Gitarre
Test
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19.02.2013

Cioks Pussy Power Test

Multi-Stromversorgung für Effektboards

Elektrifizierend?

Cioks Pussy Power im bonedo-Test - Die Geräte des dänischen Herstellers Cioks sind seit über 20 Jahren zuverlässige Partner, wenn es darum geht, die Stromzufuhr für die auf dem Pedalboard versammelten Effektgeräte sicherzustellen. Je nach Einsatzzweck und Bedarf steht ein großes Angebot an unterschiedlichen Netzteilen und Zubehör zur Auswahl, allesamt hochwertig und für den professionellen Einsatz im Pedalboard des tourenden Gitarristen gemacht. Während die meisten dieser Aggregate mit einer eher dezenten schwarzen Optik aufwarten, fällt unser heutiger Testkandidat in mehrfacher Hinsicht aus dem gewohnten Rahmen.

Dass vor allem dänische Hersteller besonders kreativ in der Namensgebung ihrer Produkte sind, dürfte sich inzwischen in der Szene herumgesprochen haben. Deshalb ist es auch kaum verwunderlich, dass ein Gerät mit dem Namen Pussy Power nicht nur so heißt, wie es heißt, sondern auch versucht, optisch seinem Namen gerecht zu werden. Ob es nun unbedingt notwendig ist, dass auf einem rosafarbenen Gehäuse das Ganze auch noch grafisch eindeutig umgesetzt ist, sei dahingestellt und dem Geschmack und der Einschätzung jedes Einzelnen überlassen. Auch dass unser Test zufällig genau in eine Zeit fällt, in der in Deutschland eine intensive Sexismus-Debatte geführt wird, soll uns nicht weiter interessieren. In unserem Test geht es weder um Geschmacksfragen noch um Peinlichkeiten, und schon garnicht um Moral - alles Begriffe, über die der Käufer ganz alleine entscheiden muss. Uns interessiert einzig und allein, was das Gerät kann und ob es seinen Job zuverlässig und zur Zufriedenheit erledigt.

Tipp: Weitere Tests findet ihr in unserem Testmarathon Multi-Output-Netzteile.

Details

Gehäuse/Optik

Das Netzteil kommt in einem stabilen Stahlblechgehäuse mit zehn Anschlüssen in Cinch-Ausführung zur Speisung von Effektpedalen. Einen massiven Kasten haben wir hier vor uns, und das betrifft nicht nur die Stabilität, sondern auch das Gewicht. Mit seinen 1,1 Kilo trägt das 158 x 98 x 35 mm (BxTxH) große Aggregat ganz erheblich zur Gewichtszunahme des Pedalboards bei. Aber das lässt sich wohl nicht vermeiden, wenn ein Ringkerntrafo im Inneren arbeitet und die zehn Ausgänge jeder für sich stabilisiert und gefiltert, gegen Kurzschluss gesichert und zudem in acht voneinander getrennte, eigenständige Spannungsquellen aufgeteilt sind.

Die Oberseite ist mit verschiedenen LEDs bestückt und mit den vier gesteckten Gummifüßen hat das Gerät rutschfesten Halt auf glatten Oberflächen. Will man das Teil auf das Pedalboard schrauben, sind die Füße schnell entfernt. In diesem Fall wird die mitgelieferte Bodenplatte auf dem Board und der Pussy Power darauf befestigt. Die Buchse für die Netzstrom-Versorgung ist auf der Rückseite in einer Nische eingelassen, die auch Platz für den Stecker des Netzkabels bietet (siehe Foto). So steht nichts über, der hart umkämpfte Platz auf dem Pedalboard wird nicht weiter belastet und eine Zugentlastung ergibt sich automatisch. In dieser Nische findet sich neben dem Umschalter für die Netzspannung auch ein Feld mit einer Dip-Schalter-Reihe, deren Funktion wir weiter unten näher betrachten. Bei angeschlossenem Netzkabel sind die Schalter zwar nicht gut erreichbar, aber in der Regel wird die einmal gewählte Einstellung auch beibehalten, solange keine angeschlossenen Geräte gegen solche mit anderen Spannungs- oder Verbrauchswerten ausgetauscht werden.

