5 Gitarristen, die das Gitarrenspiel verändert haben

Das letzte Jahrhundert brachte durch die Entwicklung der E-Gitarre und diverser Aufnahme- und damit Verbreitungsmöglichkeiten eine große Zahl an Gitarristen hervor, die auch die Wahrnehmung dieses Instrumentes in der Öffentlichkeit und seine Beliebtheit stark beeinflussten. Häufig gingen technische Entwicklungen mit spielerischen Neuerungen Hand in Hand und nahezu alle paar Jahre betraten andere Global Guitar-Player das Spielfeld.

(Bild: © Warner Music, Sony Music, Universal)
(Bild: © Warner Music, Sony Music, Universal)

Heute wollen wir uns jedoch der Auswahl einiger Saitenhelden widmen, die das Gitarrenspiel nachhaltig veränderten und durch ihr Erscheinen größere Gefolgschaften nach sich zogen, als alle anderen. Natürlich kann eine solche Liste nie vollständig sein und der eine oder andere wird manche Stil-Ikone vermissen, dennoch denke ich, stehen die folgenden fünf Namen repräsentativ für ihre Epoche und haben dem Instrument einen gehörigen Schub verpasst.

Inhalte
  1. Robert Johnson (1911 – 1938)
  2. Charlie Christian (1916 – 1942)
  3. Chuck Berry (1926 – 2017)
  4. Jimi Hendrix (1942-1970)
  5. Eddie Van Halen (1955-2020)

1. Robert Johnson (1911 – 1938)

Johnson war möglicherweise der bekannteste Bluesgitarristen seiner Zeit, was sicherlich auch dem Umstand geschuldet war, dass er zu den ersten Gitarristen zählte, die auf Tonträger gebannt werden konnten. Bereits zu seinen Lebzeiten war Johnsons Einfluss immens und das sowohl als Spieler als auch als Komponist, denn viele Stücke wurden von Bands wie den Rolling Stones, Led Zeppelin oder Cream gecovert, denkt man beispielsweise an “Love in Vain” oder “Crossroad Blues”, und entwickelten sich damit zu Blues-Standards. Sein ominöser früher Tod – er wurde wohl von einem eifersüchtigen Ehemann vergiftet – trug noch ergänzend zur Legendenbildung bei und verhalf ihm zu dem Ruf, seine Seele dem Teufel verkauft zu haben, ein Motiv, das später auch im Film “Crossroads” aufgenommen wurde.

2. Charlie Christian (1916 – 1942)

Der Jazzgitarrist Christian darf mit Fug und Recht zu den Pionieren der E-Gitarre gezählt werden, da er zu den ersten zählte, die ihr Instrument, eine Gibson ES 150, mit einem Singlecoil-Tonabnehmer ausstatteten und damit die Gitarre aus dem “Four-to-the-bar”- Rhythmusinstrumenten-Status zu einem solistischen Instrument des Big-Band-Jazz emporhoben. Ab diesem Zeitpunkt war das solistische Feld, das anfänglich von Bläsern und Pianisten dominiert wurde, für die Gitarrenszene geebnet und nahezu jeder Gitarrist der folgenden Generationen berief sich auf Charlie Christian als Haupteinfluss.Die Tatsache, dass er im Orchester von Benny Goodman spielen durfte, gab ihm und der Popularität seines Instrumentes noch einen zusätzlichen Schub, zumal es damals durchaus nicht üblich war, das schwarze Musiker in den weißen Orchestern spielen durften.

3. Chuck Berry (1926 – 2017)

(Bild: © chuckberry.com)
(Bild: © chuckberry.com)

So allmählich kommen wir in den Bereich, wo der Blues und Jazz seine musikalische Vorherrschaft in der breiten Öffentlichkeit an die Rock- und später Popmusik abtreten musste. Hier ist sicherlich Chuck Berry mit seinem Hit “Johnny B. Goode” zu nennen, der die Gitarre sowohl als Rhythmus- als auch als improvisierendes Soloinstrument in die breite Wahrnehmung des Nicht-Jazzpublikums brachte. Die Kompositionen basierten zwar meistens auf dem Blues oder waren zumindest in ihren Anleihen deutlich darauf zurückzuführen, schufen jedoch mit der aggressiveren Spielweise und der oft auch binären Rhythmik einen ganz neuen Sound. Berry wusste auch solistisch geschickt, Pentatoniken, Bluesscales und diverse Skalenmixturen daraus, sowie Stringbendings und Repeating-Pattern elegant zu verknüpfen – Stilelemente, die für uns heute selbstverständlich sind, damals jedoch ein Novum darstellten. Viele Rockgitarristen wurden bis in die 70er nachhaltig von Chuck Berry beeinflusst, und was wären Bands wie AC/DC ohne Berrys Duckwalk?

