Bass
Test
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10.10.2018

Testmarathon 4x10"-Bassboxen

Zwölf 4x10er-Boxen im Direktvergleich

Welche 4x10"-Box passt zu mir und meinem Stil?

Du bist auf der Suche nach einer geeigneten 4x10-Bassbox, weißt aber nicht, welche die richtige für dich ist? Wie ist der Sound der Produkttypen unterschiedlicher Hersteller? Wie ist die Verarbeitung, und wie verhält es sich mit dem Gewicht? In unserem großen Vergleichstest haben wir zwölf Exemplare renommierter Hersteller direkt miteinander verglichen, um dir bei deiner Suche behilflich zu sein - natürlich mit Klangbeispielen, damit du dir ein besonders gutes Bild machen kannst. Außerdem bekommst du in diesem Artikel noch zahlreiche Hintergrundinfos rund um das Thema "4x10-Bassboxen"!

Vorteile einer 4x10-Bassbox auf einen Blick:

  1. klarer, direkter Sound der 10"-Lautsprecher
  2. gute Tiefbasswiedergabe durch Aufaddieren der Membranflächen
  3. schnelles Attack (ideal für Slapping, Tapping, Plektrumspiel ...)
  4. akzeptables Gewicht
  5. akzeptable Gehäuseausmaße
  6. problemlos als Standalone zu betreiben oder ...
  7. ... beliebig mit weiteren Boxen kombinierbar

Geschichtliches: die 4x10-Bassbox - ihrer Zeit voraus?

Obwohl es 4x10-Bassboxen schon seit Fenders Bassman 5D6 aus dem Jahre 1954 gibt, taten sie sich zunächst schwer, den Weg in die Herzen der Bassisten/innen zu finden. Lange Zeit vertrauten Musiker der Annahme, dass fette 15"- oder sogar 18"-Lautsprecher sich am besten zur Wiedergabe von tiefen Frequenzen eigenen. Der Grund: Große Speaker versprachen eben auch einen runden und gutmütigen Basssound!

Dieses Klangideal entsprach sowohl den Musikstilen der 50er- und 60er-Jahren, wie auch der Spielweise der Bassisten der damaligen Zeit. Legendäre Amps (wie z.B. der Ampeg B-15) sind Zeuge dieser Epoche und noch heute gesuchte Schätzchen. Von Features wie einem Hochtonhorn in Bassboxen war man noch weit entfernt.

>>>Lust auf noch einen weiteren Testmarathon? Hier erfährst du alles Wissenswerte rund um den Fender Jazz Bass!<<<

Ampeg und die Folgen

1969 betrat dann das berühmte 8x10"-Monster aus dem Hause Ampeg die Bühne! Diese aufgrund ihrer Größe "Kühlschrank" genannte Box setzte in punkto Lautsprecher-Bestückung, Bauart und Gehäusevolumen neue Maßstäbe in der Bassverstärkung - und das bis heute!

Gemeinsam sind wir stark: Viele Speaker = besserer Sound!

Rein physikalisch gesehen erreicht man nämlich durch das Summieren mehrerer kleiner Speaker eine bessere Basswiedergabe als ein großer Speaker mit der gleichen Membranfläche. Zwei 10"-Lautsprecher übertragen den Bassbereich demnach also besser als ein einzelner 15-Zöller. Allerdings besitzen die Zehner einen gänzlich anderen Klangcharakter, denn sie sind wesentlich direkter und weniger gutmütig. Ob man dieses oder jenes lieber mag, ist einzig und allein Geschmackssache.

Klangliche Eigenschaften von 4x0-Boxen: präziser Sound und schnelle Ansprache!

Eine besondere Eigenschaft kleinerer Lautsprecher ist ihre schnelle Ansprache. Sie reagieren sehr präzise und wesentlich flinker auf das Spielgeschehen, da sie eine geringere Auslenkung der Membran mitbringen. Somit können sie wichtige Details im Sound klarer wiedergeben. Dieser Fakt wurde alsbald enorm wichtig, denn in den 70er-Jahren erlebte der E-Bass eine echte Revolution. Ein neuer Trend war unaufhaltsam auf dem Vormarsch ‑ das Slapping!

Um diese perkussive Spielart mit vielen schnell aufeinander folgenden Attackhüben adäquat zu übertragen, eigenen sich 10"-Speaker ganz hervorragend. Größere Lautsprecher hingegen sind hier häufig viel zu träge. Zudem wurde der E-Bass in dieser Zeit durch Legenden wie Jaco Pastorius oder Stanley Clarke emanzipiert: bis dato nie vorstellbare technische Fähigkeiten und Detailreichtum waren durch jene Herren jetzt auch auf dem E-Bass möglich.

4x10-Bassboxen auf dem Vormarsch im Wandel der Zeit

Dieser Trend färbte nach und nach auf nahezu alle übrigen Bassisten/innen ab. Herkömmliche 15"-oder 18"-Boxen waren daher schon bald nicht mehr in der Lage, mit dem erweiterten Repertoire und technischen Fähigkeiten der Bassistenwelt Schritt zu halten.

Mit ihrer schnelle Ansprache und dem direkten und präzisen Ton war die 4x10-Box für all diese neuen Entwicklungen ein perfekter und zuverlässiger Partner. Zudem ist sie gleichermaßen leistungsstark wie noch einigermaßen transportabel. Als Folge gewannen die 4x10-Boxen stetig neue Anhänger hinzu und waren vor allem in den 1980er- und 90er-Jahren das Herz fast aller Bassanlagen in sämtlichen Stilistiken. Firmen wie SWR, Eden oder Gallien Krueger sicherten sich zunehmend größere Marktanteile und prägten den beliebten amerikanischen HiFi-Sound, für den vor allem Marcus Miller mit seiner damaligen SWR-Anlage steht.

