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Test
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08.04.2021

Praxis

Anschließen und in Betrieb nehmen

Ich schließe die Keystation 88 MK3 zunächst an mein Apple-Laptop an, wo es interessanterweise anfänglich als Tastatur erkannt wird. Der Weg geht also erst mal über die Kombination von Shift- und Global-Taste in das Einstellungs-Menü, um dort zwischen den Anschlusstypen PC und Mac zu wählen. Auch die Verbindung mit dem iPad gelingt auf Anhieb, allerdings nur, wenn der Mobilrechner über ein Camera-Connection-Kit mit Strom versorgt wird, alleine schafft es das iPad nicht, den Stromhunger des Hammer 88 Pro zu befriedigen. Der Notenständer eignet sich dabei auch sehr gut als Tablett-Halter. Richtig gut hätte ich es gefunden, wenn M-Audio hier noch ein simplen Laptop-Halter mitgeliefert hätten, denn auf dem Masterkeyboard ist leider nicht genug Platz, um ein Notebook abzustellen.

Betriebsarten und Handhabung

Grundsätzlich kennt das Hammer 88 zwei Betriebsmodi: DAW – was zur Steuerung von Audioworkstations dient und PRESET – zur Befehligung von Plug-Ins und anderer MIDI-Hard- und Software dient. Ab Werk kennt das Hammer 88 Pro elf Voreinstellungen, die die DAW-Fernsteuerung betreffen: Pro-Tools, MPC Beats, Ableton, Studio One, Reason, Cubase, Logic, Bitwig, Garageband, Reaper und FL Studio. Ein Speicherplatz bleibt für eigene Templates frei, was in der Summe etwas dürftigen zwölf Speicherplätzen entspricht. Im Bereich PRESET sind acht Speichernummern belegt. Unter anderem mit Adressierungen für die mit gelieferten Plugins (MPC, Hybrid, Velvet, Mini Grand, Xpand!2, Vacuum, Boom und DB-33). Ein Editor mit dem sich Controller-Templates komfortabel am Rechner editieren lassen, befindet sich in der Entwicklungspipeline und sollte bald verfügbar sein.

Aber auch am Gerät direkt ist die Adressierung von Controller-Werten zur Steuerung beliebiger Hard- und Software im Grunde gut zu bewerkstelligen, wenn man sich mal mit dem System aus Shift-Kombinationen vertraut gemacht hat. Das kleine monochrome, kontraststarke Display erweist sich dabei als extrem hilfreich und für den recht überschaubaren Einsatzbereich, wo ja keine grafischen Visualisierungen wie beispielsweise Hüllkurven erforderlich sind, als absolut ausreichend. Was die verfügbaren Parameter angeht, sehe ich im Zuge künftiger Updates noch Luft nach oben. So hätte ich mir beispielsweise die Möglichkeit gewünscht, die CC-Kommandos wahlweise auf den MIDI- oder USB-Out zu adressieren (aktuell gehen sie auf allen Ports raus), auch eine einstellbare Skalierung der Werte (z. B. 2er, 10er Schritte) lässt sich in künftigen Updates sicherlich noch leicht nachreichen.

Die Bedienelemente hinterlassen dabei einen grundsätzlich guten Eindruck. Besonders die Drumpads lösen zuverlässig und mit einer guten Umsetzung der Anschlagsstärke aus. Die Potis wirken etwas schwammig und aufgrund ihrer relativ hohen, dabei schlanken Bauform ein bisschen fragil. Die Fader geben keinen Anlass zur Kritik und bedienen sich leichtgängig und mit genauer Parameter-Umsetzung. 

DAW-Integration

Zur direkten Integration in der DAW wurde bereits in unserem Oxygene-Test ein umfassender Überblick gegeben. Jede DAW unterscheidet sich ein Stück weit im Vorgehen zur Controller-Integration und auch M-Audio sind mit ihren integrierten Templates noch nicht in jeder Hinsicht voll kompatibel, wie das Beispiel der noch nicht unterstützten Funktionsmatrix aus Rec/Select/Solo/Mute zeigt. Grundsätzlich folgt Ableton Live den Befehlen des Hammer 88 Pro nach erfolgter Ersteinrichtung aber artig. Damit der Controller zum Kommandogeber für die DAW wird, gilt es lediglich, in den Voreinstellungen das „Oxygene Pro“ als Bedienoberfläche auszuwählen und die Checkbox für die Fernsteuerungsfunktion im entsprechenden Feld zu aktivieren. Danach signalisiert der Kontrollrahmen rund um die Clip-Ansicht, dass Ableton Live auf Befehlserteilung durch externe Gerätschaften wartet.

Sonstige Ausstattung

Als zusätzliche Unterstützung haben M-Audio dem Hammer Pro eine Skalen- und Akkord-Korrektur nebst einem Arpeggiator spendiert. Alle drei Modi machten im Test das, was sie sollen. Smart Scale zieht Skalen-fremde Töne automatisch auf die richtige Note innerhalb der gewählten Skala (16 Variationen: u. a. Dur, Moll, Blues, Pentatonisch, Ganzton, Kirchentonleitern). Gleichermaßen funktioniert der Smart Chord-Modus, der – entsprechend der gewählten Umkehrung und Struktur – aus einer gespielten Note einen dreistimmigen Akkord generiert. Spannend ist dabei zum einen die Möglichkeit, eigene Akkordstrukturen zu definieren, zum anderen die Zufalls-Funktion, die bei jeder gespielten Note eine andere Umkehrung auslöst, was zu recht expressionistischen Klangepisoden führen kann. Gute Dienste leistet auch der Arpeggiator, der sieben verschiedene Spielformen (u. a.: up, down, alternierend, random), unterschiedliche Oktavierungen, Gate und Swing-Faktor-Einstellungen kennt.

Audiobeispiele

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