Test
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20.07.2015

Praxis

Selbsterklärendes Konzept

Nachdem ich die kleine Kiste aus ihrer Verpackung befreit habe, lege ich direkt los und spiele mit ihr herum, ohne das mitgelieferte Handbuch auch nur eines Blickes zu würdigen. Das klappt sehr gut und spricht für die grundsätzlich einfache Bedienbarkeit der Kiste. Dabei spiele ich vor allem mit den mitgelieferten Pattern herum und performe diese, wobei ich äußerst überrascht bin, wie vollständig die mitgelieferten Songs bereits klingen. Ferner bin ich begeistert, wie liebevoll und modern die meisten der Pattern klingen, da man sich bei den meisten anderen Grooveboxen für den Factory-Content doch oftmals etwas fremdschämen muss.

Allerdings darf man sich auch keine Illusion machen, dass viele der Songs durchaus „reverse-engineered“ sind, der Soundcontent und die Wavetables also durchaus speziell für diese Songs bzw. Patterns erstellt wurden. Möchte man selber solch komplexen Songs bauen, muss man doch schon einiges an Zeit, Einarbeitung und auch eigenen Samples investieren. Nichtsdestotrotz macht es bereits eine Menge Spaß, die mitgelieferten Pattern umzuprogrammieren und damit zu jammen.

Auch mobil nutzbar

Da die Electribe nicht an einem Computer gebunden und alternativ batteriebetrieben ist, kann sie mit Kopfhörern auch unterwegs bis zu 4 Stunden zum Einsatz kommen. So kann man dank der sehr simplen Bedienung mobil oder auch im Bett schnell eine Inspiration festhalten, die man später in Ableton unkompliziert zu einem Projekt ausbauen oder „live on stage“ performen kann. 

Simple Arbeitsweise

Wer die 200 Demo-Pattern behalten will (und das ist zu Anfang sehr empfehlenswert), wählt eines der leeren Pattern ab 201 aus und legt damit los. Jedes „Init Pattern" ist einen Takt lang und kommt bereits mit einer 4/4 Kick. Electro vorprogrammiert! Das Tempo ist von Haus aus auf 120 eingestellt, es lässt sich aber im Editiermenü über die Menu/Enter-Taste beim Parameter „BPM“ oder durch wiederholtes Tippen des Tap-Buttons direkt ändern. Hier kann man das Pattern bei Bedarf auch auf bis zu vier Takte verlängern.

Nun kann das Groovemaking beginnen. Nach Drücken der Trigger-Taste kann man jedes Drumpad („Part“) mit einer Drum, einem Sample oder einem Synth belegen. Dazu tippt man das gewünschte Pad einmal an oder klickt sich mit den Part-Knöpfen durch, bis das gewünschte Pad blau leuchtet. Anschließend wählt man durch Drehen des Oscillator-Knopfes den gewünschten Sound aus. So hat man mit diesem simplen 2-Schritte-Weg schnell alle 16 Parts belegt. Auf jeden Part kann noch die gesamte Editiersektion (Filter, Modulation, Amp und Insert FX) angewendet werden, um den jeweiligen Sound den Vorstellungen entsprechend zu tweaken. 

Jetzt aber endlich Melodien spielen! Dies geschieht mittels der Keyboard-Funktion, des Sequencers oder des Touchpads. Drückt man die Keyboardtaste, fungieren die Triggerpads als Klaviatur des vorher gewählten Parts, wobei eine Pad-Reihe jeweils mit den Noten C, D, E, F, G, A, H, C belegt ist. Mit der Chord-Funktion können auch direkt Akkorde gespielt werden. Ist die Touch Scale über dem Touchpad aktiviert, kann damit durch Tippen oder Reiben gespielt werden. Aktiviert man die Gate Arp Funktion, kann man im Trigger-Modus einen Part auswählen und ihn mittels des Touchpads durch den modifizierbaren Arpeggiator schicken. Also nur noch auf die Record-Taste drücken und los geht’s!

Im Sequencer-Modus, der besonders für Drums und Percussion geeignet ist, kann man den im Trigger-Modus gewählten Part auf den Takt verteilen. Dazu drückt man einfach auf den gewünschten Takt-Button und setzt die Steps anschließend mit den Triggerpads. Beim Setzen eines Klangs fängt das entsprechende Pad an zu leuchten. Spielt man das Pattern ab, so blinkt das Pad der aktuellen Zählzeit kurz auf, sodass man keine Orientierungsschwierigkeiten haben sollte.

Klang 

Der Klang des Maschine konnte mich mehr als überzeugen. Trotz virtueller Klangerzeugung sind die Sounds kräftig, punchy und mit genügend Durchsetzungskraft versehen. Dank der vielseitigen Effekte kann man aber auch noch weitere Bearbeitungen vornehmen und richtig „ausrasten“. Nichtsdestotrotz empfiehlt es sich auch hier, die Sounds beispielsweise durch externe analoge Geräte etwas aufzupolieren.

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