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09.10.2017

Crashkurs #6: Arrangement Tools in Apple Logic Pro X

Workshop Logic Pro X - Diese nützlichen Arrangement-Tools solltest du kennen!

Shortcuts, Normalisieren und mehr

Das Arrangement ist die Zentrale eines jeden Sequenzers. Hier entsteht dein Song, Track, Suite oder was auch immer du für eine Musikform gewählt hast. Bei Apple Logic Pro X ist das nicht anders. Schauen wir uns an, welche Tools dir beim Arrangieren helfen können!

Also los, Logic Pro X ist eingerichtet, mindestens eine Spur ist erzeugt - sonst geht das Arrangement-Fenster ja auch gar nicht erst auf. Nun befindest du dich im Zentrum dieser One-Window-Application, was Logic seit ein paar Jahren ist. Zwar kannst du alle Editoren auch in eigenen Fenstern öffnen - macht Sinn bei mehreren Bildschirmen -, aber eigentlich spielt sich alles in diesem einen Fenster ab.

Vor dir befindet sich nun ein meist dunkelgraues, leeres "Blatt", das es mit einer Komposition zu füllen gilt. Spur für Spur und von links nach rechts wirst du nun einen Song kreieren. Dazu erstellst du Regionen, in denen sich die Steuer- oder Audiodaten befinden. Diese veränderst und arrangierst du, bis dein Song fertig ist.

Ich gehe meist so vor: Ich loope ein paar Takte, zu Begin meist vier oder acht, und baue dann den ersten Teil des Songs auf, meist den Refrain, indem ich Regionen darin erstelle. Regionen sind die einzelnen Bausteine eines Arrangements, in denen sich die Daten befinden. Wenn ich einen Teil komplett habe, loope ich ein Stück weiter rechts vielleicht wieder einige Takte für die Strophe usw. Wenn ich einen Clubtrack produziere, bei dem es diese Struktur nicht gibt, bleibt es bei einem großen Loop, in dem ich alle Ideen sammle, die anschließend arrangiert und dabei mit weiteren Elementen angereichert werden, bis der Track fertig ist - eine Pattern-orientierte Arbeitsweise.

Du kannst eine neue Region erzeugen, indem du die entsprechende Spur auswählst und etwas darin aufnimmst, egal ob MIDI oder Audio. Oder du erzeugst mit Rechtsklick in die Spur an der entsprechenden Stelle eine neue Region.

Die Maus mit Funktionen belegen

Damit sind wir schon voll bei den Maus-Tools. Die findest du in der Mitte des Arrangement-Fensters oberhalb der ersten Spur. Standardmäßig sind da für die linke Maustaste der Auswahlpfeil und für den cmd-Klick - nicht (!) die rechte Maustaste, das ist der ctrl-Klick - das Marquee-Werkzeug zur Bereichsauswahl eingestellt.

Die linke Maustaste lasse ich meist unverändert, da das Löschen und Hinzufügen von Spuren einfach über die Mausauswahl und die Backspace-Taste (Löschen) bzw. die rechte Maustaste geht. Wenn du doch mal eben das Tool der linken Maustaste ändern willst, geht das mit einem ctrl-Rechtsklick irgendwo hin. Schon poppt ein entsprechendes Menü auf, das schneller zu erreichen ist als das eben angesprochene Menü.

Und für alle, die es viel lieber ganz anders haben wollen, hat Apple natürlich auch etwas parat: Im Top-Menü Logic Pro X > Einstellungen > Allgemein ... findest du unter Bearbeitung die Möglichkeit, die rechte Maustaste auch komplett anders zu belegen, zu, Beispiel mit einem dritten Tool. Die Maus-Einstellungen gelten selbstverständlich auch für die einzelnen Editoren, machen sich jedoch auch im Arrangement sofort bemerkbar.

Regionen im Arrangement - Spur für Spur

Zurück ins Arrangement: Die Regionen, die kürzer als die Gesamt-Loop-Länge sind, aber weiterklingen sollen, loope ich, indem ich sie anwähle und dann einfach die Taste L drücke. Einzelne Regionen kannst du auch einfach über ctrl+M stummschalten. Die Taste M dagegen schaltet gleich die komplette Klangquelle stumm, also auch mehrere Spuren mit dem selben Instrument.

