Anzeige
ANZEIGE

Teenage Engineering M-1 Test

Teenage Engineering ist ein schwedischer Hersteller, dessen Produkte oftmals eine brisante Mischung aus Purismus, Progressivität, Spielzeug und Profitool für kreative Köpfe sind.

Teenage_Engineering_M_1_Headphone_B01_Test

Die Hör-/Sprechkombination M-1 wurde eigentlich als Zubehör zum kompakten Multimedia Synthesizer OP-Z konzipiert, den ich selbst vor einem knappen Jahr testen durfte.
Ob sich die nordischen „Personal Monitor Headphones“ auch anderweitig verwenden lassen und für wen das filigrane Headset vielleicht interessant sein könnte, lest ihr im folgenden Testbericht.

Details & Praxis

Merkmale und Produkteigenschaften

Das M-1-Headset von Teenage Engineering erinnert mit seiner filigranen Gehäusekonstruktion stark an die legendären Walkman-Kopfhörer vergangener Dekaden. Der Kopfbügel ist mit einem Faltmechanismus ausgestattet und aus Metall gefertigt, was trotz der zerbrechlich wirkenden Proportionen einen soliden Eindruck hinterlässt. Lediglich das klappbare Gelenk zur Ohrmuschelaufhängung besteht aus Kunststoff und rastet beim Auseinanderfalten des Kopfhörers hörbar ein. Das ist prinzipiell pfiffig gelöst, wieviele Wochen, Monate oder Jahre diese simple Mechanik hält, ist aber (auch für einen Tester) schwierig vorherzusagen. Die ohraufliegenden Ohrmuscheln bestehen ebenfalls aus Kunststoff und beherbergen dynamische 30mm-Wandler. Alternativ zum Steckmikrofon befindet sich in der linken Ohrmuschel ein eingebautes Mikrofon sowie ein rückseitig platzierter Taster zur Steuerung verschiedener Telefonie- und Abspielfunktionen. Aufgrund des kaum spürbaren Gewichts und des äußerst moderaten Anpressdrucks der Ohrmuscheln besitzt das M-1 einen angenehmen Tragekomfort.

Fotostrecke: 3 Bilder Die geschlossenen Ohrmuscheln des M-1. Gut zu sehen: Der gelbe Taster an der Rückseite der linken Ohrmuschel.
Fotostrecke

Verwendungszweck

Konzeptioniert wurde Teenage Engineerings Kopfhörer-/Headset-Debüt wie eingangs erwähnt als Zubehör für den OP-Z, der einerseits nur mit einem sehr notdürftigen Lautsprecher ausgestattet ist und andererseits die Position des internen Mikrofons zum Sampling ergonomisch nicht sonderlich einladend ist. Aus meiner Sicht ist das M-1-Headset daher zweifellos eine sinnvolle Ergänzung zum winzigen Multimedia-Synthesizer, doch auch an anderen Geräten wie beispielsweise Tablets oder Laptops lässt sich der M-1 gewinnbringend als Hör-/Sprechkombination einsetzen. Aufgrund seiner kompakten, ohraufliegenden Ohrmuschel ist die akustische Dämmung des Headset zur Außenwelt erwartungsgemäß nicht mit geschlossenen ohrumschließenden Modellen vergleichbar, wodurch das Gerät zur Verwendung in einer lauten Umgebung nicht geeignet ist.

Anschlussmöglichkeiten

Das Teenage Engineering M-1 verfügt über ein knapp 1,2 Meter langes Kabel mit beidseitigen 3,5mm-Miniklinkensteckern (TRRS), die an den Kopfhörerausgängen meines iPad und meines Macbook Pro das Monitoring und gleichzeitige Recording ermöglichen. Verzichtet man auf das Steckmikrofon, ist sogar die Verkettung mit einem weiteren M-1-Headset möglich (siehe Abbildung). Hierzu ist beim Hersteller ein optionales Spiralkabel erhältlich. Die Kaskadierung funktionierte im Test auch mit Kopfhörern von Drittherstellern, sofern diese über einen Miniklinkenstecker verfügen, der schlank genug für den schmalen Bereich zwischen der Ohrmuschelabdeckung und dem Metallbügelende der Ohrmuschelaufhängung ist.

Fotostrecke: 2 Bilder Die Anschlussoptionen des M-1 Personal Monitor (Quelle: Teenage Engineering)
Fotostrecke

Klang des Kopfhörers

Dass man von einem preisgünstigen Kopfhörer dieser Größe mit seinen 30mm-Wandlern keine audiophilen Wunder erwarten darf, sollte man sich denken können, dennoch empfinde ich die Wiedergabeeigenschaften als solide und für den Musikkonsum durchaus geeignet. Im Vergleich zu vielen „ausgewachsenen“ Kopfhörern schwächelt das M-1 ein wenig im Subbass und auch in den oberen Höhen ist ein Roll-off zu vernehmen, beides aber in erträglichen und tolerierbaren Maßen. Beatlastige, moderne Musikstile klingen meist homogen und „artgerecht“, während klassisches Repertoire zum Beispiel in den Holzbläsern (höhere Lagen) teilweise eine unangenehme Mittigkeit offenbart, wobei solch nuancierten Ausprägungen vermutlich keine hohe Relevanz für die Zielgruppe des Teenage-Engineering-Headsets besitzt. Der komfortable aber eher lockere Sitz kann sich teilweise nachteilig auf die Wiedergabe und Stereoabbildung auswirken, hier muss man der korrekten Sitzposition häufig per Hand nachhelfen. Weiterhin ist anzumerken, dass das M-1 am Kopfhörerausgang meines iPad etwas spritziger und impulstreuer wirkt als am Ausgang meines Macbook Pro.

