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Inear Display Regressif Test

Die französische Softwareschmiede Inear Display ist in unserem Freeware-Special kein Neuling, denn vor einiger Zeit haben wir euch bereits das Bow Echo vorgestellt. Unser neuer Tipp aus dem Hause Inear Display steht allerdings für deutlichere Effekte und ist im übertragenen Sinne daher weniger für feine Sound-Kolorationen als für gröbere Pinselstriche gedacht: Regressif von Inear Display.   

Inear_Display_Regressif_B01_Test

Noch mehr kostenlose Plugins findet ihr in unserem großen Freeware Software Synths und Plugins Special.

Details & Praxis

Allgemeines

Regressif kann nebst einem für Freeware sehr ausführlichen Handbuch direkt auf der Seite des Herstellers heruntergeladen werden, ganz ohne Anmeldung oder Datenangaben. Auch eine Freischaltung ist nicht nötig – nach der Installation steht das Plugin sofort zur Verfügung. Den Effekt gibt es ab Windows 7 und macOS 10.7 in den Formaten VST und AU, in 32- und 64-Bit.  

Konzept und GUI

Inear Display nennt seinen Effekt eine Digital Chaos Unit. Das lässt also schon erahnen, worum es bei Regressif geht und was für Sounds damit erzeugt werden sollen: Die Bandbreite reicht von deutlichen Veränderungen des Ausgangsmaterials bis hin zur kompletten Zerstörung des Signals, wie sie mit Stock-Plugins einer DAW kaum oder nur schwer möglich sind.
 

Das GUI von Regressif.
Das GUI von Regressif.

Regressif ist besteht aus aufeinander aufbauenden Modulen. Zuerst durchläuft das Signal auf dem Weg durch das Plugin das Filtermodul, mit Cutoff, Resonance, Distortion und den vier Filtertypen Low Pass, High Pass, Band Pass und Notch. Zusätzlich lässt sich über die drei Pfeile entscheiden, ob das Signal vor oder nach dem Filtermodul verzerrt werden soll. Das darauffolgende Lo-Fi-Modul sorgt für eine weitere Veränderung des Signals, und zwar, indem es die Sample-Rate (Rate) herabsetzt und die Auflösung manipuliert (Bits). Auch dieses Modul bietet ein flexibles Routing: Chain (seriell), Parallel (gleichzeitig) und Ringmod (parallel geschaltet und sich dabei gegenseitig modulierend) sind hier möglich. Im Output-Modul, dem letzten dieser Reihe, werden die Lautstärke und das Mixverhältnis zwischen bearbeitetem und unbearbeitetem Signal eingestellt. Alle Module dieser Reihe besitzen außerdem Schieberegler, die sich auf das Signal-Routing und damit auf die nächste Modul-Reihe beziehen.
In der nächsten Reihe dreht sich dann alles um die Modulation der bisherigen Module. Regressif bietet zwei LFOs mit jeweils sieben Wellenformen, die mit dem Host-Tempo synchronisiert oder unabhängig davon (in Hertz) eingestellt werden können. Durch den LFO-Mixer lassen sich beide Modulationssignale mischen, somit entsteht quasi eine dritte Modulationsquelle. Und auch hier begegnet uns noch einmal der modulare Aufbau von Regressif, denn hier werden Modulationsquelle und -ziel über digitale Patch-Kabel miteinander verbunden. Diese kann man einfach mit der Maus einzeichnen. Hier kommen dann auch die bereits erwähnten Schieberegler ins Spiel, über die sich einstellen lässt, wie stark der verbundene Parameter moduliert werden soll. 
Ganz unten befinden sich die Einstellungen und die Preset-Sektion. Wer auf der Suche nach Inspiration unter den 40 implementierten Presets tatsächlich nicht fündig wird, kann auch eigene Presets erstellen und abspeichern, oder die Wahl der Parametereinstellungen einfach dem Randomizer, einem eingebauten Zufalls-Generator, überlassen.   

Wie bei einem modularen System werden auch bei Regressif Verbindungen über Patch-Kabel hergestellt.
Wie bei einem modularen System werden auch bei Regressif Verbindungen über Patch-Kabel hergestellt.

Sound

Das erste Beispiel, ein Piano-Loop, ist nach der Bearbeitung zwar noch wiederzuerkennen, wird aber durch Regressif ziemlich stark verändert. Man hört die Verzerrung des Filtermoduls und die verringerte Sample-Rate deutlich. Klingt super, muss aber wirklich gewollt sein, zu einer Pianoballade mit Gesang passt das wahrscheinlich nicht. Der Mixregler steht bei diesem Beispiel auf 50m %, das Ganze geht im Notfall also auch wesentlich dezenter.
Was Regressif mit dem zweiten Loop, hier sind es Drums, macht, hat mich selbst überrascht. Das Original bleibt außer ein bisschen Chorus fast unberührt, dafür kommt durch das Plugin eine Art Bassline dazu. Und auch auf das Crash-Becken in der Mitte des Loops reagiert Regressif mit einer digital verzerrten Ausklangfahne – ein wirklich abgefahrener Effekt. 
Auch der zweite Drum-Loop wird durch Regressif auf ein völlig anderes Level gehoben. Neben Veränderungen durch Verzerrung und Änderungen der Sample-Rate, die man besonders gut bei den Hi-Hats hören kann, entstehen zwei weitere Effekte, die mit herkömmlichen Plugins unmöglich zu erzeugen sind. Zum einen hört man am Anfang und in der Mitte des Loops den Ton einer Art Vocoder-Stimme und zusätzlich erzeugt Regressif eine hohe Melodie, die es im originalen Loop nicht gab.

Audio Samples
0:00
01 Piano Clean 02 Piano Regressif 03 Drums 1 Clean 04 Drums 1 Regressif 05 Drums 2 Clean 06 Drums 2 Regressif

Fazit

Regressif von Inear Display ist super interessant für alle, die sich auf der Suche nach besonderen Effekten überraschen lassen wollen. Für akustisch dominierte Produktionen ist es natürlich weniger nützlich – Drums oder elektronische Tracks blühen damit aber regelrecht auf. Das Plugin zaubert die verrücktesten Effekte, die man ohne Regressif unmöglich erzeugen könnte. Das übersichtliche GUI, das man sehr schnell beherrscht, der modulare Aufbau samt virtueller Patch-Kabel, die 40 Presets und die Randomize-Funktion sorgen dafür, dass garantiert alle User mit Regressif den Effekt finden, nachdem sie nie gesucht haben.

Pro
  • super für kreative und verrückte Effekte
  • übersichtlicher Workflow
  • 40 Presets
  • zusätzliche Randomize-Funktion
Contra
  • kein Contra
Features
  • modularer Aufbau
  • Analog-Style-Filter mit vier Typen: LP, HP, BP und Notch
  • Distortion
  • Lo-Fi-Modul
  • Zwei LFOs mit jeweils sieben Wellenformen und LFO-Mixer
  • flexibles Routing
  • skalierbares GUI
  • 40 Presets plus Randomize-Funktion
Preis
  • Inear Display Regressif: kostenlos
Unser Fazit:
Sternbewertung 4,5 / 5
Pro
  • super für kreative und verrückte Effekte
  • übersichtlicher Workflow
  • 40 Presets
  • zusätzliche Randomize-Funktion
Contra
  • kein Contra
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Inear Display Regressif Test
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von Tobias Homburger

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