Ein Doppel-Linksklick auf eine öffnet deinen favorisierten Editor im unteren Bereich des Arrangement-Fensters. Wenn dir das zu klein ist, kannst du entweder den Bereich nach oben schieben oder über das Top-Menü Fenster bzw. das dort angegebene Tastaturkürzel einen Editor auch in einem eigenen Fenster öffnen.

So fülle ich jedenfalls nach und nach meinen Loop. Neue Spuren kannst du auf verschiedene Arten erzeugen. Beachte, dass es für jeden Zweck in Apple Logic Pro X einen eigenen Spurtyp gibt. Das liegt daran, dass Logic das Grundprinzip hat, dass eine Klangquelle an eine Spur gekoppelt ist. Ein externer MIDI-Klangerzeuger ist eben etwas anderes als der interne Software-Synth. Du kannst aber Spuren jederzeit neu zuordnen, indem du über einen Rechtsklick auf die Spur-Info im Menü Spur neu zuordnen ein neues Ziel auswählst.

Den gleichen Spurtyp wie die vorangegangene Spur erzeugst du einfach über Doppellinksklick unter die letzte Spur. Eine Spur anderen Typs dagegen erstellst du entweder über das Plus-Zeichen oberhalb der Spuren-Info oder das Top-Menü Spur.

Wenn du viel mit Software-Instrumenten arbeitest und zum Beispiel deine Drumsounds in verschiedene Spuren aufteilst, wirst du es wahrscheinlich genauso unverständlich wie ich finden, dass der Befehl "Neue Spur mit gleichem Instrument" sich im Top-Menü Spur unter Andere oder hinter dem Tastaturbefehl Alt+Shift+Enter versteckt. Ich brauche das jedenfalls ständig und hätte das gerne genauso plakativ als festen Knopf wie das oben erwähnte Plus-Zeichen. Da hilft nur die Neubelegung der Tastatur.

Schneller Zugriff auf wichtige Parameter - Smart Controls in Apple Logic

Apple hat für den schnellen Zugriff innerhalb des Arrangements auf die wichtigsten Parameter eines internen Klangerzeugers oder eines komplett vordefinierten Channelstrips aus der Bibliothek eine Funktion in Logic Pro X integriert, durch die du aufs Öffnen des Plug-ins verzichten kannst: Smart Controls!

Sie werden über die Taste B, einen Klick auf das Instrumentensymbol in der Spurübersicht oder das Top-Menü Ansicht > Smart Controls einblenden aktiviert. Je nach Plug-in werden dir verschiedene Parameter angezeigt. Viele Drittanbieter haben diese Funktion in ihr Plug-in integriert, besonders gut funktioniert das aber natürlich mit den Logic-eigenen Klangerzeugern.

Regionen mit Farben kennzeichnen

Mache ich wirklich sehr gerne. Denn farbig markierte Spuren sorgen für deutlich mehr Übersicht im Arrangement. Ob du dabei nach Instrumenten oder Songteilen vorgehst, hängt ganz von deinen Vorlieben ab.

Da es sich bei der Farbübersicht um ein eigenes Fenster handelt, findest du sie im Top-Menü Ansicht > Farben einblenden, per Rechtsklick auf eine Region unter Name und Farbe > Farben ein-/ausblenden oder einfach über das Tastaturkürzel alt+C.

So, und nun zu etwas, dass du nur machen solltest, wenn dich 1. die Tatsache stört, dass die Farben in Logic aus "Professionalitätsgründen" einfach nicht so grell sind und Logic früher noch ganz andere Farben zur Auswahl hatte, 2. dir die Farben wirklich nicht gefallen und du ganz bestimmt und wirklich sicher andere Farben haben willst und du 3. dich ein kleines bisschen mit Scripten sowie RGB-Farbwerten ausgekennst.