Anschlüsse/Bedienung

Wie erwähnt, besitzt unser Kraftwerk zehn Anschlüsse, aufgeteilt in acht getrennte Spannungsquellen. Zum einen sind das die Anschlüsse 1 bis 4 mit jeweils 100 mA und 5 und 6 mit je 200 mA, während die Ausgänge 7/8 und 9/10 gemeinsam laufen und im Doppelpack jeweils 400 mA liefern. Insgesamt kommen so 1600 mA zusammen, die ausreichen, auch aufwendige Pedalboards zu versorgen.

Von den sechs kleinen Dip-Schaltern sind vier belegt, und mit dem ersten wird der Modus der "Clit-LED" (die wird vom Hersteller so genannt) zwischen pulsing (blinkend) und permanent leuchtend eingestellt. Der Pulsing-Mode hat den Vorteil, dass über die LED die interne Temperatur angezeigt wird. Erwärmt sich das Netzteil stärker, blinkt die LED in höherer Frequenz. Mit drei weiteren Schaltern lässt sich die Spannung der Ausgänge 5 und 6 von 9 auf 12 Volt und Ausgang 10 von 12 auf 15 Volt umschalten.

In der folgenden Tabelle bekommt ihr eine genaue Übersicht der verschiedenen Möglichkeiten.

Normal Alternativ
1 9V - 100 mA
2 9V - 100 mA
3 9V - 100 mA
4 9V - 100 mA
5 9V - 200 mA 12V - 200mA
6 9V - 200 mA 12V - 200mA
7 9V - 400 mA (7&8 zusammen)
8 12V - 400 mA (7&8 zusammen)
9 9V - 400 mA (9&10 zusammen)
10 9V - 400 mA (9&10 zusammen) 15V - 400mA

Jedem Ausgang ist eine Status-LED zugeordnet, und hat man die Anschlüsse 5, 6 und 10 auf eine höhere Spannung eingestellt, wird dies durch helleres Leuchten der jeweiligen LED angezeigt. Die Ausstattung mit variabler Spannung und Stromstärke ermöglicht es, dass auch Besitzer von "Stromfresser-Pedalen" kein zusätzliches Netzteil am Pedalboard benötigen. So können Radial Tonebone-Pedale mit dem 15V-Anschluss versorgt werden, für Eventide Factor oder TC Nova Geräte stehen die leistungsstarken 400mA-Ausgänge zur Verfügung. Boss Twin Pedale erhalten an den 200 mA Anschlüssen ausreichend Power und für energiesparende Zerrer beispielsweise ist ausreichend Platz an den vier 100 mA-Ausgängen.

Die Kabelausstattung ist ebenfalls richtig üppig, folgende Kabel sind im Lieferumfang enthalten:

8x Cinch - DC (5,5/2,1 mm) (schwarz) mit Center Negative

1x Cinch - DC (5,5/2,1 mm) (rot) mit Center Positive

2x Cinch - DC (5,5/2,5 mm) (grün) mit Center Positive - für Line 6 Pedale

1x Cinch - 3,5 mm Klinke (schwarz) 1x Cinch - Batterieclip (schwarz)

1x Cinch - zwei DC (5,5/2,5 mm) - für zwei Pedale an einem Ausgang

1x Cinch male (zweifach) - DC (5,5/2,1 mm) - zum Verbinden von zwei Ausgängen zum Erreichen von 18 oder 24 V Spannung

1x Cinch male (zweifach) - Cinch Female - zum Verbinden von zwei Ausgängen zum Erreichen von 18 oder 24 V Spannung. An den Female-Ausgang kann zum Beispiel ein Kabel mit Miniklinke gesteckt werden, falls das Pedal einen Miniklinken-Stromanschluss hat.

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