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Neue Akkorde mit dem iPad finden

Man benötigt sie immer: Ansprechende Akkorde und Akkordfolgen. So, beim Arrangieren, Komponieren, Reharmonisieren oder auch einfach für die souveräne Begleitung am Tasteninstrument. Selbst erfahrene Keyboarder*innen kommen aber manchmal in die Situation, dass immer die gleichen Wendungen auf der Tastatur gedrückt werden und die Ideen ausgehen. Mit einem Smartphone und Tablet-PC von Apple erhält der Musiker schnelle Hilfen. Mindestens zehn iOS-Apps bieten jeweils einen bestimmten Lösungsansatz zum Nulltarif oder zum Preis eines leckeren Cappuccinos. Übrigens, auch für Windows und Mac OS bietet der Markt entsprechende MIDI-Effekt Plug-Ins, die zwar teurer sind, aber sich direkt in die Spuren einerDAW wie Cubase oder Logic einbinden lassen. 

Neue Akkorde mit dem iPad finden (Bild: Matthias Sauer)
Neue Akkorde mit dem iPad finden (Bild: Matthias Sauer)

Inhalte

  1. Apple GarageBand
  2. Chordbot
  3. ProChords
  4. Autochords
  5. Chord Progression Generator
  6. Suggester
  7. Tonaly
  8. Chord Sheets
  9. ChordPadX
  10. Chord Analyser
  11. Zum Schluss
  12. Weitere interessante Themen


Natürlich bietet die Musik Standards wie eine II-V-I Verbindung, eine Quintfallsequenz oder eine typische Schluss-Kadenz mit Dreiklängen auf der ersten, vierten und fünften Stufe einer Tonleiter. Wer solche Akkordverbindungen nicht so gut kennt, kann zumindest spielerisch mit einer App eine Reihe an Dreiklängen finden, die untereinander harmonieren. Wie das aussieht, zeigen wir euch anhand unterschiedlicher Apps und deren Arbeitsweisen.

Apple GarageBand

Im Grunde ist GarageBand ein mobiles Studio (iDAW), das aber bei den Smart Instruments wie dem „Smart Piano“ nützliche Vorlagen zum Auffinden passender Akkorde bietet. Zuvor wird in den Einstellungen die Tonart ausgewählt. Wenn die angebotenen Dreiklänge zu einfach sind, kann man eigene Akkorde definieren und den Pads zuweisen.

Mit den Smart Instruments von GarageBand lassen sich die jeweils drei Hauptakkorde und ihre Parallelen innerhalb einer Tonart anspielen. (Bild: Matthias Sauer)
Mit den Smart Instruments von GarageBand lassen sich die jeweils drei Hauptakkorde und ihre Parallelen innerhalb einer Tonart anspielen. (Bild: Matthias Sauer)

Chordbot

Ein Arranger in Form einer App? Ja, das gibt es sogar gratis bei Chordbot. Allerdings lassen sich die Akkordfolgen nicht so einfach und bequem per Tastatur in Echtzeit spielen. Sie müssen der Reihe nach eingetippt werden, wobei Chordbot sogar über 60 verschiedene Akkordtypen unterstützt sowie auch 70 Styles bietet. Die kostenfreie Version „Chordbot Lite” verwehrt zwar das Speichern und Exportieren, ist aber dennoch schon eine gute Hilfe beim Auffinden von (neuen) Akkordfolgen.

Individuelle Akkordfolgen eingeben und mit einer Art Begleitautomatik wiedergeben lassen: Chordbot macht das möglich. (Bild: Matthias Sauer)
Individuelle Akkordfolgen eingeben und mit einer Art Begleitautomatik wiedergeben lassen: Chordbot macht das möglich. (Bild: Matthias Sauer)

ProChords

Eine App, die an mögliche Akkorde für einen Song heranführt ist ProChords. Man hat drei Akkorde gefunden und wünscht sich Tipps für ein weiteres Vorgehen. ProChords zeigt mindestens ein Dutzend an Möglichkeiten auf und rekrutiert seine Ideen aus über 12.600 Songs. Per MIDI WiFi lässt sich die App mit einer DAW auf einem Mac oder PC verbinden, die gefundenen Akkorde lassen sich dann als MIDI-Datei aber ebenso per Mail versenden.

