Bass Gitarre Hersteller_Darkglass
Test
7
06.01.2021

Praxis

Sobald man das Darkglass ADAM mit Strom versorgt, signalisiert das Pedal seine Funktionsbereitschaft mit einer wirklich bemerkenswerten Lightshow! Leuchtkränze um jeden der fünf Regler zeigen die jeweilige Einstellung, die Slider für den EQ basieren sowieso auf LED-Ketten, und selbst die Rotationstaster sind mit jeweils fünf Mini-LED-Lämpchen ausgestattet, damit die Einstellungen jederzeit ablesbar sind. Auf dunkleren Bühnen ist die Beleuchtung schon ziemlich auffällig, die Helligkeit lässt sich aber, wie oben bereits erwähnt, über die Software deutlich dimmen.

Die Optik des neuen Pedals ist also schon mal imposant, viel wichtiger sind aber natürlich die zahlreichen Features, die unter der Haube des grünen Pedals stecken. Für die im Test folgenden Audiobeispiele habe das ADAM als Audio-Interface verwendet und die Sounds direkt mit Logic Pro X aufgenommen.

Das Setup mit meinem Mac ging ohne zusätzliche Treiberinstallation (für Windows-User stehen Treiber auf der Darkglass-Webseite zum Download zur Verfügung) absolut ohne Komplikationen vonstatten: Nach der Verbindung des Pedals mit meinem Rechner konnte ich in Logic die Ein- und Ausgänge des ADAM sofort auswählen und war bereit für das Recording - so muss das sein!

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Klasse finde ich, dass man das cleane Basssignal (Input 2) gleichzeitig mit dem bearbeiteten ADAM-Sound (Input 1) aufnehmen kann, sodass man für spätere Mixes mehr Optionen zur Verfügung hat. Über die Inputs 3+4 lässt sich sogar noch das Stereo-Signal des Aux-In-Anschlusses mitschneiden.

Und auch beim Routing der Ausgänge zeigt sich das ADAM flexibel: Output 1+2 sind für den Kopfhörerausgang reserviert, mit Output 3+4 leitet man das Signal zu den beiden Klinkenausgängen, und mit Output 5/6 auf den XLR/DI Out des ADAM.

So viel zur Audio-Interface-Funktion - mein Setup steht also und wir hören uns direkt an, was das Signature-Pedal von Herrn Getgood klanglich zu bieten hat! Dass Darkglass-Produkte gut verzerren können, weiß jeder, deshalb werde ich direkt zu Anfang die Cleansound-Fähigkeiten des ADAM ergründen.

Wenn man für unverzerrte Sounds komplett auf den Clean-Kanal blendet, erntet man einen ziemlich fetten Klang. "Neutral" ist schon anders, denn in der Signalkette befindet sich eine "eingebackene" Multikompressor-Einstellung, die man nicht abschalten kann. Die Lösung liegt aber in greifbarer Nähe: Blendet man den Distortion-Kanal mit abgeschalteter Verzerrung zum Clean-Signal hinzu, so wird der Sound sogleich deutlich ausgewogener und lässt sich mit dem hervorragendem Onboard-Equalizer wesentlich effektiver bearbeiten.

Im ersten Beispiel hört ihr einen moderat komprimierten Slapsound mit der typischen Smiley-EQ-Einstellung. Die Cabsim war bei der Aufnahme ausgeschaltet.

Weiter geht es mit einem tollen Preci-Sound, für den ich die Vintage-Boxensimulation von Nolly Getgood verwendet habe. Der Kompressor arbeitet mit einer Ratio von 4:1, und mit dem Equalizer habe ich Mitten leicht angehoben und das Low-End etwas reduziert.

Ich war doch etwas überrascht, wie leicht man völlig unterschiedliche, aber stets erstklassige Clean-Sounds mit dem ADAM realisieren kann und kann mir durchaus vorstellen, das sich das Pedal für den ein oder anderen Bassisten alleine deshalb schon lohnt! Doch die Kernkompetenz des schicken Treters liegt natürlich bei den Overdrive-Sounds - wir starten direkt mit dem ersten Preset von Adam "Nolly" Getgood:

Wie zu erwarten steht der Fokus beim ADAM ganz klar auf den modernen, transparenten Distortion-Sounds. Mit dem zweiten Rotationstaster stehen insgesamt fünf Distortion-Varianten zur Verfügung, die Unterschiede zwischen den ersten drei Modi sind allerdings nicht allzu gravierend und die beiden fuzzartigen Sounds auf Position 4 und 5 gleichen sich wiederum auch ziemlich. Unterschiede im Charakter lassen sich vor allem durch den Einsatz des 6-Band-Equalizers erzielen. Negativ sehe ich diese Tatsache nicht, denn das blitzschnelle Abrufen von verschiedenen Distortion-Färbungen erleichtert durchaus die Bedienung.

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Die Crossover-Frequenz der beiden Kanäle lässt sich nicht verändern, wie es zum Beispiel beim Microtubes X der Fall ist - ich hatte im Test zugegebenermaßen allerdings auch zu keiner Zeit das Verlangen danach! Der Punkt wurde von Darkglass wohl mit Bedacht ausgewählt - das Low-End klingt immer absolut massiv und der Distortion-Kanal liefert ultra transparente Sounds, die für die Durchsetzungskraft im Mix sorgen.

Das Preset hinter Taster B klingt in den Mitten etwas ausgedünnter, der Kompressor arbeitet hier eine Spur moderater (Ratio 4:1). Als Boxensimulation kommt - wie schon beim ersten Preset - Getgoods "Spezialmischung" von verschiedenen Boxen zum Einsatz:

Einige Leser werden sich sicherlich fragen, ob mit dem ADAM auch Low-Gain-Sounds möglich sind. Um es kurz zu machen: Nein, nicht wirklich! Selbst mit komplett zugedrehtem Drive-Regler und dezent beigemischten Distortion-Kanal liefert das ADAM immer noch relativ stark verzerrte Sounds, wie ihr im nächsten Beispiel hören könnt:

Mit Preset 3 führt uns das ADAM eher in die experimentelle Richtung und liefert einen extrem wilden Fuzz-Sound mit synthartigem Timbre. Ihr hört hier nur den Distortion-Kanal, der mit einer moderaten Kompression und einer gescoopt klingenden Boxensimulation belegt ist:

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