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Kaufberater: Kopfhörer für den Sport

Ob beim Jogging oder bei anderem Sport: Mit Musik auf den Ohren geht es besser. Von preiswerten, einfachen Kopfhörern bis hin zu hochwertigen Bluetooth-Kopfhörern ist die Spanne groß.

Die_besten_Kopfhoerer_fuer_den_Sport
Inhalte
  1. Richtigen Kopfhörertyp für den Sport auswählen
  2. Kopfhörer: Sitz und besondere Anforderungen beim Sport
  3. Mit Kabel oder kabellos?
  4. Safety first!
  5. Komfortfunktionen
  6. Lifestyle-Aspekt, Reparierbarkeit und Investitionssicherheit
  7. Klang
  8. Sonstiges
  9. DIE WICHTIGSTEN KRITERIEN AUF EINEN BLICK
  10. KONKRETE EMPFEHLUNGEN

Auf welche Kriterien beim Kauf von Kopfhörern für den Sport geachtet werden muss, welche unterschiedlichen Typen es gibt und was bei den verschiedenen Arten wichtig ist? Das gibt es hier zu lesen – und konkrete Empfehlungen haben wir auch.

Richtigen Kopfhörertyp für den Sport auswählen

Allgemein unterscheidet man Kopfhörer, die auf der Ohrmuschel („ohraufliegende Kopfhörer“ oder „On-Ears“) oder sogar um sie herum aufliegen („ohrumschließende Kopfhörer“ oder „Over-Ears“) von jenen, die in den äußeren Gehörgang gesteckt werden („In-Ears“ oder „Earpods“). Letztere sind durch ihr geringes Gewicht und die minimale Baugröße bei vielen Sportarten angenehmer zu tragen als die klobigen klassischen Kopfhörer. Doch nicht jedem behagt es, einen Fremdkörper im Ohr zu tragen – das muss also einfach ausprobiert werden.
On-Ears können verrutschen oder auch für rote Ohren sorgen, was aber von vielen Faktoren abhängig ist. Neben persönlichen anatomischen Eigenschaften ist es vor allem der Anpressdruck, mit dem die Muscheln gegen den Kopf drücken, der individuellen Präferenzen unterliegt. Die Art, mit der sich Hörer in Größe und genauem Sitz einstellen lassen ist genauso unterschiedlich wie die Möglichkeit, In-Ears mit unterschiedlich geformten Ohrpassteilen an den eigenen Gehörgang anzupassen.

Fotostrecke: 3 Bilder Einen ohraufliegenden Hörer erkennt man an den recht kleinen Muscheln.
Fotostrecke

Kopfhörer: Sitz und besondere Anforderungen beim Sport

Wichtig: Es reicht nicht, den Sitz eines Sport-Kopfhörers durch einmaliges Aufziehen auszuprobieren. Wichtig ist tatsächlich, sie für eine gewisse Dauer in Bewegung zu testen, idealerweise während des Sports. Neben möglichem Drücken und Scheuern gibt es noch einen Aspekt, den man nicht vernachlässigen sollte: Schweiß! Ob nun Velours-, Leder oder Kunstlederpolster, hier haben alle Materialien Vor- und Nachteile. Leder und Kunstleder kleben zwar im nassen Zustand etwas, reiben allerdings dann nicht so stark. Auch hier gibt es leider nicht die eine, richtige Lösung für alle. Übrigens gehen handelsübliche Kopfhörer und die meisten nicht allzu billigen In-Ears nicht von etwas Schweiß kaputt, üblicherweise überleben sie sogar eine Joggingrunde im Regen. Bei manchen Lifestyle-Bluetooth-Kopfhörern sieht das schon etwas anders aus. Ideal ist ein starker Wasserschutz gegen größere Mengen (bei einem Regenguss) und Salzwasser (durch den Schweiß).

Mit Kabel oder kabellos?

Einfache Earpods à la Apple Airpods Pro oder Sennheiser Momentum Wireless in der Dämmerung alle Naselang auf dem Waldboden zu suchen, ist sicher kein Spaß. Um die Apple-Hörer hat sich ein Zubehörmarkt entwickelt, der verschiedene Bänder bereithält – aber das fällt alles eher unter Lifestyle. Sinnvoller ist es, In-Ear-Hörer mit wirklich festem Sitz zu verwenden. Dazu werden Bügel verwendet, die um die Ohrmuschel herumgehen und gerne auch eine Verbindung im Nacken herstellen. Weiterer Vorteil: Diese Systeme sind dann ein Gerät, was hinsichtlich der Bluetooth-Infrastruktur und des Akkus vorteilhaft ist. 
Wireless wird häufig als Vorteil gesehen, eben weil keine Kabel herum baumeln. Es gibt allerdings durchaus Überlegungen, die für kabelgebundene Hörer sprechen. Einmal wäre da die Einfachheit der Übertragung: Kabel einstecken, fertig (Allerdings besitzen längst nicht mehr alle Abspielsysteme eine analoge Kopfhörerbuchse.). Außerdem muss man sich nicht um Akkulaufzeiten und deren Lebensdauer Gedanken machen. Zudem gilt ja der Grundsatz, dass jede Wandlung verlustbehaftet ist.