Neben dem erleichterten Transport ist ein unschätzbarer Vorteil der 4x10 gegenüber der 8x10 die Möglichkeit, sie je nach Anforderung und Größe des Gigs entweder alleine zu betreiben oder aber, sie beliebig mit einer weiteren Box (1x15", 4x10" etc.) zu kombinieren.

Heutzutage geht der Trend immer mehr zu "klein und leicht", weswegen die 4x10-Box in den letzten Jahren etwas an Boden eingebüßt hat. Sobald die Bühnen aber größer werden und/oder die Lautstärke zunimmt, muss zwangsläufig mehr Luft bewegt werden und man kommt um "Hubraum" (sprich: Membranfläche) nicht herum. Die Physik kann man schließlich nicht überlisten! Und so werden auch in den kommenden Jahren 4x10-Boxen stets ihre Daseinsberechtigung behalten.

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Unser Bassboxen-Vergleichstest: die Auswahlkriterien

In diesem Vergleichstest präsentieren wir euch zwölf ausgewählte 4x10-Boxen, die wir 1:1 miteinander verglichen haben.

Ausgewählt wurde nach zwei Kriterien: Marke und Preis. Nicht wenige Hersteller bieten ja mehrere Versionen von 4x10-Boxen zu unterschiedlichen Preisen an. Da wir aber aufgrund des großen Angebots nicht alles testen können, was der Markt hergibt, haben wir uns entschieden, immer nur je eine Box einer Marke auf den Prüfstand zu heben. Die Soundphilosophie einer Company schlägt sich ja in der Regel in allen Modellreihen wider.

Die drei Preiskategorien unseres Tests:

  • unteres Preissegment (unter 500,- Euro)
  • mittleres Preissegment (500,- bis 1000,- Euro)
  • oberes Preissegment (über 1000,- Euro)

Verwendete Testbässe

Als Testbässe habe ich zwei Stereotypen gewählt: einen vergleichsweise neutral klingenden Sadowsky Metro Jazz Bass (im Passivmodus, beide Pickups auf 100%), mit dem ich einen Fingerstyle- und einen Slapgroove gespielt habe. Der zweite Bass war ein Fender Precision, der für einen erdigen Rockgroove herhalten musste. Somit kamen wir pro Box auf drei ganz unterschiedliche Soundbeispiele, die einen guten Eindruck vermitteln sollten.

Versuchsaufbau

Der Test fand in der Bassabteilung des Musikhauses Thomann statt. Aufgrund des laufenden Geschäftsbetriebs ließ sich das eine oder andere Hintergrundgeräusch leider nicht ganz vermeiden. Genauso verhielt es sich mit Vibrationen im Raum, die manche Box hervorrief. Dies dürfte aber unterm Strich eher zur Authentizität beitragen, da ihr sicher auch kein "keimfreies" Akustiklabor als Proberaum besitzt.

Um den gleichen Höreindruck während des Tests zu haben wie ich, müsstet ihr jedoch genaugenommen auch die gleiche Membranfläche einer 4x10er zur Wiedergabe hören. Das ist allerdings auf Computerlautsprechern ziemlich unrealistisch, aber eine gute Abhöre oder gar Kopfhörer sind natürlich dennoch sehr hilfreich, damit ihr euch ein möglichst genaues Urteil bilden könnt.

Alle Boxen mit Ausnahme der Ashdown Toneman 410T Deep besitzen ein Hochtonhorn. Bei einigen lässt sich dieses stufenlos regeln, bei anderen gibt es einen Schalter mit mehreren Positionen. Ich habe hier stets die Mittelstellung gewählt, um die Vergleichbarkeit zu gewährleisten. Auf diese Weise kann man auch gut die unterschiedliche Ansätze der Hersteller bezüglich des Horns im Klangbild bewerten.

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Alle Boxen besitzen eine Impedanz von 8 Ohm. Die einzige Ausnahme war die Ampeg 410HLF, die nur in der 4-Ohm-Variante erhältlich ist. Der verwendete Amp war ein Glockenklang Steamhammer, bei dem alle klangformenden Elemente (Equalizer etc.) deaktiviert waren. Das Unternehmen aus Herford steht ja bekanntlich für einen neutralen und puren Sound mit wenig eigener Färbung und eignet sich daher für einen derartigen Test sehr gut.

Als Mikrofon benutzte ich ein Electro Voice RE20 zur Direktabnahme. Ich platzierte es bei jeder Box am linken oberen Speaker - und zwar an der Stelle, an der die Kalotte auf die Membran trifft. Für den Raumklang kam darüber hinaus ein Neumann UL87 (Kugelmodus) im Abstand von ca. 1 Meter zur Box zum Einsatz.

Das D.I.-Signal des Amps fand natürlich keine Verwendung, da dies den Eigencharakter der Boxen verfälscht hätte. Aus diesem Grunde klingen die Soundbeispiele auch sehr rau und deutlich dumpfer, als man es von Klangbeispielen der meisten Testberichte gewohnt sein dürfte.

Als Referenz zur Mischung der Mikrofon-Signale diente mir die Glockenklang-Box - ihr sagt man in der Szene gemeinhin die beste Linearität nach. Am besten hörst du zuerst und immer wieder mal die Beispiele dieser Box an, um auch deinem Ohr eine Referenz zu geben.

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