Die App „ProChords“ inspiriert durch Akkordvorschläge und exportiert Akkorde als MIDI-File per Mail, oder überträgt sie per WiFi. (Bild: Matthias Sauer)
Die App „ProChords“ inspiriert durch Akkordvorschläge und exportiert Akkorde als MIDI-File per Mail, oder überträgt sie per WiFi. (Bild: Matthias Sauer)

Autochords

Mit der sympathischen App Autochords lassen sich Akkordfolgen je nach Stimmungen und Genres automatisch erstellen. Soll es gruselig, lustig, herzlich, wehmütig, rebellisch oder etwa nach Genres wie Pop, Grunge oder Ballade klingen? Die App macht einen Vorschlag und spielt die Chords auf einer virtuellen Tastatur vor. Wer weitere Akkordfolgen und einen MIDI-Export benötigt, nimmt die Pro-Version per In-App-Kauf.

Bei der einfach bedienbaren App „Autochords“ lassen sich Akkordfolgen je nach vorgegebener emotionaler Stimmung erzeugen. (Bild: Matthias Sauer)
Bei der einfach bedienbaren App „Autochords“ lassen sich Akkordfolgen je nach vorgegebener emotionaler Stimmung erzeugen. (Bild: Matthias Sauer)

Chord Progression Generator

Sich durch zufällige Akkordfolgen inspirieren lassen? Das klappt mit der Chord Progression Generator-App, die hauptsächlich auf Producer elektronischer Musik (EDM, House, Trip, etc.) abzielt. Daher ist es gut, die Chords in verschiedenen rhythmischen Mustern generieren zu lassen. Nicht zu verachten: In der kostenpflichtigen Version ist es neben MIDI-WiFi und MIDI-Export auch möglich, die passenden Melodien erzeugen zu lassen.

Akkordfolgen in der ausgewählten Skala automatisch wie auch zufällig erstellt die App „Chord Progression Generator“. (Bild: Matthias Sauer)
Akkordfolgen in der ausgewählten Skala automatisch wie auch zufällig erstellt die App „Chord Progression Generator“. (Bild: Matthias Sauer)

Suggester

Der Name Suggester ist Programm. Diese App macht selbstverständlich Vorschläge und zeigt, welche Akkorde miteinander harmonieren. Man trifft auch viele Skalen und Akkordtypen und bekommt einen ziemlich brauchbaren Klavier-Sound zu hören. Die Features wollen erst einmal probiert werden, nach ein wenig Einarbeitung erhält man aber eine starke App fürs ideenreiche Songwriting.

Viele Jahre schon gibt es die gelungene App „Suggester“ fürs anspruchsvolle MIDI-Songwriting. (Bild: Matthias Sauer)
Viele Jahre schon gibt es die gelungene App „Suggester“ fürs anspruchsvolle MIDI-Songwriting. (Bild: Matthias Sauer)

Tonaly

Mit dem Quintenzirkel zu neuen Akkordfolgen kommen! Man sollte sich jetzt besser nicht ans Schulfach Musik erinnern, sondern lieber offen sein für musiktheoretische Basics, die fürs Komponieren einmal unverzichtbar sind. Mit der sehr guten und vielseitig nutzbaren App Tonaly kann es sogar endlich Spaß machen, auf dem eigenen Niveau zu lernen.

Den Quintenzirkel als Basis für ein musiktheoretisches Lernen und Schreiben nutzt die App „Tonaly“. (Bild: Matthias Sauer)
Den Quintenzirkel als Basis für ein musiktheoretisches Lernen und Schreiben nutzt die App „Tonaly“. (Bild: Matthias Sauer)

Chord Sheets

Bekannte Popsongs als Vorlage für eigene Akkordfolgen verwenden? Die App „Chord Sheet“ stellt 330 Songs zusammen – von „Africa“ über „Jump“ und „Smoke On The Water“ bis hin zu „Your Song“ sind zahlreiche Klassiker vertreten. Die Chord Sheets lassen sich mit einem Piano-Sound abspielen und transponieren. Auch als Band-Keyboarder*in sollte man sich diese kostenfreie App nicht entgehen lassen.

