Vergleichstest Moog Moogerfooger-Pedale

Sehr gespannt erwartete ich die vereinbarte Zusammenkunft mit den Objekten der Begierde. Werden sie wohl pünktlich kommen? Wie sehen sie aus und wie fühlen sie sich an? Wie es sich für „echte Stars“ gehört, haben die Moog ordentlich auf sich warten lassen: Nun liegen die sechs edlen Pedale vor mir : die Moogerfooger MF-101, MF-102, MF-103, MF-104Z, MF-105M und MF-107. Es fehlt nur der MF-108M Cluster Flux – einen MF-106 hat es indes nie gegeben.

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Schon beim Auspacken und der anschließenden Verkabelung dieses Setups erstarre ich fast ein wenig vor Erfurcht, bekomme aber zeitgleich ein breites Grinsen ins Gesicht. Sechs mal Moog, das verspricht ein Sound-, Spiel- und Spaßabenteuer zu werden.

Fettes Optik, Fetter Sound

Wie man es von Moog kennt, steckt schon in dem Erscheinungsbild der Treter sehr viel Liebe. Die Seitenteile sind typisch für analoge Kisten aus schickem Hartholz, dazwischen warten Potis und Schalter im originalen Minimoog Look darauf, von uns bewegt zu werden und uns haptisch zu verführen – so müssen sich Potis anfühlen.

Auch die Effekt Ein- und Ausschalter sind sehr stabil konzipiert und sollten der Betätigung mit festerem Schuhwerk oder aus größerer Höhe standhalten. Beim Anschluss der Geräte fällt auf, dass auch bei den Klinkenbuchsen nicht gespart wurde. Die Tatsache, dass diese nicht wie bei vielen anderen Herstellern auf die Platine gelötet sind, verzeiht es, wenn die Sprung-/Tanzeinlage mal auf den Klinkensteckern landet. Die Netzteile sind schlank gehalten, sodass man sie problemlos nebeneinander in die Mehrfachsteckdose bekommt, allerdings sitzen die Stromversorgungskabel im Gerät nicht wirklich fest.

Schönheit vergeht, Sound besteht

Charmant blinkend und in Reihe verkabelt liegen sie vor mir, und ich bin etwas überfordert. Einfach mal drauflos, gefüttert mit dem Signal eines Moog Prodigy, komme ich erst eine Stunde später wieder zu mir und realisiere, wozu ich hier bin. Was ein Spaß, schade, dass ich die erste Stunde unseres Rendezvous nicht aufgenommen habe.

Bleibt erstmal ganz nüchtern festzuhalten, dass fast alle Geräte über einen True Bypass verfügen, der durch eine rote LED angezeigt wird, was in der Live-Situation ein großes Plus ist. Die Pedale sind sehr bedienerfreundlich konzipiert, und ihre Potis erlauben jederzeit ein komfortables und sinnvolles Eingreifen.

Alle Geräte sind in ihrem Aufbau sehr klar strukturiert und damit auch für Synthesizer-Laien relativ schnell zu bedienen und zu verstehen. Ich habe mir die sechs Edeltretminen erst einmal auf Höhe meiner Synthesizer platziert, denn ich bringe es zunächst einfach nicht übers Herz, sie „mit Füßen zu treten“.

Durch die mitgelieferten Expression Pedale EP2 lassen sich dennoch nahezu alle Parameter mit dem Fuße steuern. Wer angesichts der gehobenen Preisklasse eierlegende Woll-Milch-Säue erwartet, liegt völlig falsch: Jeder Moogerfooger kann prinzipiell nur eine Sache – und die besonders gut. Und die Frage nach Speicherplätzen und Batteriebetrieb muss für alle Geräte mit „nein“ beantwortet werden. Willkommen im Reich der ehrlichen Analogen!


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