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Test
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28.08.2013

Numark Redphone Test

Professioneller Einohr-Handhörer

Das rote Telefon für DJs

Religion hin oder her – die wahre Weltanschauungsfrage, die DJs beschäftigt, ist doch die Entscheidung zwischen der Benutzung eines Einohr- oder Stereo-Kopfhörers. Während die eine Fraktion die Abgeschiedenheit vom Umgebungslärm schätzt und beide Ohren wohlbehütet unter dicke Ohrpolster kuschelt, mögen es die anderen, immer in Kontakt mit der Saal- und Booth-PA zu bleiben und den Hörer wirklich nur zum kurzzeitigen Cuen und Beatmatchen ans Ohr zu halten, um danach den Kopf wieder „freizuhaben“.

Genau an diese Freunde des klassischen Einohrhörers – umgangssprachlich auch Telefon- oder Duschhörer genannt – richtet sich Numarks neues Redphone. Ein Stick, der ganz auf die professionellen Ansprüche von DJs ausgerichtet zu sein verspricht. Wir haben uns den feuerroten Beschaller ans Hörorgan gehalten und berichten.

Details

Numarks Redphone ist ein speziell auf die Bedürfnisse von DJs ausgelegter Handhörer (häufig auch nur „Stick“ genannt). Standesgemäß wurden ihm ein kräftiger 50-Millimeter-Treiber samt Schwingspule mit Neodymmagneten und ein wechselbares XLR-Anschlusskabel mit auf den Weg gegeben. Eine Besonderheit des Redphone ist das Griffteil, welches im Gegensatz zu vielen anderen Vertretern der Gattung nicht gerade, sondern geschwungen ausgeführt ist. Damit soll es sich ergonomisch und ohne Zuhilfenahme der Hände zwischen Schulter und Kopf „einklemmen“ lassen. Die atmungsaktiven Kunstlederpolster (Numark-Bezeichnung: Protein-Lederpolsterung) der Hörmuschel und die griffige Umschäumung des Handstücks versprechen, die haptische Benutzerfreundlichkeit ebenfalls zu befördern.

Auspacken

Dem Karton entnehme ich den Hörer selbst, ein auf weit über zwei Meter streckbares Spiral-Anschlusskabel mit abgewinkeltem Miniklinkenstecker auf der einen und XLR-Stecker auf der anderen Seite, einen Adapter von Mini- auf Standardklinke und eine Schutztasche. Die Verwendung einer XLR-Buchse als Anschlusskomponente ist eine ebenso naheliegende wie gute Lösung, denn so haben Numark sich die Entwicklung eines eigenen Verriegelungsmechanismus gespart und können dabei auf günstige Standardbauteile zurückgreifen. Für den Endkunden bedeutet dies gleichzeitig, dass er im Schadensfall einen günstigen Ersatz für die Zuleitung bekommt.

Äußerlichkeiten

Trotz seiner stattlichen Abmessungen (Höhe: ca. 24 Zentimeter, Durchmesser der Ohrmuschel: ca. 10 Zentimeter, Durchmesser des Griffs: ca. 4 Zentimeter) ist der Redphone ein Leichtgewicht, was er offensichtlich dem umfassenden Einsatz von Kunststoff zu verdanken hat. Haptisch wirkt das natürlich nicht unbedingt wertig und robust – in Anbetracht des speziellen Einsatzzwecks möchte ich hier aber auch keinen Minuspunkt vergeben, denn wer will schon den ganzen Abend lang ein superschweres Teil zum Ohr wuchten.

Die Hörmuschel lässt sich in ihrem Kunststoffbügel um 180 Grad schwenken, was für die zu erwartenden Hörpositionen (angehalten/eingeklemmt) mehr als ausreichend ist. Das Ohrpolster ist mit fünf Zentimetern Innendurchmesser so groß dimensioniert, dass mein eher kleines Hörorgan komplett darin verschwindet und der Hörer für mich als „ohrumschließend“ durchgeht. Für Menschen mit größeren Ohren dürfte der Redphone dann entsprechend „ohraufliegend“ sein. Die Polsterung hält eine angenehme Balance aus Festigkeit und Anpassungsfähigkeit. Auch die knallrot gefärbte Kunststoff-Umschäumung des Griffs gibt auf den ersten Blick keinen Anlass zur Kritik, obwohl mein persönliches haptisches und ästhetisches Empfinden hier lieber Lederimitat gesehen und gefühlt hätte.

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