Test: Hughes & Kettner era C – der perfekte Akustik-Amp für kleine Bühnen?

Mit dem Hughes & Kettner era C stellt sich eine kompakte und leicht abgespeckte Version des beliebten era 1-Akustikverstärkers vor. Der era c ist mit einer 60-Watt Class-D-Endstufe ausgestattet, verfügt über 4 Kanäle und hat 8 verschiedene Reverb- und Delay-Effekte an Bord. Mit seinem 8-Zoll-Doppelmembran-Speaker und einem neu designten Bedienlayout bringt der handliche Akustik-Amp nur etwas mehr als 6 kg auf die Waage.

Unser Fazit:
4,5 / 5
Pro
  • großer Funktionsumfang
  • kompaktes Design
  • geringes Gewicht
  • gut klingender DI-Out
Contra
  • Speaker-Sound wirkt etwas mittenarm
  • separate Kanal-Settings, aber nur ein Regler-Set

Hughes & Kettner era C – Das Wichtigste in Kürze

  • Für welche Instrumente ist der Hughes & Kettner era C geeignet? Der era C wurde für die Verstärkung von akustischen Instrumenten wie Westerngitarren, Konzertgitarren, Ukulelen oder Streichinstrumenten entwickelt. Aber auch Mikrofone und Keyboards können angeschlossen werden.
  • Kann ich den era C auch für Gesang verwenden? Der era C verfügt über zwei XLR-Eingänge und kann auch für Vocals verwendet werden. Für Kondensatormikrofone steht eine schaltbare Phantomspeisung (15 V) bereit.
  • Wie laut ist der era C? Mit seiner 60-Watt-Endstufe eignet sich der era C für kleine Bühnen, Proberäume und den Heimbetrieb. Für größere Bühnen kann der Verstärker über den Line-Out mit einer PA verbunden werden.
  • Hat der era C eine Bluetooth-Funktion? Ja, über Kanal 3 können Musikeinspieler und Playbacks per Kabel (Stereo-Miniklinke) oder Bluetooth wiedergegeben werden.
  • Was sagt der Test? Der Hughes & Kettner era C liefert bei kompakten Maßen und geringem Gewicht einen erstaunlich großen Funktionsumfang und eignet sich hervorragend für kleine Ensembles, Solokünstler und Singer-Songwriter. Leichte Abstriche gibt es bei der Bedienfreundlichkeit der EQ-Sektion und beim Klang des internen Lautsprechers.

Welche Features und Funktionen bietet der Hughes & Kettner era C?

Der era C Akustik-Combo verfügt über 4 Kanäle mit unabhängigen Lautstärkeregelungen und kann Signale über den eingebauten 8-Zoll-Lautsprecher, den DI-Output oder den Kopfhöreranschluss ausgeben. Kanal 1 und 2 sind für akustische Instrumente und Vocals optimiert und mit Kombibuchsen (XLR/Klinke), schaltbarer Phantompower (15 V) und optionaler PAD-Dämpfung (-10 dB) ausgestattet. Neben zwei Grund-Voicings pro Kanal (Shape off/on) steht hier ein 3-Band-EQ (Bass, Mid, Treble) bereit, dessen Potiwerte für Kanal 1 und 2 separat abgespeichert werden. Welcher Kanal dabei gerade aktiv ist wird über einen Druckschalter (CH1/CH2) festgelegt. Gleiches gilt für die Effekt-Sektion aus 5 Reverbs und 3 Delays. Kanal 3 wird per Kabel (Stereo-Miniklinke) oder Bluetooth angesteuert werden und eignet sich in erster Linie für Musikeinspieler und Playbacks von Mobilgeräten. Der vierte Kanal verbirgt sich hinter der Return-Buchse des Einschleifwegs für externe Effekte (FX-Loop) und ist als Stereo-Input für Line-Level-Instrumente wie Keyboards konzipiert.

Fotostrecke: 6 Bilder Der era C ist in zwei Varianten (Black/Wood) mit einem Gewicht von 6,2 bzw. 6,4 kg erhältlich,…

Der era C ist in zwei Varianten (black/wood) mit einem Gewicht von 6,2 bzw. 6,4 kg erhältlich und wird mit einem mitgelieferten Netzteil (24 V, 2,5 A) betrieben. Als optionales Zubehör bietet Hughes & Kettner eine Transporttasche, einen Doppelfußschalter und einen Tilt-Stand (Schrägsteller) an.

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So wird der era C Akustikverstärker getestet

Für den Praxistest stehen eine Furch Dreadnought-Gitarre mit L.R.Baggs Element Stage Pro-Tonabnehmer, eine Valdez-Konzertgitarre mit Fishman Clásica M-Pickup und eine Kala Tenor-Ukulele mit eingebautem Piezosystem bereit. Ebenfalls kommen eine T-Style E-Gitarre mit einem Tone King Imperial Preamp und ein Yamaha Reface E-Piano zum Einsatz. Für die Aufnahmen wurde unter anderem ein Lewitt LCT 140 Kleinmembran-Kondensatormikrofon verwendet und als Referenz-Amp steht ein AER Alpha bereit.

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Wie schlägt sich der Hughes & Kettner era C mit der Akustikgitarre?

