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Beyerdynamic MMX 300 (2. Gen.) Test

Beim Anblick von Beyerdynamics Gaming-Headset MMX 300 (2. Generation) muss ich spontan an die Studioklassiker DT 770/990 denken, tatsächlich basiert die Hör-/Sprechkombination gemäß Herstellerangaben aber auf dem Piloten-Headset HS 400 des umtriebigen deutschen Mikrofon- und Kopfhörerspezialisten.

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Was für einen Piloten gut ist, wird für einen Gamer vermutlich ebenfalls gut genug sein, oder vielleicht auch nicht? Wir haben dem in der Zielgruppe nachweislich äußerst beliebten Headset mal auf den Zahn gefühlt, um festzustellen, ob die Popularität tatsächlich berechtigt ist oder möglicherweise auf gutem Marketing basiert. Welche Erkenntnisse liefert unser Test?

Details & Praxis

Merkmale und Produkteigenschaften

Das Rückgrat des MMX-300-Headsets ist ein geschlossener Kopfhörer mit ohrumschließenden Ohrmuscheln und dynamischen Schallwandlern, dessen Gehäusekonstruktion Beyerdynamics klassischen und seit Jahrzehnten bewährten Studiokopfhörern entspricht. „Bewährt“ unter anderem, weil die Passform und der Tragekomfort, beides elementar wichtige Produkteigenschaften, von vielen Anwendern, auch von mir, hoch eingeschätzt wird. Das trifft insbesondere auf die großzügig dimensionierten und vorbildlich weichen Velours-Ohrpolster zu, die für mein Empfinden zu den komfortabelsten am Markt zählen. Die Ohrpolster sowie auch das Polster des Kopfbügels sind selbstverständlich austauschbar. Mittig an der linken Ohrmuschel ist der schwenkbare Schwanenhals des Kondensatormikrofons (Back-Elektret) befestigt und im unteren Bereich befindet sich eine Miniklinkenbuchse zum Kabelanschluss. Zum Lieferumfang gehören zwei Kabel, die jeweils eine Remote (Mic Mute, Volume, Telefonie- und Abspielfunktionen), aber unterschiedliche Kabelenden (siehe Abbildung) zum Anschluss an Computer und Tablets/Smartphones besitzen. Zur Aufbewahrung und zum Transport wird das in Deutschland makellos gefertigte Headset in einem praktischen Hardcase geliefert.

Fotostrecke: 3 Bilder Die beiden Kabel des Lieferumfangs
Fotostrecke

Verwendungszweck

Für professionelle Broadcasting- und Kommunikationsanwendungen verfügt Beyerdynamic bereits über diverse Headset-Modelle. Das MMX-300-Headset füllt die verbleibende Lücke zum Gaming-, Multimedia- und Smartphone-/Tablet-Einsatz, was profitaugliche Eigenschaften (Dämmung, Audioqualität, Robustheit) aber nicht zwingend ausschließen muss und genaugenommen auch nicht ausschließen darf, da es durchaus professionelle Gamer gibt, die ihrem Equipment einiges abverlangen. Das Beyerdynamic-Headset sollte alle hierfür denkbaren Anforderungen problemlos erfüllen.

Anschlussmöglichkeiten

Im Lieferumfang befindet sich ein Y-Kabel mit einem dreipoligen Miniklinkenstecker zum Anschließen an den Mikrofoneingang eines Computers sowie einem Stereoklinkenanschluss (3,5 mm inklusive Adapter auf 6,35 mm) für die Kopfhörerbuchse. Das zweite Kabel eignet sich mit seinem vierpoligen Miniklinkenstecker zur Verbindung mit Smartphones und Tablets wie beispielsweise meinem iPad, das zur Aufnahme der Hörbeispiele verwendet wurde.

MMX 300 unplugged
MMX 300 unplugged

Klang des Kopfhörers

In früheren Testberichten schrieb ich bereits, dass die typische Klangsignatur von Beyerdynamic Kopfhörern oftmals nicht meinen subjektiven Präferenzen entspricht, wenn es um die Durchführung von klangentscheidenden Maßnahmen geht. Die druckvolle und bassstarke „Larger-than-life-Wiedergabe“ passt für das spezielle Anwendungsfeld des MMX 300 aber wie die Faust aufs Auge. Zudem ist das Raumempfinden und die Ortung lebendig und präzise, was beispielsweise beim Gaming ein entscheidender Faktor ist. Lediglich die teilweise etwas unnachgiebige Abbildung der hohen Frequenzen neigt für mein Empfinden etwas zu schnell zur Schärfe von Zischlauten und sonstigen Mixelementen in diesem Frequenzbereich.

