Bass Workshop_Folge
Workshop
7
06.08.2013

Basics - Soulbassing #1 - Bass Workshop

So spielt man Soulbass.

Der Bass in Stücken von Sam&Dave (mit Duck Dunn), Marvin Gaye (James Jamerson) oder Donny Hathaway (Willie Weeks) hat eine klar definierte Rolle, ein Konzept, was meist (mit Variationen) konsequent durch den gesamten Song durchgezogen wird. Man spricht hier gerne von „Subhooks“. Soulbassing heißt vor allem, Riffs spielen.

Dabei sollte eines klar sein: Wenn man sich zu einem solchen Riff bekennt und dieses immer und immer wieder als treibendes Element in der Musik durchzieht, wird die Wertigkeit jeder einzelnen Note umso wichtiger. Gute Soulbasslinien sind relativ simpel gehalten, wiederholen sich und werden doch oft im Laufe des Songs in jeder Wiederholung immer besser bzw. zwingender – passend zum steigenden Groovefaktor der Nummer.

Also: let´s get it on........

Ich möchte mich in diesem ersten Teil zunächst gerne auf das Tonmaterial von Durakkorden beschränken, anhand derer wir verschiedene Konzepte und Riffs erarbeiten wollen. Du wirst zwar sehen, dass es im Laufe der Zeit etwas komplexer wird, aber hauptsächlich geht es mir darum, dich fühlen zu lassen, inwiefern sich ein Groove verändert, wenn man Noten weglässt, hinzufügt oder rhythmisch anders positioniert.

Wenn du dann im Proberaum stehst und einen neuen Song einstudierst, hast du Tools im Köcher, die dich in die Lage versetzen, die Erscheinung des Songs aktiv zu beeinflussen. Und sobald die Jungs und Mädels anfangen zu tanzen, weißt du, dass das richtige Konzept gefunden ist. Und dieses kann dann meistens auf das ganze Stück übertragen werden.

Grundsätzlich gilt: Bekenne dich zu dem Konzept, das sich für dich am besten anfühlt und behalte es bei. Wenn du sicher im Umgang mit deinen Konzepten bist, gibt dir das den Freiraum, dich auf deine Hauptaufgabe zu konzentrieren: Mit den Drums einloggen und mit jeder Wiederholung tighter zu werden.

Ein charakteristisches Merkmal von Soulbasslines ist die Verwendung der Pentatonik. Die Pentatonik ist, wie der Name schon sagt, eine Tonleiter, die aus 5 Tönen besteht. So bildet sich beispielsweise die Dur-Pentatonik aus den folgenden Intervallen der Tonleiter: 1-2-3-5-6. In C-Dur wären dies also die Töne C-D-E-G-A.

Die Noten als PDF

Am meisten Sinn macht es, Tonleitern im Quartenzirkel zu üben (ich habe es im vorangegangenen Notenbeispiel ja schon mit C und F vorgemacht). Man spielt also die gleiche Melodie in verschiedenen Tonarten und schafft somit eine Verbindung zwischen dem Fingersatz und der Melodie. Die Reihenfolge der Tonarten wäre somit diese:

C-F-Bb-Eb-Ab-Db-Gb-H-E-A-D-G-C

Das zweite Beispiel reduziert die Pentatonik noch um einen weiteren Ton. Wir lassen die Sekunde, also den zweiten Ton, weg und erhalten so eine 4-Tonskala, die im Soul oft benutzt wird.

Wie du hörst, habe ich das zweite Beispiel bereits durch den Quartenzirkel gespielt – und genau das solltest du auch tun um dich daran zu gewöhnen, in Melodien und Funktionen zu denken, anstatt alles auf eine bestimmte Stelle deines Griffbretts zu beziehen.

Die Noten als PDF

Unter den Noten habe ich immer einen Fingersatz angegeben. Du solltest beide Varianten üben. Welcher Fingersatz wann eingesetzt wird, hängt von der musikalischen Situation ab, da beide einen unterschiedlichen Sound haben. Grundsätzlich klingt der Fingersatz ohne Shifts (also Positionswechsel, angegeben durch die obere Zahl) meist cleaner und wirkt bei Grooves mit kleineren Notenwerten präziser (Beispiele 9/4 oder 9/6 eignen sich für diesen Fingersatz). Der Fingersatz mit Positionswechsel eignet sich gut für Grooves mit dicken Tönen im Stile von z.B. Donald „Duck“ Dunn bei Booker T & the MGs/Stax und hat, wie ich finde, immer eine Idee mehr Blues. Vor allem der Slide vom Grundton (1.Finger) zur Terz (3.Finger) ist stilbildend und muss mit Ruhe ausgeführt werden, sodass der Ton gut in den Drums sitzt und eher ein wenig hinter dem Beat als zu früh klingt.

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