Bass
Test
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25.10.2019

Praxis - Einzeltests mit Soundfiles

Auf geht's! Die Reihenfolge beim Test richtet sich nach der aktuellen Preisliste.

Harley Benton BB410T

Harley Benton ist die Eigenmarke Thomanns im Gitarren- und Bassbereich. Die BB410T verträgt 500 Watt, das Gehäuse besteht aus Sperrholz und die Box wiegt ca. 32 kg. Der Preis liegt tatsächlich nur knapp über 200,- Euro, und dafür gibt es bereits erstaunlich viel Ausstattung: Jeweils zwei Klinken- und zwei Speakonbuchsen als Ein- bzw. Ausgänge, ein stufenlos regelbares Hochtonhorn, nach vorn gerichtete Bassreflexöffnung und abnehmbare Rollen zur Erleichterung des Transports. Optisch fällt die Box durch die silbernen Membranen auf. Diese bestehen jedoch nicht aus Aluminium wie bei den bekannten Hartke-Boxen, sondern aus Pappe.

ACHTUNG: Zurzeit befindet sich diese Box leider nicht mehr im Thomann-Sortiment!

Ashdown Toneman 410T Deep

Ashdown ist eine britische Firma, die sich seit 20 Jahren fast ausschließlich der Herstellung von Bassequipment verschrieben hat. Ihr Chef Mark Gooday war zuvor Mastermind hinter der Traditionsmarke Trace Elliot. Erfahrung im Boxenbau kann man also getrost voraussetzen. Wie bei vielen Firmen heutzutage gibt es auch bei Ashdown verschiedene Modellreihen aus unterschiedlichen Produktionsländern. Zum Preis von 269,- Euro (Stand: Oktober 2019) kommt die Toneman 410T Deep erwartungsgemäß aus China.

Ihre Ausstattung ist eher spartanisch: eine Klinken- und eine Speakonbuchse, zwei runde Bassreflexöffnungen auf der Rückseite - das war's! Kein Horn, keine Rollen oder ähnliches. Doch das muss natürlich nicht schlecht sein, frei nach dem Motto: "Lieber an oftmals überflüssiger Ausstattung als an Sound gespart!" Die Box ist mit 450 Watt belastbar und wiegt ca. 37 kg.

(Produktseite auf thomann.de)

TC Electronic K-410

Für 429,- Euro (Stand: Oktober 2019) gibt es die stylish aussehende Box von TC Electronic. Sie stammt aus der günstigeren Serie der dänischen Firma, die in den letzten zehn Jahren enorm aktiv im Bereich Bassequipment war. Gefertigt wird die Box in China. Mit ihrem Rallye-Streifen setzt die K-410 einen netten optischen Akzent und kommt mit gleich vier rückseitigen Bassreflexöffnungen.

Ansonsten geizt das Cabinet etwas mit Ausstattung - nur zwei Speakonbuchsen müssen reichen! Der Hochtöner ist nicht regelbar, Rollen oder ähnlichen Luxus gibt es nicht. Das muss aber, wie schon erwähnt, nicht unbedingt ein Nachteil sein, denn in dieser Preisklasse muss sicher irgendwo gespart werden. Dann doch lieber am richtigen Ende! Das Gewicht von 29 kg ist noch moderat, und die Box kann mit 600 Watt befeuert werden.

(Produktseite auf thomann.de)

Warwick WCA-410-8

Die Box der deutschen Company Warwick bleibt mit einem Preis von 449,- Euro (Stand: Oktober 2019) unter der 500-Euro-Hürde und kostet immerhin das Doppelte der ersten beiden Kandidaten. Dafür macht sie aber auch einen robusteren Eindruck, denn der Filzbezug, das Frontgitter und auch die Griffe wirken deutlich hochwertiger. Diese Features machen sich aber auch in ein paar zusätzlichen Kilo bemerkbar (40 kg).

Auch die Warwick-Box besitzt ein Hochtonhorn. In vier Stufen lässt sich per Regler wählen, wie stark dieses ins Geschehen eingreift. Die Bassreflexöffnung ist nach vorne gerichtet. Als Anschluss dienen zwei Speakonbuchsen. Abnehmbare Rollen verkomplettieren das Bild, allerdings ist die Box mit 400 Watt etwas weniger stark belastbar als die zwei Mitbewerber aus dem unteren Preisbereich.

