Feature
5
01.06.2018

Weekend Weapons KW 22 /2018

Tipps für das Wochenende

Weekend Weapons KW 22: Das Wochenende steht vor der Tür und für einige von uns heißt es nun arbeiten, Platten drehen, auf die Piste gehen oder einfach nur entspannen oder eine gute Zeit haben. Das kann natürlich auf vielfältige Weise passieren, daher gibt es auch für dieses Wochenende Woche wieder unsere Weekend-Weapons, heute von NUMINOS

Tipp Nr. 1: Veranstaltung

Lust auf ein Drumcomputer-Jam?

Lust auf ein Drumcomputer-Jam? Ingmar Koch (aka Dr. Walker) gibt sich redlich Mühe, das „Maze“ in Berlin-Kreuzberg mit immer neuen Konzepten zu bespielen, die abseits des standarisierten „habt ihr Pioneers, damit ich von USB spielen kann“ DJ-Sets liegen. Nachdem er USB-Player aus seinem Laden verbannt hat, setzt er immer mehr auf Echtzeit-Interaktion mit kruden Gerätschaften. Am Samstag soll nun also ein reiner Drumcomputer-Jam stattfinden, an dem man (nach Absprache) sogar selber teilnehmen kann. Das kann ziemlich schräg werden, aber auch verdammt unterhaltsam.

Tipp Nr. 2: Lesestoff

Pia Fruth - Record.Play.Stop.

Die Ära der Kompaktkassette Im Zuge des Vinyl-Revivals erlebt auch die gute alte Kompaktkasette einen zweiten Frühling. Immer mehr Kleinstlabels bringen sogar Sondereditionen für das – mittlerweile gar nicht mehr so leicht zu bekommende und entsprechend teure – Magnetband heraus. Pia Fruth widmet sich in ihrer Dissertation dem Thema „Kassette“ von seinen historischen Anfängen bis zu seinem ästhetischen Nachhall auf die Jetztzeit. Natürlich ist das Buch kein leichtverdauliches „Coffee Table Book“, sondern eine medienkulturelle Betrachtung, die in ihrer Tiefe und ihrem Holismus dem  akademischen Anspruch genügen muss. Gerade aber die vielen Seitenstränge und Abzweigungen von politischen, über gesellschaftliche, bis hin zum technischen und ästhetischen Betrachtungen machen dieses Buch so reichhaltig und in der Summe unterhaltsam.

Tipp Nr. 3: Film

Sound Fields – Adventures in contemporary field recording

Field Recordings sind ja auch so ein Trend. Denn dank immer kleinerer, besserer und billigerer Geräte ist es zwischenzeitlich jedem möglich, seinen Soundtrack der Welt zu erstellen und bei Bedarf am Rechner nachzubearbeiten. Sam Campbell hat im Auftrag von „The Vinyl Factory“ einige namenhafte Protagonisten bei der Arbeitet begleitet und arbeitet dabei ihre Motivation und ihr akustisches Erkenntnisinteresse heraus. Mit ausgesprochen schönen Bildern und Klängen erzählt er, dass „Field Recording“ weit mehr ist, als simples Aufnehmen der Umgebung. Es ist Inspiration und ästhetisches Konzept zugleich, vielleicht sogar eine Grundhaltung der Welt gegenüber. 

Tipp Nr. 4: Musik hören

Michael Stearns – Ancient Leaves

Michael Stearns ist hierzulande bestenfalls durch den Soundtrack für den kontemplativen Naturbeobachtungsfilm „Samsara“ bekannt. Dabei hat der heute Siebzigjährige in den Jahren zwischen 1977 und 2001 jährlich ein Album veröffentlicht. Vieles davon fällt in den manchmal etwas klebrigen Bereich der New Age-Musik. Manches dagegen hat eine elegische Anmutung und inhärente Spannung, wie sie auch ein Brian Eno in seinen Ambient-Werken nicht wesentlich besser erreichen konnte.

„Ancient Leaves“ von 1978 ist so ein Fall: Die Stimmen wurden in der Wüste Arizonas mit einem analogen 4-Spur-Rekorder aufgenommen, dazu gesellen sich ein Minimoog, ein Arp String Ensemble und ein extrem seltener EML Synthesizer (alles noch mit einem MXR-Delay verwabert). Entstanden sind zwei jeweils knapp halbstündige Improvisationen, die mit – aus heutiger Sicht - einfachsten Mitteln eine wunderbar meditative Stimmung erzeugen. An einem heißen Sommerabend im Schatten genossen, wirkt das auch ohne Buddha-Figur, Heilsteinen und Räucherstäbchen tatsächlich entspannend.

Tipp Nr. 5: Musik machen

Sidechain-Kompression hören und verstehen

Die Tutorials und Videos von Ableton haben ohnehin einen hohen Standard in Bezug auf die Verständlichkeit und den praktischen Nutzwert. Darunter ist das zweiteilige Feature über „Sidechain-Kompression“ noch mal ein echtes Highlight. Denn es schafft elegant den Dreisprung aus historischer, technischer und ästhetischer Analyse. Dass die praktische Umsetzung dann anhand von Live erklärt wird, liegt in der Natur der Sache – bei Bedarf transferiert man die gezeigten Techniken eben in die DAW der Wahl.

Verwandte Artikel

User Kommentare