Beim ersten Test mit Dreadnought, Konzertgitarre und Ukulele präsentiert sich der era C mit einem recht basslastigen und gleichzeitig brillanten Speaker-Sound, aus dem sich ein tendenziell weiches und klares Klangbild ergibt. Etwas zu kurz kommen dabei in meinen Ohren die mittleren Frequenzen, was aber durchaus in den Bereich des persönlichen Geschmacks fällt. Umso ausgewogener zeigt sich das DI-Signal, mit dem sich sowohl beim Recording als auch im Zusammenspiel mit einer PA sehr gute Ergebnisse erzielen lassen dürften. Auch die Kombination aus Notch-Filter und EQ bringt durchweg praxistaugliche Ergebnisse.

Etwas gewöhnungsbedürftig ist dabei die Tatsache, dass die EQ-Einstellungen für Kanal 1 und Kanal 2 mit demselben Poti-Set gesteuert und automatisch pro Kanal gespeichert werden. So können die jeweiligen Settings der Kanäle nie gleichzeitig abgelesen werden. Hier wäre eine Reihe aus Tandem-Potis vielleicht die bessere Wahl gewesen. Die Effekt-Sektion beschränkt sich zwar auf Reverb- und Delay-Effekte, liefert dabei aber eine große Auswahl an hochwertig klingenden Algorithmen. Was die Konnektivität und die Verarbeitung angeht, bleiben beim era C eigentlich keine Wünsche offen. Leichte Abstriche muss man allerdings beim Zubehör (Tasche, Fußschalter, Tilt-Stand) machen, das nicht im Lieferumfang enthalten ist.  

Der Hughes & Kettner era C in der Praxis

Wir starten den Praxisteil mit Dreadnought, Konzertgitarre und Ukulele und hören je ein Beispiel mit den EQ-Potis in der 12-Uhr-Stellung. Aufgenommen wird dabei ein Stereo-Mix aus dem DI-Output (links) und dem mikrofonierten Speaker (rechts). Für alle genauen Settings empfiehlt sich wie immer ein Blick in das dazugehörige Video.

Audio Samples
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Soundcheck Dreadnought DI/Mic Soundcheck Konzertgitarre Di/Mic + Reverb, Shape off/on Soundcheck Ukulele DI/Mic + Delay

Weiter geht es mit einem Direktvergleich von DI-Output und Speaker-Signal in Gegenüberstellung zum AER Alpha. Das etwas mittenarme Voicing des internen Lautsprechers tritt hier recht deutlich zutage.

Audio Samples
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Direktvergleich DI -> Mic -> DI -> Mic (H&K era C) Direktvergleich DI -> Mic -> DI -> Mic (AER Alpha)

So klingen EQ, Effekte und Notch-Filter

In den nächsten zwei Beispielen hören wir alle Bänder der EQ-Sektion nacheinander in ihrer Minimal- und Maximalstellung und danach einen Überblick über die 8 internen Effekte. Für die Demonstration des Notch-Filters wird der Amp mit dem Mikrofon abgenommen, da die Feedback-Unterdrückung ausschließlich am Speaker-Signal aktiv ist.

Audio Samples
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EQ-Check, DI (Dreadnought) FX-Check, DI (Dreadnought) Notch-Filter, Mic, min->10->14->max (Konzertgitarre)

Wie klingt der era C mit anderen Instrumenten?

Das es sich bei Akustikverstärkern in der Regel um Fullrange-Systeme handelt, können sie grundsätzlich für alle Instrumente verwendet werden, die man auch direkt an eine PA anschließen würde. Wir hören den era C zum Abschluss hinter einem E-Gitarren-Preamp mit eingeschalteter Speaker-Simulation und mit einem E-Piano.

Audio Samples
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E-Gitarre mit Preamp, DI E-Piano, DI

Fazit

Der Hughes & Kettner era C bietet ein sehr attraktives Gesamtpaket aus großem Funktionsumfang, kompakten Maßen und geringem Gewicht. Mit 4 unabhängigen Kanälen, 8 Effekten und vielseitiger Konnektivität (Klinke, XLR, Aux, Line, Bluetooth) dürfte der era C der ideale Begleiter für Solokünstler, Singer-Songwriter und Akustik-Ensembles sein. In kleinen Clubs oder Kneipen könnte der 60 Watt starke Akustik-Amp dabei durchaus die PA ersetzen. Für größere Bühnen oder Outdoor-Events steht ein sehr gut klingender DI-Output bereit. Leichte Einschränkungen muss man beim etwas mittenarmen Speaker-Sound in Kauf nehmen. Außerdem sorgt die Tatsache, dass die EQ- und FX-Settings für Kanal 1 und 2 zwar separat gespeichert, aber über dasselbe Poti-Set gesteuert werden, in der Praxis schnell für Verwirrung.

  • Hersteller: Hughes & Kettner
  • Modell: era C
  • Typ: Akustikverstärker
  • Herstellungsland: China
  • Anschlüsse: CH1, CH2, CH3, FX Loop/CH4, DI Out, Phones, Footswitch
  • Regler/Schalter: CH1 Gain, CH2 Gain, Bass, Mid, Treble, FX Preset, FX Vol., CH3 Volume, Notch, Volume, CH1 Mute, CH2 Mute, CH1/CH2, -10 dB, Shape, Phantom Power, CH4 Level, Ground Lift, Pre/Post FX, Bluetooth on/off
  • Stromversorgung: 24-V-Netzteil (im Lieferumfang)
  • Stromaufnahme: 2,5 A
  • Abmessungen: (B × H × T) 270 × 280 × 240 mm
  • Gewicht: 6,2 kg (black), 6,4 kg (wood)
  • Ladenpreis: Black: 399,00 Euro, Wood: 499,00 (Juni 2026)

Herstellerseite: https://hughes-and-kettner.com/de/

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