Dann - und wirklich nur dann! - verrate ich dir, dass es innerhalb des Logic-Programmpakets eine Datei gibt, in der nahezu alle Farbwerte verstellt werden können - und zwar für so ziemlich jede Grafik in Logic! Wenn du da also rangehen willst, öffnest du im Programme-Ordner mit Rechtsklick auf die App Logic Pro X und Paketinhalt zeigen das "Innere" des Programms. Dann navigierst du zu Contents > Frameworks > MAResources.framework > Versions > A > Resources und suchst darin die Datei MAResourcesMapping.plist. Diese Datei kopierst du erst mal an eine sichere Stelle, damit du ein Backup hast. Dann öffnest du sie mit Text Edit und suchst die Zeile <key>Regions</key>. Ab da werden alle Farben definiert, mit denen du Regionen kennzeichnen kannst.

Wer sich an diese ominöse Datei nicht rantraut, muss mit den vorhandenen Farben leben (geht auch, ich mach das schon eine ganze Weile) oder auf ein Update hoffen, das eine Funktion zur Definition bringt, wie das bei diversen Programmen eigentlich Standard ist. Die neue Farben gibt's aber auch erst seit etwas über 4 Jahren, kann also nicht mehr so lange dauern ...

Loops in richtige Daten umwandeln

Also gut, dein Song steht soweit, aber hier und da bedarf es noch einiger Feinheiten. Und dabei hast du jede Menge Loops verwendet, die alle stets auf ihre jeweilige Original-Region verweisen. Zum Glück leben wir im 21. Jahrhundert, und RAM-Speicher ist inzwischen reichlich vorhanden.

Also wandeln wir alle Loops mit dem Befehl, der ursprünglich mal "Turn loops to real copies" und inzwischen "Loops in Regionen konvertieren" heißt. Du findest ihn an verschiedenen Stellen, etwa im Bearbeiten-Menü innerhalb des Arrangement-Fensters oder durch Rechtsklick auf die entsprechenden Spuren, jeweils im Sub-Menü Konvertieren oder ganz einfach über den Tastaturbefehl ctrl+L. Nun kannst du jede einzelne Region individuell verändern, um Breaks einzubauen oder eine richtige Songstruktur zu erstellen.

Regionen auftrennen

Das ist ein sehr nützliches Tool für zwei Dinge:

Erstens wenn du mit General-MIDI-Dateien arbeitest. Es soll ja Leute geben, die als Vorlage für ein Cover gerne mit diesen gekauften Dateien arbeiten. Warum auch nicht? Das erleichtert die Ausgangslage meist ungemein. Logic Pro X kann solche Daten auch verarbeiten, jedoch öffnet sich im Arrangement nur eine einzige Region in einer Spur, in der alles drin ist. Das bringt es so auch irgendwie nicht! Doch hier hilft die Möglichkeit, die Region nach MIDI-Kanälen aufzuteilen. Das geht wieder über das Bearbeiten-Menü unter MIDI-Events auftrennen > Nach Event-Kanal oder über einen Rechtsklick auf die Region unter MIDI > Nach MIDI-Kanal auftrennen. Schon tauchen alle Spuren mit den einzelnen Regionen brav untereinander auf und das muntere Editieren kann beginnen.

Der zweite Fall ist für die meisten von euch wahrscheinlich ein bisschen "cooler", denn der klassische Fall hierfür ist das Beats-Bauen. In Logic Pro X gibt es dafür den genialen Schritteditor, den es so schon vor über 25 Jahren beim Vorgänger Notator auf dem Atari gab. Darin wählst du z.B. das Lane-Set: GM Drum Kit, an dessen Belegung sich die meisten Drum-Programme und -Presets halten, selbst die gute alte Roland TR-909. Schon kannst du geniale Beats in einer Region bauen, sei es mit den integrierten Drum Kit Designer und Ultrabeat, mit Drumsamplern wie z.B. NI Battery oder einem externen Drumcomputer als Klangquelle über MIDI.

Das Problem am Ende: Im Arrangement lassen sich Beats viel einfacher editieren, wenn jeder Sound in einer eigenen Region zu finden ist. Hier hilft Nach Tonhöhe auftrennen, was du direkt unterhalb des eben besprochenen Befehls an denselben Stellen findest. Schon kannst du einfach mal eine Kick entfernen, indem du die ganze Region stummschaltest etc.