Klang des Mikrofons

Die homogene Klangqualität der Sprachaufnahmen, die mit dem Back-Elektret-Kondensdatormikrofon des MMX 300 (2. Generation) entstanden sind, empfinde ich im direkten Vergleich zu mir bekannten professionellen Broadcast Headsets als äußerst gelungen. Die Sprachverständlichkeit entspricht locker professionellen Ansprüchen und das Frequenzverhalten ist sehr ausgewogen und klingt weder zu dünn, noch zu dick in den tiefen Frequenzen. Problematische Nahbesprechungsartefakte sind quasi nicht vorhanden und auch die Sensibilität gegenüber lauten Umgebungsgeräuschen und Körperschall durch Berührungen des Kabels ist angenehm gering. Top!

Audio Samples
0:00
Sprachaufnahme 01 – keine Hintergrundgeräusche Sprachaufnahme 02 – mit Hintergrundgeräuschen Sprachaufnahme 03 – Körperschall
Fotostrecke: 3 Bilder Das Mikrofon hat einen großen Schwenkbereich und kann theoretisch auch rechts verwendet werden.
Fotostrecke

Fazit

Mit dem MMX-300-Headset der 2. Generation von Beyerdynamic erhält man ein ausgereiftes Gaming-/Multimedia-Headset zu einem absolut angemessenen Straßenverkaufspreis. Die Fertigungsqualität der in Deutschland gefertigten Hör-/Sprechkombination ist ausgezeichnet und auch die Klangeigenschaften, sowohl des Mikrofons als auch des Kopfhörers, befinden sich auf einem sehr hohen Niveau und dürften in den meisten Fällen den Anforderungen und Vorlieben der Zielgruppe entsprechen. Lediglich die teilweise etwas unnachgiebige Höhenabbildung, ein Charaktermerkmal diverser Kopfhörermodelle aus Heilbronn, trifft bekanntlich nicht jedermanns Geschmack. Ein Check, ob das MMX-300-Headset den eigenen Bedürfnissen entspricht, lohnt sich in jedem Fall!

Unser Fazit:
Sternbewertung 4,5 / 5
Pro
  • ausgezeichneter Kopfhörerklang für Gaming- und Multimedia-Anwendungen
  • profitaugliche Klangqualität des Mikrofons
  • hochwertige Verarbeitung
  • guter Sitz und Tragekomfortpraktische Bedienungsmöglichkeit und Stummschaltung (Mikrofon) per Remote
  • zweckdienlicher Lieferumfang
  • fairer Preis
Contra
  • Höhenpräsenz des Kopfhörers nicht jedermanns Sache
Artikelbild
Beyerdynamic MMX 300 (2. Gen.) Test
Für 235,00€ bei
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Features & Spezifikationen
  • Kopfhörer:
  • geschlossene Bauweise
  • dynamisch
  • ohrumschließend
  • Nennimpedanz: 32 Ohm
  • Kennschalldruckpegel: 96 dB
  • Klirrfaktor:
  • Übertragungsbereich: 5–35000 Hz
  • Nennbelastbarkeit: 100 mW
  • wechselbare Polster
  • Isolierung von Außengeräuschen ca. 18 dBA
  • Mikrofon:
  • Kondensatormikrofon (Back-Elektret)
  • Druckgradientenempfänger
  • Nierencharakteristik
  • Übertragungsbereich: 30–18000 Hz
  • Nennimpedanz: ca. 1500 Ohm
  • Klirrfaktor: 0,2% @ 1 kHz
  • Feldübertragungsfaktor: 20 mV/Pa @ 1 kHz
  • max. Grenzschalldruckpegel: 120 dB
  • Mikrofonarm: ca. 15 cm
  • Kabel:
  • 1,2m-Miniklinkenkabel für Konsole (3-polig mit Remote)
  • 2,5m-Kabel (2 Miniklinken für Mikrofon und Kopfhörer) für PC
  • vergoldeter Steckadapter auf 6,35mm-Stereoklinke
  • Gewicht: 332 g (mit Kabel und Mikrofon)
  • Hardcase
  • Preis: € 233,– (Straßenpreis am 16.9.2020)
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von Peter Könemann

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