Test
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03.12.2018

Praxis

Für den Praxistest gibt es folgenden Versuchsaufbau: Ich habe meinen Kemper Profiler über den Monitor-Output direkt an die Headrush FRFR-112 Box angeschlossen. Der Equalizer dieses Ausgangs ist neutral eingestellt, damit ich auch direkte Vergleichsmög-lichkeiten zu anderen Boxen und zu meinem Referenz-Sound aus den Abhörboxen der Regie (Genelec 8050A) habe. Ich habe die Box dann mit diversen unterschiedlichen Amp-Profilen und Gitarren getestet. Eigentlich hätte ich euch gerne einen amtlichen Au-diovergleich wie beim Speaker-Test oder dem Pickup-Marathon geliefert, aber das Sig-nal ist aufgrund der unterschiedlichen Lautsprecher-Konstruktionen leider nicht ver-gleichbar und auch nicht ohne Weiteres mit ähnlicher Mikrofonierung einzufangen. Des-halb gibt es „nur“ Worte. Bei den Profilen waren verschiedene Amps (Fender, Divided by 13, Dumble, Vox, Marshall, Mesa Boogie) aus dem Angebot von Michael Britt und das Friedman-Profil aus dem bonedo-Audio-Vergleich am Start. Außerdem habe ich den Einsatz mit Akustikgitarre (Nylon & Steelstring) getestet, auch über den Profiler, aller-dings mit dem Profil einer Reddi Tube DI, das Kollege Oliver Poschmann für einen bonedo-Basstest erstellt hat und das auch ausgesprochen gut mit Akustikgitarren funkti-oniert.

Frequenzgang - Vergleich mit Studio-Speaker

Die Headrush FRFR-112 hat einen recht geradlinigen Frequenzgang und kann tatsäch-lich auch als FRFR-Box bezeichnet werden. Es gibt keine drastischen Ausbrüche in ein-zelnen Frequenzbereichen und im direkten Vergleich zu meiner Studio-Abhöre ist ein recht geringer Klangunterschied zu verbuchen. Die Bässe sind etwas kräftiger, was aber für Bühnensound und Spielgefühl eher vorteilhaft erscheint.

Wiedergabe von unterschiedlichen Amp-Sounds

Die FRFR-112 ist recht flexibel aufgestellt und kommt mit den unterschiedlichen Amp-Typen und Basis-Sounds sehr gut klar. Hier macht sich der recht lineare Frequenzgang natürlich deutlich positiv bemerkbar. Verglichen mit typischen aktiven PA-Monitoren macht sich hier deutlich die Konzeption für Gitarristen bemerkbar, die Höhen kommen nicht zu bissig, auch etwas höhenbetonte Profile präsentieren sich nicht mit einem gifti-gen Ton. Allerdings muss man leichte Abstriche in der Auflösung machen. Die Bässe sind zwar nicht so mulmig wie bei der Alto Box, aber es klingt etwas pappig im unteren Frequenzbereich, weil es leicht an Fülle in den unteren Mitten mangelt. Aber bei dem Preis kann man auch keinen hochauflösenden High-End-Sound erwarten.

Sound mit Akustik Gitarre

Akustikgitarren klingen durch das lineare Klangbild sehr gut. Egal ob Stahl- oder Nylon-saiten – alles wird druckvoll und mit guter Durchsetzungsfähigkeit übertragen. Bei den Akustikgitarren-Sounds fällt der eben etwas bemängelte pappige Sound nicht ins Ge-wicht. Aber in den Bässen kann es bei höheren Lautstärken eher zu Rückkopplungen kommen.

Schalldruck - Abstrahlverhalten - Rauschen

Die 1000-Watt-Endstufe ist ein klares As im Ärmel, man hat gute Lautstärkereserven, um sich auch im lauten Bühnengefecht Gehör zu verschaffen. Dabei sollte man aber relativ im Abstrahlwinkel stehen, bewegt man sich zu weit von der Box weg, dann ändert sich der Sound (weniger Höhen) und der Schalldruck. Das hat allerdings einen klaren Vorteil für den Gitarristen, der sich gerne im Sweet Spot der Box das volle Brett gibt, denn au-ßerhalb des Strahlbereichs kommt weniger Signal und die Mitmusiker freuen sich, wenn die Gitarre nicht die komplette Bühne beschallt. Das Rauschverhalten ist erstklassig – sehr gering auch bei hoher Lautstärke.

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