Gitarre Hersteller_Nux
Test
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02.03.2018

Praxis

Beim Anschließen des NUX Loop Core Deluxe wird das Pedal erst mit Strom versorgt, wenn ein Ausgang belegt ist. Gleichzeitig erkennt das Pedal beim Belegen der Ausgangsbuchsen den jeweiligen Betriebsmodus. Dieser lässt sich zusätzlich noch über einen Tastenbefehl beim Anschluss des Netzteils auf zwei Arten konfigurieren. Ist der Standardmodus aktiviert, wird bei der Belegung von nur einem Output das Signal des Drumcomputers und des Instrumentes gemeinsam über diesen abgespielt. Belegt man wiederum beide Ausgänge, werden die Quellen getrennt.

Wahlweise lässt sich bei der Belegung von nur einer Buchse eine Frequenzkorrektur aktivieren, die je nach Situation entweder eine Lautsprechersimulation für das Gitarrensignal (Mixer Out) oder eine Anpassung des Drumcomputer-Signals (Amp Out) für das Abspielen über den Gitarrenamp bereithält.

Aktiviert man den alternativen Modus, wird das Drumcomputer-Signal über beide Ausgänge in Stereo ausgegeben. Dieser Modus empfiehlt sich, wenn man die Signale beispielsweise nur an ein Mischpult oder ein Audiointerface weiterleitet. Die Cab Sim kann auch hier für das Gitarrensignal aktiviert werden.

Im Praxischeck will ich zunächst die Eigenschaften und den Klang des Loopers beleuchten. Das Pedal liegt dabei vor meinem Röhrenamp, dessen Vorstufe schon einen ordentlichen Crunchsound erzeugt, bei dem sich Klangunterschiede sehr gut wahrnehmen lassen.

Vorab sei gesagt, dass sich trotz der vielen Funktionen und Konfigurationsmöglichkeiten des Pedals der einfache Loop-Vorgang völlig unproblematisch gestaltet, sodass man direkt nach der Inbetriebnahme loslegen kann. Auf Unity Gain wird das Signal dabei übrigens wiedergegeben, wenn das Poti auf 12 Uhr steht. So hat man also bei diesem Probanden auch die Möglichkeit, das aufgenommene Signal lauter abzuspielen.

Wir hören zu Beginn ein Akkordriff, das im zweiten Durchlauf vom Looper wiedergegeben wird.

Wie man hören kann, gibt der Looper das Gitarrensignal in einer sehr guten Auflösung wieder. Das Aufnahmesignal ist dabei eine winzige Spur matter in den Höhen. Dafür muss man aber auch schon sehr die Ohren spitzen. Meines Erachtens fällt dieser Umstand daher in der Praxis nicht weiter ins Gewicht.

Das Gerät bietet drei Möglichkeiten, den laufenden Loop zu beenden. In der Standardeinstellung wird der Loop beendet, sobald der Fußschalter des Pedals zweimal kurz hintereinander gedrückt wird. Alternativ kann das Pedal aber auch so konfiguriert werden, dass der Loop wahlweise erst zum Ende automatisch endet oder ausfaded. Weiterhin schlummert in dem Pedal eine Auto-Recording-Funktion. Ist diese aktiviert, kann man den Looper über den Fußschalter in Standby versetzen. Sobald man anschließend anfängt zu spielen, startet die Aufnahme.

Um herauszufinden, wie der Looper mit mehreren Overdubs umgeht, nehme ich nun ein weiteres Beispiel auf. Aktiviert ist dabei sowohl der Auto-Record-Mode als auch die Fade-Out-Funktion.

Auch mit mehreren Overdubs gibt unser Testkandidat ein absolut sauberes Signal aus. Die Auto-Record-Option funktioniert ebenfalls sehr gut. Der Attack des ersten Tons wird zwar aufgrund des klitzekleinen Moments ein wenig beschnitten, den der Trigger braucht, um das Signal zu registrieren. Das ist aber bei diesem Prinzip auch nicht anders möglich. Spielt man eine knackige rhythmische Figur, die an den Beginn des Loops nahtlos anschließt, fällt diese Einschränkung übrigens nicht mehr auf. Die Fade-Funktion arbeitet ansonsten ebenfalls recht gut. Hört man allerdings ganz genau hin, wird das Signal am Ende etwas unsauber abgeschnitten.

Mithilfe des zusätzlichen Fußschalters über Output A kann der aufgenommene Loop bei längerem Halten des Tasters auch gelöscht werden, ohne dass das Material noch einmal gestartet werden muss. Zweifelsohne ein Vorteil gegenüber anderen kompakten Loop-Pedalen, die nur mit einem Fußschalter auskommen müssen. Außerdem lässt sich am Gerät konfigurieren, dass das Overdub-Verfahren bei einmaligen Drücken des Fußtasters direkt im Anschluss an eine Aufnahme eingeleitet wird. Für diese Option muss der Fußschalter beim Einstecken des Netzteil gehalten werden.