(Produktseite auf thomann.de)

Fender Rumble 410

Fender waren die ersten, die 1954 eine 4x10er-Box auf den Markt brachten. Die Rumble 410 lehnt sich zumindest optisch an diese Epoche an. Silberne Frontbespannung und ein schwarzer Bezug aus Vinyl sorgen für authentischen Vintage-Look und -Vibe. Das Cab ist trotz normaler Speaker mit Keramikmagneten (designed by Eminence) relativ leicht und bringt gerade mal 28,5 kg auf die Waage. Dazu besitzt die Box abnehmbare Rollen, ist also bisher die transportfreundlichste.

Das Hochtonhorn lässt sich in drei Position schalten. Je eine Speakon- und eine Klinkenbuchse dienen zum Anschluss der Lautsprecherkabel. Sie weist eine Belastbarkeit von 500 Watt auf, wird in Mexiko hergestellt und kostet 535,- Euro (Stand: Oktober 2018).

(Produktseite auf thomann.de)

Hartke HX410 HyDrive

Nur unwesentlich mehr als die Fender Rumble kostet die Hartke HyDrive, die vermutlich jeder schon mal gesehen hat, da sie seit einigen Jahren die bevorzugte Box Victor Wootens ist. Ihre Speaker haben eine Membran aus Pappe und Aluminium. Die Magneten der Lautsprecher bestehen aus dem leichten Neodym. Die Belastbarkeit beträgt satte 1000 Watt - deutlich mehr als alle Vorgänger!

Auch die Hartke-Box wirkt sehr robust und hochwertig. Vor allem die Metallgriffe unterscheiden sich klar zu denen der bisherigen Kandidaten. Zwei Speakon- und zwei Klinkenbuchsen bieten genug Möglichkeiten für alle Kabelarten, das Horn ist in drei Stufen regelbar. Sie bringt 31 kg auf die Waage und kommt mit abnehmbaren Rollen.

Markbass Standard 104HR

Mit der Markbass-Box machen wir nunmehr einen Preissprung auf aktuell 773,- Euro (Stand: Oktober 2019). Allerdings hat man auch gleich den Eindruck, dass hier abermals alles spürbar stabiler, robuster und langlebiger ist. Bezug, Griffe, Kunststoff-Ecken etc. fühlen sich einfach noch einmal deutlich hochwertiger an. Das schlägt sich eben auch im Preis nieder.

Die Markbass-Box weist mit ihren gelben Speakern ein klares optisches Alleinstellungsmerkmal auf. Neben der Hartke ist sie die zweite Box mit Neodym-Lautsprechern. Auf diesem Gebiet ist die italienische Company Markbass schon seit Jahren einer der wichtigsten Vorreiter. Gerade mal 25 kg wiegt die 104HR und hat eine Leistungsaufnahme von 800 Watt.

Auch sie kommt mit einer rückseitigen Bassreflexöffnung, und das Hochtonhorn ist stufenlos einstellbar. Der Regler dafür ist seitlich angebracht, was einen schnellen Zugriff ermöglicht, ohne die Box bewegen zu müssen. Das war bei bisher keiner Box der Fall - auch hier zeigt sich das Quäntchen mehr Professionalität!

(Produktseite auf thomann.de)

Gallien Krueger 410RBH

Mit 777,- Euro (Stand: Oktober 2019) schlägt die Box aus der Profi-Linie von Gallien Krueger zu Buche. Firmengründer Bob Gallien ist ein Pionier in Sachen Bassverstärkung - etliche Innovationen, die heute längst Standards geworden sind, gehen auf sein Konto. Die 410RBH wird in den USA gefertigt und hat vieles mit den teureren Mitbewerben gemeinsam: nach vorn gerichtete Bassreflexöffnung, stufenlos regelbares Hochtonhorn, sehr stabile Bauweise, etc.

Allerdings ist sie die einzige Box im Test, die sich deutlich in der Form unterscheidet. Bisher waren alle Kandidaten rechteckig. Die Gallien Krueger hat eine spezielle Form, welche es ermöglicht, sie senkrecht, waagrecht und auch schräg (wie einen Monitor) zu stellen. Toll, das nenne ich Flexibilität!

(Produktseite auf thomann.de)

Eich Amplification 410L

Haarscharf über 1000,- Euro (1099,- Euro im Oktober 2019) liegt die Box der deutschen Schmiede Eich Amplification. Thomas Eich ist seit Jahrzehnten eine feste Institution in der Welt der Bassverstärkung. Seit kurzem ist er unter eigenem Namen unterwegs und hat erneut eine breite Palette an Boxen und Amps zu bieten. Die 410L verträgt dank spezieller Eich TE10D-Speaker stolze 1200 Watt - bei gerade mal 31 kg Gewicht!

