Gitarre Workshop_Folge
Workshop
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25.07.2015

Mit vier Akkorden einen Song schreiben #7 - Funk

Crash-Kurs Gitarre - Funk

Die Geburtsstunde der Funk- und Soulmusic wird auf das Jahr 1965 datiert. Damals veröffentlichte James Brown seinen Klassiker "Papa's got a brand new bag" und viele der danach aufkommenden Funk-Bands entstammten sogar dem musikalischen Dunstkreis der James Brown Band. Dazu gehörten beispielsweise Musiker wie Maceo Parker oder Fred Wesley, und George Clinton, der neben James Brown als einer der Gründer des Funk gilt, feierte mit seinen Bands "Parliament" und "Funkadelic" große Erfolge.

Noch mal zur Info: Die Basis-Akkordfolge ist immer gleich! In den zehn Folgen unseres Crashkurses werden wir zeigen, wie man ein und dieselbe Kadenz, durch den Einsatz spezieller Stilmittel, Sounds und Voicings, in die unterschiedlichsten Stil-Richtungen drücken kann.

||: C | Am | Dm | G :||

 

Weitere bedeutende Bands dieser Ära waren "Sly and the Family Stone", "Isaac Hayes", "Kool and the Gang", "Earth, Wind and Fire" oder "Tower of Power". In den 70er Jahren wurde die raue Funkmusik von den Einflüssen der Discokultur beeinflusst und Bands wie z.B. "Chic" um den Gitarristen Nile Rodgers entstanden - letzterer machte in jüngster Zeit durch seine Kooperation mit "Daft Punk" von sich reden. Aber auch "Kool and the Gang" und andere gaben dem Discotrend nach. Wichtige Gitarristen dieser Ära sind für uns unter anderem Jimmy "Chank" Nolen (James Brown), Nile Rodgers oder Claydes Charles Smith (Kool and the Gang).

Charakteristisch für die Funkgitarre sind bestimmte Spielweisen. Häufig hört man 16tel Grooves, manchmal auch triolische Grooves, all das in Kombination mit synkopierten Akzenten und Ghostnotes (was Nile Rodgers "chucking" nennt). Außerdem das Anschlagen von gemuteten Saiten, was auf Jimmy Nolen zurückzuführen ist und auch "chicken scratch" genannt wird. Ihr seht, die Palette von Funkspielweisen ist schier uferlos und darum möchte ich an dieser Stelle auch auf den Funkworkshop meines geschätzten Kollegen Thomas Dill hinweisen - dort findet ihr jede Menge Tipps und Tricks fürs Funkspiel.

Viele Funkstücke der alten Garde laufen über Dominantseptakkorden, wenn sie sich in Dur bewegen und über Moll7-Akkorde, wenn sie in Moll sind. Erst in der etwas poppigeren Funkausrichtung finden wir auch maj7 Akkorde als Tonika.

Aus diesem Grund habe ich mir auch erlaubt, die Akkordfolge hier in | C7 | Am7 | Dm7 | G7/9 | abzuändern, was dann so klingen kann:

Achtet beim Spiel auf einen konsequenten 16tel Wechselschlag, denn der verleiht euch rhythmische Stabilität. Die Ghost-Notes solltet ihr gut dämpfen!

Hier die Tabs:

Und das Playback:

Das ursprünglich verwendete Equipment im Funk geht von Fender Strat und Tele bis hin zu Gibson ES 335, ES 175, ES 5, Les Paul und L5, und nicht selten kamen auch P90-Pickups zum Einsatz. Als Amps werden häufig cleane Modelle wie z.B. Fender Twin eingesetzt (Jimmy Nolan riss den Treble-Regler fast bis zum Anschlag auf), viele Gitarren wurden jedoch auch à la Nile Rodgers direkt in eine Neve-Mischpult gespielt. Ein dezenter Kompressor hilft, den Sound etwas knackiger zu machen und ein Phaser wäre ein passender Modulationseffekt, wenn man etwas "Schwurbel" will.

So könnte ein Soundvorschlag aussehen:

Und nun viel Spaß beim "chucking" !

 

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