Test: Peavey Rock Master Preamp-Pedal – Der Rack-Röhren-Preamp im Pedalformat

Mit dem Peavey Rock Master Preamp-Pedal findet erneut ein Klassiker im kompakten Pedalformat zurück ins Programm. Vorbild ist der Rock Master, ein dreikanaliger Röhren-Preamp im 19″-Rackformat, der unter anderem von Andy Timmons während seiner Danger Danger-Zeit und von Dallas Toler-Wade (Nile) genutzt wurde. Besonders bekannt wurde die ursprüngliche Version durch ihren „Ultra“-Kanal, der bereits damals neue Maßstäbe im High-Gain-Bereich setzte und als Inspiration für zahlreiche Peavey Metal-Amps diente.

Unser Fazit:
4,5 / 5
Pro
  • eigenständiger Klangcharakter
  • überzeugende Mid- bis High-Gain-Zerrsounds
  • sehr effektiver EQ und Mid-Shift-Button
  • arbeitet hervorragend als Preamp vor einer Endstufe
Contra
  • (keins)

Peavey Rock Master Preamp-Pedal – Das Wichtigste in Kürze

  • Was ist das Peavey Rock Master Preamp-Pedal? Das Rock Master Preamp-Pedal basiert auf dem gleichnamigen dreikanaligen 19″-Rack-Röhrenpreamp, der zu Beginn der 1990er-Jahre das Licht der Welt erblickte.
  • Was macht das Pedal besonders? Wie das Vorbild besitzt auch das Pedal eine präzise und wirkungsvolle Klangregelung für eine breite Soundpalette und eignet sich für den Einsatz vor dem Amp oder direkt vor einer Endstufe.
  • Welche Regel- und Schaltmöglichkeiten bietet das Rock Master Preamp-Pedal? Neben einem Pre- und einem Post-Gain-Regler stehen Bottom, Body und Edge für die Parameter eines Dreiband-EQs. Ein Taster aktiviert einen Mid-Shift und ein Fußschalter eine Gain-Boost-Funktion, der zweite einen Hard-Bypass.
  • Für wen eignet sich der Rock Master Preamp besonders? Das Pedal liefert reichlich Gain und empfiehlt sich für alle Genres von Classic-Rock bis Metal.
  • Was sagt der Test? Wie das Original orientiert sich das Pedal an Hot-Rodded-Marshall-Sounds und erweist sich trotz massivem Gain als dynamischer und extrem vielseitiger Preamp. Im direkten Vergleich mit dem Original zeigt sich das Peavey Rock Master Preamp-Pedal beeindruckend authentisch.

Gehäuse und Bedienung des Peavey Rock Master Preamp-Pedals

Das Peavey Rock Master Preamp-Pedal steckt in einem robusten schwarzen Metallgehäuse mit den Maßen 122 × 93 × 60 mm (L × B × H). Alle Regler versammeln sich auf der Oberseite: Pre-Gain bestimmt die Eingangslautstärke und damit den Grad der Vorstufenverzerrung, während Post-Gain als Master-Volume die Gesamtlautstärke regelt. In der Dreiband-Klangregelung finden sich die Parameter Bottom (Bässe), Body (Mitten) und Edge (Höhen). Ein zusätzlicher Shift-Regler erlaubt es, das Mittenband zu verschieben. Hinter den Potis sitzt ein Fußschalter, der das Pedal aktiviert oder in den Hard-Bypass schaltet. Ein zweiter bietet einen Gain-Boost für mehr Zerre beim Solo. Diese beiden Funktionen gab es übrigens schon beim legendären 19″-Rock-Master aus den frühen 90ern – damals allerdings als Push/Pull-Poti. An der Stirnseite finden sich der 6,3-mm-Klinken-Ein- und -Ausgang sowie der Anschluss für ein optionales 9-V-Netzteil. Alternativ lässt sich das Pedal auch mit Batterie betreiben. Angaben zum Stromverbrauch macht Peavey jedoch nicht. 

Fotostrecke: 4 Bilder Das Peavey Rock Master Preamp-Pedal steckt in einem robusten schwarzen Metallgehäuse.

So werden die Klangbeispiele des Peavey Rock Master Preamp-Pedals in der Praxis aufgezeichnet

Für die Soundfiles setze ich das Pedal direkt vor ein 73er Fender Bassman-Top und gehe von dort in die Faltung eines 4×12″ Celestion PreRola Greenbacks. Zur Überprüfung der Preamp-Arbeitsweise verbinde ich den Rock Master direkt mit dem Return meines Peavey 5150. Die Gitarren werden jeweils angegeben.