Bei Bewegung gehen solche kleinen Dinger gerne mal stiften.
Bei Bewegung gehen solche kleinen Dinger gerne mal stiften.

Safety first!

Traditionelle Kopfhörer gibt es in geschlossener, halboffener und offener Bauweise. Dadurch ist bestimmt, wie viel Schall zum Ohr durchdringen kann. Wenig Umgebungsgeräsuche wahrnehmen zu können, ist bei allen Sportarten aber eine Gefahr für die Sicherheit. Besonders gesprochene oder gerufene Hinweise und Warnungen, Motoren- und Rollgeräusche, Klingeln und Hupen sind Dinge, die man immer noch hören können sollte. Hier sind offene Systeme stärker im Vorteil und In-Ears potenziell problematisch. Allerdings hat man die wichtigste Sicherheitsfunktion selber in der Hand: die Abhörlautstärke! Und im Zweifel gilt immer: Lieber ohne Kopfhörer Sport machen!

Komfortfunktionen

Ursprünglich waren Kopfhörer Dinger, mit denen man Musik hören konnte. Das hat sich geändert, wenngleich es noch sehr viele Hörer gibt, die ausschließlich diese Ursprungsfunktion bieten. Neben Wireless-Funktionalität gibt es noch einige andere Zusatzfunktionen, die ihren Weg in manche Hörer gefunden haben. Wer unbedingt beim Joggen einen Gesprächspartner vollhecheln will, findet Telefoniefunktionen, die Mikrofone werden meist auch benutzt, um Sprachsteuerungen in Smartphones zu nutzen. Das kann wiederum praktisch sein, denn mit verschwitzten Händen oder sogar Handschuhen lassen sich viele Funktionen nicht bedienen, besonders bei der verbreiteten Gestensteuerung. Geräuschunterdrückungssysteme funktionieren an lauten Straßen recht gut, sind aber prinzipiell für Geräusche in Bahnen, Flugzeugen und Autos gedacht und bei anderen Umgebungsgeräuschen weniger erfolgreich. Und ein Feind dieser Systeme lauert fast überall dort, wo man Sport macht, und das ist der Wind!

Manche Hörer sind mit einer Vielzahl Sonderfunktionen ausgestattet. Die braucht man nicht immer alle.
Manche Hörer sind mit einer Vielzahl Sonderfunktionen ausgestattet. Die braucht man nicht immer alle.

Lifestyle-Aspekt, Reparierbarkeit und Investitionssicherheit

Die Nachbarn sollen bitteschön erkennen, dass man einen modernen und teuren Kopfhörer zum Joggen ausführt. Und beim Selfies-Schießen ist der Kopfhörer schließlich auch immer auf dem Bild. Da ist es natürlich enorm wichtig, dass angesagte und bekannte Markenembleme zu sehen sind oder anhand des Designs der Hersteller deutlich wird. Gut: Hier kann jeder selbst in sich gehen und überlegen, was wie wichtig ist. Während traditionelle Kopfhörer häufig in westlichen Industrienationen gefertigt werden, kommen die meisten Multifunktionshörer mittlerweile aus China. Neben dem genannten Aspekt der Akkuproblematik und des Alterns gewisser Technologien (Wie lange wird man diese Settings-App nutzen können?) gibt es die generelle Reparierbarkeit zu bedenken: Es ist nicht unüblich, dass ein Markenhersteller sämtliche Einzelteile eines Kopfhörers auf Lager hat und auch in Zukunft haben wird. Ein vermeintlich hoher Preis für einen Kopfhörer kann sich dann aber schon nach wenigen Jahren lohnen, kann fair produziert worden sein und auch in Jahrzehnten noch genutzt werden. Das ist dann weniger umweltschädlich als ein Artikel, den man nach recht kurzer Zeit wegwerfen muss.