4. Jimi Hendrix (1942-1970)

(Bild: © Robby Günther)
(Bild: © Robby Günther)

An dieser Stelle fällt es mir immer ganz besonders schwer, Eric Clapton als sehr bedeutenden Gitarristen der 60er Jahre überspringen zu müssen, der eigentlich noch vor Hendrix auf der Bildfläche auftrat, ebenfalls sehr einflussreich war, aber dennoch hinter Jimis Präsenz und Einflussreichtum etwas zurückstehen muss, denn Hendrix war in vielerlei Hinsicht eine Urgewalt. Als Jimi 1966 mit seinen ersten Single-Auskoppelungen auf der Bildfläche erschien und seine ersten spektakulären Liveshows wie z.B. auf dem Monterey Pop Festival zum Besten gab, wusste die Szene, dass hier gerade etwas Revolutionäres stattfindet. Zum einen war Hendrix’ Einfluss hinsichtlich der Showelemente bahnbrechend, beginnend mit brennenden Gitarren, Spielen hinter dem Rücken oder mit den Zähnen, sowie dem kompletten Sexappeal und der Extraganz, die seine Bewegungen und sein Spiel ausstrahlten. Zum anderen kann man seinen Einfluss aber auch an musikwissenschaftlich ganz handfesten Dingen festmachen wie z.B. der Erweiterung des tonalen Raums durch den Einsatz von chromatischen Elementen, orchestralen Akkordfills mit denen er sich selbst begleitete, Bending-Gimmicks, dem Einsatz von Effekten wie Wah-Wah-Pedal, Fuzzface, Univibe, Octavern, Amp-Feedbacks und vielem mehr.

5. Eddie Van Halen (1955-2020)

(Bild: © Warner Music, Kevin Westenberg)
(Bild: © Warner Music, Kevin Westenberg)

Nach Hendrix gaben sich einige Guitar-Heroes die Klinke in die Hand, die meist gepaart mit revolutionären Bands große Erfolge feiern konnten, denke man an Led Zeppelin, Deep Purple, Santana, etc. Ein Gitarrist erschien jedoch rund acht Jahre nach Hendrix’ Tod auf der Bildfläche, der einen so großen Einfluss auf die Gitarrenszene hatte, wie nur Jimi vor ihm. Die Rede ist von Eddie Van Halen.
Auch wenn Van Halen primär durch sein “Trademark”, dem Two Hand Tapping, populär wurde, so gab es doch auch bei ihm noch einiges auf der Palette, was man bis zum damaligen Zeitpunkt noch nie gehört hatte. Bei Van Halen waren revolutionäre Spielweisen ebenfalls nicht von technischen Neuerungen zu trennen, die er selbst mit auf den Weg brachte. Zum einen kreierte er den Gitarrentypus “Moderne Strat”, indem er Gibson PAF-Humbucker in Stratocaster-Modelle einsetzte. Er wirkte maßgeblich bei der Entwicklung und Verbreitung des Floyd-Rose-Tremolos mit und experimentierte mit unterschiedlichen Spannungen, um seinen Marshallamps mehr Gain zu entlocken und seinen “Brown Sound” zu gewinnen. Spieltechnisch setzte Van Halen durch die oben erwähnte Tappingtechnik neue Maßstäbe, aber auch sein Rhythm-Playing, diverse Tricks mit dem Tremolohebel, der Einsatz von Harmonics und natürlich sein frecher Spielwitz gepaart mit hoher Virtuosität und unbändiger Live-Energie zeichneten ihn als einen der bedeutendsten Gitarristen seiner Zeit aus.

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(Bild: © Warner Music, Sony Music, Universal)

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Profilbild von Benjamin Schaub

Benjamin Schaub sagt:

#1 - 21.08.2020 um 10:32 Uhr

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