicher Couleur geschätzt wird. Mit seiner langen Batterielaufzeit und Kopfhöreranschluss ist er auch weltweit ein toller Begleiter für Crate-Digger.

Dank USB-Anschluss lassen sich Schallplatten schnell digitalisieren und optisch ist er ein Prachtstück. Circa 100.000 wurden verkauft – bis die Produktion im Jahr 2014 eingestellt wurde. Seitdem ist der Vestax nur noch gebraucht zu bekommen, was aber gar nicht so einfach ist und oft vergleichsweise viel Geld kostet, häufig ein Mehrfaches des ursprünglichen Preises.

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