Fotostrecke: 2 Bilder Hat hier jemand “Lifestyle” gesagt?
Fotostrecke

Klang

Da war doch noch was… ach ja, der Klang eines Kopfhörers! Hier gibt es teilweise enorme Unterschiede. Es ist nicht nur eine Frage des Pegels verschiedener Frequenzbereiche, doch natürlich wirken manche Modelle „bassiger“, andere „spitz“ und dergleichen. Besonders im Bass sind manche Kopfhörer eher weich und gemütlich, andere knackig und fest. Viele Unterschiede gibt es im Bereich von Präsenz und Schärfe. Viel davon erhöht die Sprachverständlichkeit und Durchsetzungsfähigkeit des Signals, kann aber schnell nervig und bissig wirken. Weitere Aspekte sind Räumlichkeit und vor allem die Dynamik – also die Frage, wie „echt“ unterschiedliche Pegel wiedergegeben werden. Wir haben hier Hörer ohne allzu auffällige klangliche Besonderheiten ausgesucht.

Sonstiges

Die wesentlichen Dinge sind genannt, aber es kann noch weitere Ausschlaggebende Eigenschaften eines Sport-Kopfhörers geben, die von Interesse sein könnten. Technische Daten spielen immer eine Rolle, darunter fallen bei Bluetooth-Hörern auch die zur Verfügung stehenden Codecs. Akku-Laufzeiten können relevant sein, für manche Personen ist der Aspekt der Transportabilität wichtig – also ob die Hörer Faltbar sind und/oder in einem Transportcase geliefert werden.

Diese In-Ears können in einer Tasche aufbewahrt und gleichzeitig geladen werden.
Diese In-Ears können in einer Tasche aufbewahrt und gleichzeitig geladen werden.

Die wichtigsten Entscheidungskriterien für einen Sport-Kopfhörer auf einen Blick:

  • Hörertyp: Over-Ear, On-Ear oder In-Ears
  • wireless oder kabelgebunden?
  • bequemer und sicherer Sitz (auch bei Bewegung und Schweiß)
  • Noise Cancelling und Telefonie nötig?
  • Transportabilität
  • Akku-Laufzeiten
  • Soundeigenschaften
  • voraussichtliche Haltbarkeit, Reparierbarkeit, Markenimage, Herstellungsort
  • Preis

Konkrete Empfehlungen

Es müssen nicht unbedingt spezielle Sport-In-Ears sein. Sicherer Sitz auch über Stunden und bei Bewegung, Schweißresistenz, Anpassung an die eigene Ohranatomie, technische und mechanische Verlässlichkeit, hervorragender Sound: Das sind auch die Anforderungen an In-Ear-Monitore, wie Musiker sie auf den Bühnen tragen. Dort ist allerdings der Unterschied, dass letztere mit einem Kabel und dann oft mit einem „Bodypack“-Empfänger verbunden sind. Wer jedoch auf Kabellos-Betrieb verzichten kann, bekommt für sein Geld sehr hochwertige Hörer. Diese sind dann auch nicht so schnell reif für die (Sondermüll-)Tonne, weil kein Akku eingebaut ist und sie technisch up to date bleiben.

Der Klang ist gut, es gibt viele Komfortfunktionen, das System ist bezahlbar: Die IE 100 Pro des deutschen Herstellers Sennheiser sind perfekte Sport-Kopfhörer.

Eigentlich kabelgebundene In-Ears für die Bühne – aber der gute Sitz und der kleine Preis lassen für die Mackies eine Sport-Empfehlung aussprechen.

Es wäre ein Leichtes, sich üb er diese Earbuds und ihre Träger lustig zu machen, doch wirklich schlecht geht anders. Allerdings sollte man sie nicht sofort verlieren.

Audiophile Aufnahme von Beethovens Pastorale beim Joggen neben der Schafsweide? Dafür sind diese Kopfhörer von einer der angesehensten Marken in der Pro-Audio-Welt gut geeignet. 

Eigentlich gilt ein Kopfhörer dieser Art als “Pendlerglück”, der große Sennheiser ist aufgrund seiner Sitzeigenschaften und seiner Funktionen aber auch als Sportkopfhörer gut geeignet. Weil er natürlich recht groß ist eignet er sich nicht für alle Sportarten, für das Jogging aber allemal.

Mit diesem Arbeitstier kann man wirklich alles machen – auch zum Joggen gehen. Und wenn wirklich mal was kaputt geht, kann man alles nachkaufen und selbst einbauen, schon seit Jahrzehnten. Für aktuell 129 Euro ist das vielleicht nicht der schönste, der komfortabelste oder bestklingendste, aber wohl einer der nachhaltigsten Kopfhörer da draußen.

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von Nick Mavridis

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