Gitarre
Test
1
29.06.2017

Praxis

Sound/Bespielbarkeit:

Die Brocken 7 FX neigt zur Kopflastigkeit, was allerdings nicht verwundert, denn sieben Mechaniken haben nun einmal ihr Gewicht. Mit diesem Problem haben aber die allermeisten Gitarren zu kämpfen, die mit mehr als sechs Mechaniken ausgestattet sind. Ansonsten kann ich nur Positives berichten. Schon trocken angespielt macht sich ein satter, warmer und mit genügend Drahtigkeit ausgestattet Sound breit. Die tiefste Saite fügt sich dabei homogen ins Klanggeschehen ein und liefert einen klar definierten, lauten Ton. Ich bin gespannt, wie sie sich über den Amp darstellt.

Ich muss zugeben, dass die Bespielbarkeit ein Traum ist, obwohl ich aufgrund der verlängerten Mensur und in Verbindung mit der siebten Saite anfangs skeptisch war. Dank des flachen C-Shape-Halses ist ein ermüdungsfreies Greifen in allen Lagen möglich. Ich komme auch gut mit dem leicht verbreiterten Griffbrett klar, da die Abstände zwischen den Saiten so marginal größer sind und es sich für meinen Geschmack sauberer greifen lässt.

Es wird Zeit für ein paar Audiofiles. Dazu verwende ich meinen Marshall JVM 410, betreibe ihn mit einer 2x12" Box mit Vintage 30 Speakern und nehme die Box mit einem SM57 ab. Die Audiofiles habe ich klanglich nicht weiter bearbeitet. Los geht es wie immer im cleanen Kanal des Marshalls wobei ich alle Positionen des Fünfwegschalters anwähle, beginnend mit dem Hals-Humbucker.

Die Brocken 7 FX liefert in allen fünf Positionen markante und klar definierte Sounds. Ich bin bewusst in den tiefen Lagen geblieben, um das Verhältnis der tiefsten Saiten untereinander auszuloten, denn oftmals fällt die siebte Saite klanglich und im Druck ab. Davon ist hier keine Spur festzustellen, denn es kommt ein strammer, fetter Klang zustande. Alle fünf Positionen lassen sich im Bandgefüge sehr gut einsetzen und sorgen für eine breite Palette an unterschiedlichen Cleansounds. Die Humbucker liefern zudem eine gehörige Portion Ausgangsleistung und kitzeln die Vorstufe des Marshalls bei härterem Anschlagen der Saiten. Allerdings ist ein lautes Knacken beim Umschalten des Fünfwegschalters zu hören, ich hoffe, dass der im Zerrbetrieb nicht so drastisch ausfällt.

Weiter geht es mit dem Crunch-Kanal des Amps, auch hier schalte ich pro Durchgang alle Positionen durch, beginnend mit dem Hals-Humbucker.

Die Gitarre fühlt sich in der Zerr Abteilung ganz offensichtlich sehr wohl und liefert, lässt man die tiefste Saite einmal aus dem Spiel, ganz klassische Rockriffs.

Auch hier zeigt sich die Caparison vielseitig, jede Pickup-Stellung des Fünfwegschalters erzeugt einen hochwertigen, edlen Klang. Dabei fällt auf, das die Gitarre ausgesprochen sensibel auf den Anschlag reagiert und so in der Lage ist, den Ausdruck des Musikers umzusetzen, sehr gut! Glücklicherweise ist beim Umschalten der Pickup-Positionen das laute Knacken nicht mehr so deutlich zu hören.

So weit, so gut. Ich bin gespannt, wie die unterschiedlichen Pickup Kombinationen in den tiefen Lagen mit mehr Gain klingen.

Hier kann der Steghumbucker natürlich seine Karten ausspielen und erzeugt einen fetten, durchsetzungsstarken Metalsound mit genügend "Growl". Aber auch die Zwischenpositionen können gefallen, denn sie addieren eine Menge Attack beim Anschlagen der Saiten und sorgen so für ein s Höhenbild. Einzig der Halstonabnehmer fällt klanglich etwas ab, da er bei viel Gain im Bassbereich etwas schwammig wird.

Für das nächste Beispiel habe ich einen High-Gain-Sound am Amp eingestellt und verwende nur den Steg-Humbucker.

Der liefert einen fetten und markanten Klang, der sich hervorragend für breite Riffs eignet. Mir gefällt der sehr gut klingende Mittenanteil im Sound, denn der ist zum Glück reichlich vorhanden, um für genügend Durchsetzungskraft im Bandgefüge zu sorgen.Trotz des zugegebenermaßen fast schon übertriebenen Gain-Gehalts sind die Attacks immer noch herauszuhören, und das auf der tiefsten Saite!

Im abschließenden Beispiel habe ich einen kleinen Song aufgenommen, um die Caparison im Band-Kontext darzustellen. Dabei habe ich für alle Gitarrenaufnahmen den Amp in nur einer Einstellung belassen und lediglich mit den unterschiedlichen Pickup-Positionen und dem Volume-Regler die Sounds realisiert.

Hier kann die Caparison Brocken wahrlich trumpfen, denn sie liefert ausnahmslos hochprofessionelle Metalsounds, die das Arbeiten zu einem Vergnügen machen. Auch ohne EQ und Kompressor kann sich das Resultat für meinen Geschmack durchaus hören lassen.

2 / 3
.

Verwandte Artikel

User Kommentare