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Ocean Swift Synthesis Polyphenom 2 Test

Fernando Abreu und Yaron Eshkar, das portugiesisch-israelische Programmiererteam hinter Ocean Swift Synthesis, geht nun getrennte Wege. Für alle Freeware-Jäger da draußen ist das allerdings eher eine gute Nachricht, denn als Abschiedsgeschenk hinterlassen sie uns ihren Software-Synthesizer namens Polyphenom 2.

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Details

Allgemeines

Alle nötigen Dateien finden sich auf der Seite des Herstellers. Das sind im Einzelnen der Installer für Polyphenom 2 samt Seriennummer, der OSS Wavetabler, mit dem Wavetables bearbeitet werden können, ein Handbuch und drei Preset-Packs, die sehr viele Sounds bieten. Beim ersten Start des Synths müsst ihr einfach nur die Serial eintragen und das war’s. Das Plugin ist in 32- und 64-Bit erhältlich, läuft allerdings nur unter Windows. Versionsbeschränkungen beim Betriebssystem sind nicht bekannt. 

Konzept und GUI

Polyphenom 2 ist ein polyphoner Hybrid-Synthesizer, der additive und subtraktive Synthese vermischt. Die 16 Partials des additiven Oszillators werden durch die Schieberegler repräsentiert, von denen immer acht gleichzeitig sichtbar sind. Diese 16 Soundanteile können außerdem unabhängig voneinander von einem der sechs LFOs (Sine, Saw, Triangle, Square, Sample-and-Hold und Glide) stufenlos moduliert und ihre Werte über die Random-Funktion per Zufall bestimmt werden. 

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Am rechten Rand des GUIs findet man die zwei subtraktiven Wavetable-Oszillatoren mit Crossfade und Ring-Modulation, die über das Mix-Modul daneben mit dem Sound der 16 Partials vermischt werden können. Eigene Wavetables können ebenfalls geladen werden.
Darunter wurden drei weitere Module verbaut: Ganz links befinden sich die Optionen für die Frequenz-Modulation, bzw. für das Pitch-Envelope, je nach Auswahl. In der Mitte gibt es sechs Effekte: Panner, Crusher, Phaser, Delay, Chorus und Reverb. Alle Effekte können hypothetisch auch gleichzeitig eingesetzt werden, das zugehörige Display zeigt aber immer nur die Parameter des ausgewählten Effektes an. Ganz rechts gibt’s dann noch die Filtersektion (LP, HP, BP, Notch und Bypass) mit einem LFO und passender Hüllkurve. Letztere teilt sich den Platz mit der Amp-Hüllkurve und kann per Button umgeschaltet werden. 

Sound

Für die ersten vier Beispiele habe ich mich unter den vorhandenen Presets umgesehen. „Zenus“ ist ein komplexer Pad-Sound mit viel Atmosphäre und einem Pan-Sweep, der für zusätzliche Bewegung sorgt. Und auch „Intro“ ist eine Fläche mit Bewegung mit einer interessanten Hall-Delay-Combo und vor allem mit deutlichem Detuning-Effekt, also wie gemacht für Lo-Fi-Beats. Auf den atmosphärischen Orgelsound in Beispiel drei folgt „SFX Alien Gar“. Dieses Preset klingt wie die aufgebrachte Kommunikation zweier Außerirdischer. Beispiel fünf ist dann eine Eigenkreation, eine Mischung aus Pad- und Lead-Sound mit angenehmem Hall. Klanglich weiß Polyphenom absolut zu überzeugen.

Audio Samples
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01 Zenus 02 Intro 03 Organico 04 SFX Alien Gar 05 User Preset

Fazit

Polyphenom 2 von Ocean Swift Synthesis ist wahrlich ein Hybrid-Synthesizer, denn er vermischt gleich vier Synthese-Formen: additive, subtraktive, Wavetable- und FM-Synthese. Daraus resultieren unglaublich viele Sounddesignmöglichkeiten – das dürfte für andere Freeware-Synths erst einmal schwer zu toppen sein, auch wenn Polyphenom 2 hier natürlich von den Vorteilen seiner Vollversionsvergangenheit profitiert. Die Repräsentanz der 16 additiven Partials über die Schieberegler wirkt intuitiv, so hat das Erstellen von Sounds etwas vom Mixing-Prozess, und auch sonst lässt sich mit dem unorthodoxen GUI dann doch gut arbeiten. Erstaunlich ist die Vielzahl der Presets, die nativ auch über die drei ebenfalls kostenlosen Preset-Packs verfügbar sind. Einziges Manko ist die fehlende Kompatibilität mit macOS, für Windows-User gibt es dagegen rein gar nichts auszusetzen – also: unbedingt downloaden!

Pro
  • voll ausgestattetes Instrument dank Vollversionsvergangenheit
  • sehr viele klangliche Möglichkeiten durch vier Synthese-Formen
  • eigene Wavetables können geladen werden
  • drei kostenlose Preset-Packs mit unzähligen Sounds
  • eigene Presets können abgespeichert werden
  • Random-Funktion in der additiven Sektion
Contra
  • Windows only
Features
  • basiert auf additiver, subtraktiver, Wavetable- und FM- Synthese inkl. Mix-Sektion
  • 16 additive Partials mit variabler Random-Funktion
  • zwei subtraktive Oszillatoren mit Crossfade und Ringmodulation
  • sechs Effekte
  • unzählige Sounds durch drei Preset-Packs
Preis
  • Ocean Swift Synthesis Polyphenom 2: kostenlos
Unser Fazit:
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Ocean Swift Synthesis Polyphenom 2 Test
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