Klang des Mikrofons

Das Steckmikrofon gewährleistet eine gute Sprachverständlichkeit, allerdings vernehmen meine studioverwöhnten Ohren auch deutliche Rauschanteile, was besonders bei der Verwendung des iPad-Inputs auffällt. Interessant sind die überraschend deutlichen Klangunterschiede im Vergleich zum physikalischen Eingang des Macbooks, die in den folgenden Audiobeispielen leicht auszumachen sind. Das in der Ohrmuschel integrierte Mikrofon ist ein für mein Empfinden praktikable Notlösung, die zur Kommunikation (etwa bei der Videotelefonie) in vielen Situationen vollkommen ausreichen sollte, wenn das Steckmikrofon mal nicht zur Hand ist.

Audio Samples
0:00
Sprachaufnahme 01 (Ansteckmikro mit Windschutz, iPad Input) Sprachaufnahme 02 (Ansteckmikro ohne Windschutz, iPad Input) Sprachaufnahme 03 (integriertes Mikro, iPad Input) Sprachaufnahme 04 (Ansteckmikro mit Windschutz, MacBook Pro Input)
Fotostrecke: 3 Bilder Das Ansteckmikrofon des M-1. Nähere Informationen hierzu sucht man beim Hersteller vergeblich.
Fotostrecke

Fazit

Das M-1-Headset von Teenage Engineering ist eine verhältnismäßig preisgünstige Hör-/Sprechkombination und tendiert eher zum Lifestyle-Produkt für mobile Geräte (Tablet, Laptop, Klangerzeuger) als zur Kategorie Profiwerkzeug. Dennoch liefert das schwedische Produkt solide ab und bietet eine gute Sprachverständlichkeit sowie etwas rustikale, aber dennoch brauchbare Wiedergabeeigenschaften zum kreativen Schaffen und zum Audio-/Musikkonsum. Wer einen kompakten, kabelgebundenen Begleiter für sein Smartphone, Tablet, Laptop oder Mini-Synth sucht, sollte das Teenage Engineering M-1 daraufhin checken, ob es den eigenen Ansprüchen genügt.

Unser Fazit:
Sternbewertung 3,5 / 5
Pro
  • kompakte Maße und leichtes Gewicht für eine Hör-/Sprechkombi
  • Faltmechanismus
  • brauchbare/solide Wiedergabeeigenschaften zum Audiokonsumzwei Mikrofone (intern und Steckmikrofon)
  • Kaskadierung mehrerer Kopfhörer möglich
  • Kabelbetrieb beidseitig möglich
Contra
  • Kabel überträgt Körperschall in die Ohrmuschel
  • konstruktionsbedingt mäßige Dämmeigenschaften und etwas lockerer Sitz des Kopfhörers
  • teilweise deutliches Hintergrundrauschen (Mikrofon)
Artikelbild
Teenage Engineering M-1 Test
Für 58,00€ bei
Teenage_Engineering_M_1_Headphone_B10_HS_auf_Staender_seitlich
Features & Spezifikationen
  • geschlossene Bauweise
  • dynamische 30mm-Wandler
  • ohraufliegend
  • Empfindlichkeit: 100 dB SPL @ 1 kHz (±3 dB)
  • Übertragungsbereich: 20–20000 Hz
  • einseitige Kabelführung (wahlweise links oder rechts)
  • abnehmbares 1,2m-Kabel mit 3,5mm-Klinkenstecker (TRRS)
  • Impedanz: 32 Ohm
  • faltbares Gehäuse
  • abnehmbares Mikrofon mit Windschutz
  • Gewicht: 93 g (ohne Kabel)
  • Preis: € 67,– (Straßenpreis am 14.9.2020)
Hot or Not
?
Teenage_Engineering_M_1_Headphone_B01_Test Bild

Wie heiß findest Du dieses Produkt?

flame icon flame icon flame icon flame icon flame icon
Your browser does not support SVG files

von Peter Könemann

Kommentieren
Kommentare vorhanden
Schreibe den ersten Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Für dich ausgesucht
Behringer HS10 und HS20 Test
Recording / Test

Behringer hat mit den Modellen HS10 und HS20 zwei äußerst kostengünstige Headsets im Angebot. Wie schlagen sich die per USB betriebenen Hör-Sprech-Garnituren im Test?

Behringer HS10 und HS20 Test Artikelbild

Durch den pandemiebedingten und möglicherweise sogar anhaltenden Trend zu Homeoffice, Homeschooling und Videokonferenzen stehen Headsets momentan hoch im Kurs.

Audeze LCD-GX Test
Test

Der magnetostatische Audeze LCD-GX ist laut Hersteller sowohl Gaming-Headset als auch offener Studiokopfhörer. Wir haben den LCD-GX daraufhin gecheckt, ob er die Erwartungen der unterschiedlichen Zielgruppen tatsächlich gleichermaßen erfüllen kann.

Audeze LCD-GX Test Artikelbild

Nicht nur für Gaming: Kopfhörer mit optionalem Headset Audeze LCD-GX im Test. Wer den Namen Audeze hört, denkt wahrscheinlich unmittelbar an die markanten magnetostatischen Kopfhörer des Herstellers aus Kalifornien. Inzwischen hat man allerdings nicht ausschließlich audiophile Musikliebhaber und Profis im Visier, sondern spätestens seit den vergleichsweise preisgünstigen Modellen Mobius und Penrose auch die Gaming-Gemeinde.

Bonedo YouTube
  • EV Everse 8 Review
  • Cableguys ShaperBox 3 Demo (no talking)
  • Logitech For Creators Blue Sona Review