Wie bereits erwähnt, besteht die Möglichkeit, für das Gitarrensignal eine Cab-Simulation zu aktivieren, wenn es über den Mixer-Output abgezweigt wird. Dafür muss beim Einstecken des Netzteils zuvor der Save/Delete-Taster gehalten werden. Gleichzeitig lässt sich so das Signal des Drumcomputers für die Ausgabe über den Amp-Out in seinen Frequenzen korrigieren.

Die eingebaute Lautsprechersimulation soll nun etwas genauer beleuchtet werden und ich schalte im Folgenden ein Overdrive-Pedal vor den Looper. Wir hören das Signal des Mixer-Outputs zunächst ohne und anschließend mit aktivierter Cab-Simulation.

In der Tat ist das Loop Core Deluxe in der Lage, dem unschönen Line-Signal des Overdrive-Pedals eine Speaker-ähnliche Note aufzudrücken. Variationen wie bei anderen Cab-Simulations-Pedalen hat dieser Vertreter zwar nicht im Angebot, aber für den Fall, dass kein echter Amp samt Box zur Verfügung steht, lohnt es sich durchaus, diese Funktion auszuprobieren.

Um die Ausgänge als Stereo-Ausgabequellen für das Drumcomputer-Signal zu verwenden, muss der Rhythm-Taster beim Einstecken des Netzteils gehalten werden. Für einen ersten Eindruck der Qualität der Drumsounds nehme ich beide Outputs nun in Stereo auf und skippe mich dabei durch die verschiedenen Grooves.

Der Drumcomputer liefert ein ziemlich rustikales Signal mit hohem Beckenanteil. In der Dance- und Latin-Abteilung wird zwar klanglich für Abwechslung gesorgt, ansonsten bleiben die Sounds aber eher gleich. Beim Üben, Einspielen und Festhalten von Skizzen kann der Drumcomputer aber auf jeden Fall hilfreich sein.

Schickt man das Signal des Drumcomputers über den Amp-Output an einen Gitarrenverstärker, schlägt der Hersteller vor, die Frequenzkorrektur für das Drumcomputer-Signal zu aktivieren. Wichtig ist natürlich dabei, mit einem clean eingestellter Verstärker zuarbeiten. Für meinen Geschmack wird der Sound des Drumcomputers mit aktivierter Frequenzkorrektur allerdings eher abgewertet. Aber hört selbst.

Nimmt man Material mithilfe des Drumcomputers oder des Metronoms auf und möchte den Taktgeber später nicht ins Geschehen einbinden, muss dessen Volume-Regler stets heruntergeregelt sein, da der Looper ansonsten gemeinsam mit dem Audiomaterial auch den Drumcomputer abfährt.

Wenn gewünscht, kann das Tempo einer Aufnahme nachträglich verändert werden. Dies geschieht natürlich nicht ohne Klangeinbußen, kann aber beispielsweise beim Üben sehr nützlich sein. Wir hören dazu im folgenden Audiofile erst die aufgenommene Phrase im Originaltempo, anschließend läuft der Loop langsamer und dann schneller ab.

Das Speichern eines Loops gestaltet sich absolut unproblematisch. Allerdings darf man diesen Schritt nach einer Aufnahme auch nicht vergessen, da das Material ansonsten, sobald man den Speicherplatz wechselt, gelöscht wird. Aufgenommene Loops lassen sich erfreulicherweise auch problemlos auf andere Speicherplätze kopieren. Dies kann hilfreich sein, wenn man eine weitere Version eines bestehenden Loops kreieren will oder aber auch das Tempo eines bestehenden Loops für eine weitere Idee übernehmen möchte. In letzterem Fall kopiert man einfach den bestehenden Loop auf einen anderen Speicherplatz und löscht dort anschließend das aufgenommene Material. Das Tempo bleibt anschließend bestehen.

Konfiguriert man den zusätzlichen Fußschalter so, dass zwischen den Speicherplätzen hin- und hergeschaltet werden kann, können Loops sehr bequem und ohne Aussetzer nacheinander abgespielt werden, wie ihr im letzten Beispiel hört.

Die Anbindung per USB an meinen iMac funktionierte übrigens tadellos. Der Computer erkennt den Looper einfach als externen Datenträger, von dem aus die Files auf den Rechner überspielt werden können. Hat man zudem Audiomaterial im 24 Bit Wav Format parat, kann dieses auch auf den Looper überspielt und ebenfalls am Gerät mit der Tempofunktion editiert werden.

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