Eine gute Auswahl an klassischen Pop- und Rocksongs findet sich in der kostenfreien App „Chord Sheets“ wieder. (Bild: Matthias Sauer)
Eine gute Auswahl an klassischen Pop- und Rocksongs findet sich in der kostenfreien App „Chord Sheets“ wieder. (Bild: Matthias Sauer)

ChordPadX

Bei der App ChordPadX geht es um den Performance-Faktor. Akkorde und einzelne Akkordtöne sollen sich live über den Touchscreen musikalisch triggern lassen. Die Pads reagieren dynamisch, wobei mehrere Pads gleichzeitig gespielt werden können. Per „Drag & Drop“ lassen sich Akkorde der App „Suggester“ auf „ChordPadX“ übertragen, um sie spontaner und lebendiger zu spielen.

Akkordfolgen und einzelne Akkordtöne intuitiv per iPad triggern und die Noten per MIDI ausgeben - das kann die App „ChordPadX“. (Bild: Matthias Sauer)
Akkordfolgen und einzelne Akkordtöne intuitiv per iPad triggern und die Noten per MIDI ausgeben – das kann die App „ChordPadX“. (Bild: Matthias Sauer)

Chord Analyser

Akkorde bestimmen und als Noten oder Griffe anzeigen lassen: Sowas funktioniert mit der App Chord Analyser für die Instrumente Klavier, Gitarre und Banjo. In der Vollversion stehen weitere Instrumente sowie ein „Piano-to-Guitar Interface“ zur Auswahl. Wer Harmonien auf dem Piano spielt und daraus Voicings für einen Gitarristen erstellen möchte, ist mit dieser App gut beraten.

Mit der App „Chord Analyser“ ist es möglich, selbst komplexe Akkorde auf der virtuellen Tastatur zu spielen und sie direkt bestimmen zu lassen. (Bild: Matthias Sauer)
Mit der App „Chord Analyser“ ist es möglich, selbst komplexe Akkorde auf der virtuellen Tastatur zu spielen und sie direkt bestimmen zu lassen. (Bild: Matthias Sauer)

Zum Schluss

Neugierig geworden? Sicherlich wird für dich mindestens eine inspirierende „Chord App“ dabei sein. Alle vorgestellten Apps fürs iPad ersetzen natürlich keinen klassischen Unterricht oder ein intensives Training mit Akkorden und Harmonien. Aber sie bringen neue Ideen mit ganz unterschiedlichen Ansätzen und inspirieren durch Akkordfolgen, auf die man wahrscheinlich selber nie beim Pianospiel gekommen wäre. Dabei kann jeder Musiker frei und schnell zwischen einigen Konzepten beziehungsweise Apps wechseln. Außerdem macht es einfach mehr Spaß, mit einem Tablet sehr praxisbezogen nach passenden Akkorden zu surfen als viele Seiten einer schweren Lektüre über Harmonielehre zu blättern. Viel Spaß mit den nützlichen Anwendungen und daran denken: Die meisten erfolgreichen Songs bestehen aus genau vier Akkorden!

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von Matthias Sauer

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BadTicket sagt:

#1 - 12.03.2021 um 09:42 Uhr

Empfehlungen Icon 0

Danke für die tolle Zusammenstellung, das ist sehr hilfreich!!!

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Liwelod sagt:

#2 - 15.03.2021 um 20:55 Uhr

Empfehlungen Icon 0

Nützliche Apps als praktische Helfer für Keyboarder*innen, Pianist(en)*innen und andere Musikmachende.Ich bin immer wieder über die gegenderten Formen gestolpert. Das ist für mich unglaublich schlecht lesbar.Bitte weitet das nicht auf alle Artikel aus.

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