So klingt das Peavey Rock Master Preamp-Pedal

Im mittleren Regler-Setting liefert der Rock Master ein druckvolles Rockbrett mit sattem Punch und kräftigem Low-End. Klanglich orientiert sich das Pedal deutlich an klassischen Hot-Rodded-Marshall-Sounds mit reichlich Gain, straffem Bassfundament und ordentlich Biss. Die Klangregelung arbeitet dabei überraschend effektiv und präziser, als man es von vielen Zerrpedalen oder Amp-Tonestacks gewohnt ist. Wie schon beim Bandit-Pedal zeigt sich auch hier eine beeindruckende Flexibilität, wobei sich der Grundcharakter weitreichend formen lässt. Besonders der Mid-Shift-Schalter, der mit dem Body-Regler interagiert, erlaubt eine drastische Veränderung des Mittenfrequenzspektrums. Höhere Body-Werte betonen den typisch britischen Ton, während die gedrückte Schalterposition in Kombination mit zurückgenommenem Body-Regler moderne, gescoopte Metalsounds hervorbringt.

Für bluesige Low-Gain-Klänge wäre der Rock Master zwar nicht die erste Wahl, doch auch Classic-Rock-Töne setzt er mit beeindruckender Überzeugungskraft um. Trotz seiner auf „Ultra“ getrimmten Zerrstruktur bleibt das Pedal bemerkenswert dynamisch und Anschlagstärke und Spielnuancen werden sehr direkt umgesetzt. Der per Fuß aktivierbare Gain-Boost ist zudem ein willkommenes Extra für singende Leads, auch wenn er den Zerrgrad nur moderat anhebt.

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Mid Setting – Pedal Off/On – Les Paul Low Gain – Stratocaster Mid Gain – Les Paul High Gain – Mid Boost – Les Paul High Gain – Mid Scoop – Les Paul Gain Boost Check – Les Paul Mid Shift Check – Les Paul Dynapick – Les Paul

Auch direkt in eine Endstufe überzeugt das Peavey Rock Master Preamp-Pedal

Auch als reiner Preamp erledigt der Rock Master einen fantastischen Job. Je nach Wahl der Endstufe wird man möglicherweise am Bottom- und Edge-Regler etwas nachjustieren müssen, aber dank der effektiven Potiauslegung sind Anpassungen im Handumdrehen erledigt.

Audio Samples
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In Amp Return – Les Paul

Der Vergleich zum 19” Rock Master

Natürlich wollte ich auch wissen, wie sich das Pedal im Vergleich zur Originalvorlage schlägt. Dafür habe ich beide Geräte erneut in meine 5150-Endstufe gespielt. Fairerweise sei erwähnt: Die Rack-Version ist mit vier 12AX7-Röhren bestückt, während das Pedal auf Transistoren setzt. Peavey nutzt hierfür jedoch seine bewährte TransTube-Technologie, die das Röhrenverhalten emuliert. Klangliche Unterschiede sind minimalst hörbar, aber ein „besser“ oder „schlechter“ lässt sich für mich nicht wirklich ausmachen. Die Rack-Variante wirkt etwas wärmer und balancierter, während das Pedal im Hochmittenbereich ein Hauch präsenter ist. Dennoch liegen beide Einheiten extrem nah beieinander, und die DNA des Rackformats wurde sehr gut eingefangen.

Audio Samples
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Original Rock Master 19” Rock Master Pedal

Fazit

Das Peavey Rock Master Preamp-Pedal ist eine gelungene, authentische Neuinterpretation des legendären Rock Master Rack-Preamps und überzeugt mit sattem Punch, straffem Low-End und beeindruckender Klangvielfalt. Seine Zerrstruktur liefert reichlich Gain, präsente Höhen und ein kraftvolles Fundament, das von klassischen Hot-Rodded-Marshall-Sounds bis hin zu modernen Metal-Tönen reicht. Besonders hervorzuheben ist die präzise und äußerst effektive Klangregelung, bei der vor allem die Kombination aus Mid-Shift-Schalter und Body-Regler eine breite Palette an Soundvarianten ermöglicht. Das Pedal punktet sicherlich nicht im Low-Gain-Segment, aber trotz der auf „Ultra“ ausgelegten Verzerrung reagiert der Rock Master sensibel auf Anschlag und Dynamik. Auch als Preamp direkt vor einer Endstufe liefert der Rock Master hervorragende Ergebnisse. Insgesamt präsentiert sich das Pedal als sehr vielseitiger Verzerrer für alles zwischen Classic Rock und Metal.

Artikelbild
Rock Master Preamp Pedal
Für 199,00€ bei
  • Hersteller: Peavey
  • Name: Rock Master Preamp Pedal
  • Typ: Preamp/Distortion
  • Herstellungsland: Taiwan
  • Regler: Pre-Gain-, Post-Gain-, Bottom-, Body- und Edge-Regler
  • Schalter: On/Off und Gain-Boost (Fußschalter), Shift-Switch
  • Anschlüsse: In- & Output (je 6,3 mm Klinke), Netzteileingang
  • True Bypass: Hard-Bypass
  • Batteriebetrieb: ja
  • Stromverbrauch: k. A.
  • Abmessungen (L × B × H): 122 × 93 × 60 mm
  • Gewicht: 385 g
  • Ladenpreis: 199,00 Euro (Juni 2026)

Herstellerseite: https://peavey.com/

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