Sie ist die erste Box, die nicht aus Fernost stammt, denn die 410L wird komplett in Deutschland gefertigt. Lobenswert! Dies zeigt sich auch in der professionellen Ausstattung und Verarbeitung. Ähnlich wie beim Markbass-Cab kann man hier deutlich sehen und fühlen, für was man sein Geld ausgibt.

Das Horn der 410L kann man in sechs Stufen regeln. Auch hier wurde der Zugang geschickt im seitlichen Griff versenkt. Die 410L besitzt auf der Oberseite eine Schiene, welche eine Halterung für die passenden Eich-Topteile ist. In Zeiten von federleichten Digital-Amps, die man schnell mal versehentlich mit dem Kabel von der Box ziehen kann, ist das ein wirklich cleveres Detail!

(Produktseite auf thomann.de)

Ampeg SVT-410LF

Kommen wir zu der Ikone schlechthin: Ampeg galt über Jahrzehnte als Synonym für Bassverstärkung. So richtig Konkurrenz bekam die Company erst in den 1980er-Jahren, als auch andere, modernere Sounds gefragt waren. Nach wie vor gilt aber der Ampeg SVT mit der passenden 8x10er-Box als Referenz für einen durchsetzungsstarken und tragfähigen Basston.

Auch die Ikone aus den USA lässt mittlerweile bis auf einige ausgewählte Produkte in Fernost fertigen. Die 410LF stammt also aus China, soll aber bis auf Speaker identisch zu der etwas teureren US-Variante sein. Sie hat eine Belastbarkeit von 500 Watt, eine nach vorn gerichtete Bassreflexöffnung und ein stufenlos regelbares Hochtonhorn. Die Anschlussperipherie ist mit je zwei Speakon- und Klinkenbuchsen geradezu luxuriös.

Als einzige 4x10er-Box im Test hat sie einen praktischen Aluminium-Griff auf der Rückseite, mit dem man sie bequem kippen und rollen kann. Angesichts der 38 kg ist das sicher hilfreich. Einzig der preiswert wirkende Bezug trübt das Bild etwas. Für knapp unter 1000,- Euro ist diese Box zu haben.

Orange OBC 410

Die "coolste Socke" unter allen Bewerbern ist sicherlich die Box der britischen Traditionsmarke Orange. Nach dem Motto "Schwarz kann doch jeder!" setzten sie unerschrocken auf ihr berühmtes knalliges Äußeres, das deutlich an die Hautfarbe eines Briten im Mallorca-Urlaub erinnert. Respekt! Mein Herz haben sie damit schon einmal gewonnen, und die Rock'n'Roll-Geschichte gibt ihnen Recht.

Der Rest der Box ist vergleichsweise konservativ: Bassreflexöffnung nach hinten, Hochtonhorn (in drei Stufen regelbar) und eine Belastbarkeit von 600 Watt. Den Gewichtswettbewerb für das schwerste Produkt gewinnt sie mit ihren 45 kg, was sicher von in der extrem robusten Bauweise begründet liegt. Ihr Preis liegt bei 1.119,- Euro (Stand: Oktober 2019).

(Produktseite auf thomann.de)

Glockenklang Quattro

Spitzenreiter beim Preis ist der Kandidat aus der deutschen Edelschmiede Glockenklang. Keine andere Firma steht so konsequent für unverfälschten Ton und maximales Detailreichtum. Diesen Ruf genießt Glockenklang zu Recht weltweit. Wer die Quattro möchte, sollte 1.190,- Euro (Stand: Oktober 2019) in der Tasche haben. Dafür bekommt man aber auch absolutes Highend-Equipment "made in Germany".

Vier dreieckige Bassreflexöffnungen zeigen nach vorne. Das Hochtonhorn lässt sich rückseitig stufenlos regeln, und die Box verträgt satte 800 Watt. Auch sie ist mit 37 kg kein Leichtgewicht, macht aber insgesamt einen sehr nüchternen und pragmatischen Eindruck. Hier merkt man sofort, dass keine Augenwischerei betrieben wird, sondern ausschließlich die inneren Werte zählen!

(Produktseite auf thomann.de)

Nachfolgend präsentiere ich euch noch einmal alle Soundbeispiele nach den Kategorien Fingerstyle/Slap/Rock geordnet. Auf diese Weise kann man die verschiedenen Boxen einfacher und schneller direkt vergleichen.

Direktvergleich aller Boxen mit Jazz Bass (Fingerstyle)

Direktvergleich aller Boxen mit Jazz Bass (Slapping)

Direktvergleich aller Boxen mit Precision Bass (Rock, Finger)

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