Hersteller_Moog
Test
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10.02.2011

Vergleichstest Moogerfooger-Pedale

RENDEZ-VOUS AVEC LES FOOGERS...

Sehr gespannt erwartete ich die vereinbarte Zusammenkunft mit den Objekten der Begierde. Werden sie wohl pünktlich kommen? Wie sehen sie aus und wie fühlen sie sich an? Wie es sich für „echte Stars“ gehört, haben sie auch ordentlich auf sich warten lassen und sind erst 10 Tage nach dem verabredeten Zeitpunkt zu unserem Têtê à Têtê in Berlin erschienen. Haben die sechs kleinen Amerikaner aus der Traditionsschmiede Moog etwa Starallüren?

Lassen wir diese Frage erstmal unbeantwortet und kommen zur Sache. Vor mir liegen sechs edle Pedale aus dem Hause Moog: die Moogerfooger MF-101, MF-102, MF-103, MF-104Z, MF-105M und MF-107. Schon beim Auspacken und der anschließenden Verkabelung dieses Setups erstarre ich fast ein wenig vor Erfurcht, bekomme aber zeitgleich ein breites Grinsen ins Gesicht. Sechs mal Moog, das verspricht ein Sound-, Spiel- und Spaßabenteuer zu werden.

Wie man es von Moog kennt, steckt schon in dem Erscheingsbild der Treter sehr viel Liebe. Die Seitenteile sind typisch für analoge Kisten aus schickem Hartholz, dazwischen warten Potis und Schalter im originalen Minimoog Look darauf, von uns bewegt zu werden und uns haptisch zu verführen – so müssen sich Potis anfühlen. Auch die Effekt Ein- und Ausschalter sind sehr stabil konzipiert und sollten der Betätigung mit festerem Schuhwerk oder aus größerer Höhe standhalten. Beim Anschluss der Geräte fällt auf, dass auch bei den Klinkenbuchsen nicht gespart wurde. Die Tatsache, dass diese nicht wie bei vielen anderen Herstellern auf die Platine gelötet sind, verzeiht es, wenn die Sprung-/Tanzeinlage mal auf den Klinkensteckern landet. Die Netzteile sind schlank gehalten, sodass man sie problemlos nebeneinander in die Mehrfachsteckdose bekommt, allerdings sitzen die Stromversorgungskabel im Gerät nicht wirklich fest.

Nun genug der Vorschusslorbeeren, es zählen ja schließlich die inneren Werte. Schönheit vergeht, Sound besteht. Die Teile liegen charmant blinkend und in Reihe verkabelt vor mir, und ich bin etwas überfordert. Einfach mal drauflos, gefüttert mit dem Signal eines Moog Prodigy, komme ich erst eine Stunde später wieder zu mir und realisiere, wozu ich hier bin. Was ein Spaß, schade, dass ich die erste Stunde unseres Rendezvous nicht aufgenommen habe. Bleibt erstmal ganz nüchtern festzuhalten, dass fast alle Geräte über einen True Bypass verfügen, der durch eine rote LED angezeigt wird, was in der Live-Situation ein großes Plus ist. Die Pedale sind sehr bedienerfreundlich konzipiert, und ihre Potis erlauben jederzeit ein komfortables und sinnvolles Eingreifen. Durch die mitgelieferten Expression Pedale EP2 lassen sich nahezu alle Parameter steuern, sollte man beide Hände am Gerät brauchen. Wer hier angesichts der gehobenen Preisklasse eierlegende Woll-Milch-Säue erwartet, liegt leider völlig falsch: Jeder Moogerfooger kann prinzipiell eine Sache – und die besonders gut. Und die Frage nach Speicherplätzen und Batteriebetrieb muss für alle Geräte mit „nein“ beantwortet werden. Willkommen im Reich der ehrlichen Analogen!

Alle Geräte sind in ihrem Aufbau sehr klar strukturiert und damit auch für Synthesizer-Laien relativ schnell zu bedienen und zu verstehen. Ich habe mir die sechs Edeltretminen erst einmal auf Höhe meiner Synthesizer platziert, denn ich bringe es zunächst einfach nicht übers Herz, sie „mit Füßen zu treten“.

Gehen wir über zum Nahkampf, Mann gegen Moog.

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