Gitarre Hersteller_ISP_Technologies
Test
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24.09.2014

Praxis

Die Rauschunterdrückung des Decimators beträgt -60 dB und das Gerät arbeitet laut Hersteller mit "Linear Time Vector Processing". Das bedeutet, dass der Prozessor einerseits in der Lage sein soll, sehr schnell auf kurze Staccato-Töne zu reagieren, aber gleichzeitig gehaltenen Noten ein natürliches Ausklingen erlaubt, ohne dass etwas verstellt werden müsste.

Diesem Versprechen werden wir jetzt natürlich auf den Grund gehen. Zum Testen habe ich die Amp-Variante gewählt und den Decimator, wie vorher beschrieben, zuerst zwischen Gitarre und Amp und außerdem in den Einschleifweg des Verstärkers geschaltet. Nun wird der Lead Channel angewählt und ein hoher Zerrgrad eingestellt, damit es auch richtig amtlich rauscht und brummt. Kein Problem! So klingt es ohne aktiviertes Pedal.

Kurze Töne

Jetzt wird der Decimator eingepegelt, auch das ist kein schwieriges Unterfangen. Die Gitarre bleibt aufgedreht, es wird nicht gespielt, und der Threshold-Regler wird langsam von -70 an aufgedreht, bis das Rauschen nicht mehr zu hören ist. Das ist bei etwa -35 der Fall. So klingt das Riff mit aktivierten Decimator.

Zu meckern gibt es absolut nichts, in den Spielpausen herrscht Ruhe und das Gate reagiert auch sehr schnell, wenn die Töne abgestoppt werden. Wer es noch etwas knackiger haben möchte, dreht den Threshold weiter auf, allerdings kann das Anschlagsgeräusch dabei etwas angeschnitten werden. Aber das ist Geschmacksache und bei hartem Riffing und hohen Gain-Einstellungen oft sogar erwünscht, damit sich beim Anschlag der Geräuschpegel durch das Kratzen des Picks in Grenzen hält.

Anschlag

Jetzt werfen wir einen Blick genau auf diesen beschriebenen Moment, die Wiedergabe des Anschlags. Bei einer Einstellung von -35 hat der Decimator meinen Amp-Wasserfall schnell abgeschaltet. Auch beim Anschlag war alles so weit in Ordnung, aber jetzt folgt der Härtetest. Ich habe den Volume-Regler an der Gitarre auf 5 gestellt, vorher war er voll aufgedreht (10), zudem wird nur leicht mit dem Pick angeschlagen. Unser Türsteher muss nun schnell erkennen, dass hier ein Ton am Start ist und kein Nebengeräusch und ihn umgehend durchlassen. Und diese Aufgabe löst er tatsächlich sehr gut. Zwar wird das Anschlagsgeräusch leicht beschnitten, aber das ist in dieser härteren Situation noch völlig in Ordnung. Natürlich ist es möglich, den Threshold zurückzunehmen, denn dann kommen leise Anschläge besser durch. Aber welche Prioritäten letztlich gesetzt werden, muss jeder für sich selbst entscheiden, in diesem Fall ging es um den besten Mittelweg für alle Situationen. Auch das folgende Beispiel ist einmal ohne Decimator und dann mit.

Ausklingender Ton

Im Gegensatz zu manch anderen Rauschunterdrückern, die vor allem mit den oberen Frequenzen ihre liebe Not haben, verhält sich unser Pedal klanglich neutral. Aber wir wollen jetzt noch wissen, wie es um das Ende eines Tons bestellt ist, denn dort wird es für ein Noise Gate immer kniffelig. Wann ist Schluss und wie wird der Ton beendet? In unserem Fall geschieht auch das recht natürlich. Bei einer Einstellung von -35 kommt das Rauschen bei ausklingendem Ton etwas hoch und wird kurz danach ausgeblendet. Das ist völlig normal, wenn das Störgeräusch höher ist als das Nutzsignal.

Wen das Rauschen am Ende stört, der kann den Threshold etwas nach oben drehen (-30). Jetzt wird der Ton sanft ausgeblendet, ohne dass man Nebengeräusche wahrnimmt. Zwar klingt er jetzt nicht mehr vollständig aus, würde aber sonst im Störgewitter untergehen - eine absolut brauchbare Lösung, die immer noch verhältnismäßig natürlich klingt.

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