Ordner packen in Apple Logic

Kommt dir folgendes Szenario bekannt vor? Alleine die Drums in deinem Arrangement sind mit gefühlten 417 Mikros aufgenommen, die Guitar-Wall-of-Sound hat mindestens ebenso viele Spuren. Dazu die ganzen Vocals mit Zweit-, Drittstimmen und Background-Chord. Und nicht zu vergessen die vielen Keyboard-Pads und Sequenzen - und die Bass-Spur! ;)

Wenn ja, dann bist du ganz klar ein Kandidat für Order! Wähle alle Spuren aus, die zusammenpassen und packe sie über das Menü Funktionen > Ordner > Ordner packen oder Rechtsklick und das gleiche Menü dort einfach zusammen. Schon entsteht eine neue (Ordner)-Spur mit einer einzigen Region in deinem Arrangement, das dadurch viel übersichtlicher wird.

Wenn du jetzt auf diese Region klickst, öffnet sich eine Art Sub-Arrangement nur für den Inhalt dieses Ordners. Darin kannst du alles genauso bearbeiten wie im übergeordneten Arrangement. Mit dem Aufwärtspfeil oberhalb des vorhin erwähnten Plus-Zeichens links kommst du wieder eine Ebene höher. Du kannst auch Ordner in Ordnern usw. packen. Aber irgendwann nimmst du besser einen kleinen Kreisel mit, sonst findest du nicht wieder nach Hause ...

Automation - wir malen im Arrangement

Bei nahezu jedem Plug-in und den bei Logic Pro X mitgelieferten Effekten Instrumente sowieso lassen sich alle Parameter automatisieren. Und du kannst Dinge wie Lautstärke, Effekt an/aus, Filterfahrten oder Delay-Verschiebungen nicht nur mit Hilfe eines externen Controllers aufzeichnen, sondern auch gezielt und sehr präzise über die Automation einzeichnen.

Drücke einfach die Taste A und schon sind alle Spuren im Automationsmodus. Alternativ kannst du den Modus über das kleine Symbol ganz links über dem ersten Takt aktivieren. Jetzt wählst du einfach das entsprechende Ziel in der Spur aus und im Arrangement wird eine Linie erscheinen, die den derzeitigen Wert darstellt. Neue Punkte erzeugst du per Doppel-Linksklick, mit dem du Punkte auch wieder löschen kannst.

Es entstehen so allerdings immer nur gerade Verläufe zwischen zwei Punkten. Es geht aber auch besser! (S-)Kurven zwischen zwei Automations-Punkten erzeugst du, indem du mit gehaltener Shift- und Control-Taste zwischen zwei Punkte klickst und die Linie dann bewegst.

Mit einem weiteren Klick auf A blendest du zur besseren Übersicht die Automation einfach wieder aus.

Das Verhalten von Audio-Regionen

Ja, das ist in Logic Pro X ein bisschen anders. Denn im Gegensatz zu den bisher besprochenen MIDI-Regionen sind die im Arrangement angezeigten Audio-Regionen eigentlich immer nur Aliase einer Audiodatei. Und die verhalten sich beim Bearbeiten ein bisschen anders!

Audiodateien fügst du in Logic Pro X entweder über die Aufnahme in eine Spur oder, beispielsweise bei fertigen Drumloops, über das Menü Übersichten (Tastaturbefehl F) in der rechten oberen Ecke des Arrangement-Fensters und dort im Menü Audiodatei > Audiodatei hinzufügen hinzu. Aber während du eine Aufnahme auch direkt im Arrangement siehst - und auch im Übersichten-Menü unter Projekt -, bleibt eine eingeladene Datei erst einmal nur dort. Es handelt sich dabei um einen Datenpool, wie es ihn auch bei Videoschnittprogrammen à la Adobe Premiere oder Apple Final Cut Pro X gibt.

Wenn du nun von dort aus per Drag&Drop Audioclips ins Arrangement ziehst, erzeugst du stets nur ein Alias, das sich auf die entsprechende Region bezieht. Und wenn du jetzt zum Beispiel eine Audio-Region im Arrangement zerschneidest, entstehen dadurch zwei neue Regionen im Übersichten-Fenster, was du auch leicht an den neuen Namen der neuen Audio-Regionen erkennen kannst. Die zerschnittene Region existiert aber auch noch als unzerschnittene Region in der Projektübersicht. Schließlich arbeitest du hier stets non-destruktiv. Das kann schnell unübersichtlich im Übersichten-Menü werden. Daher überlege stets, ob du nicht besser dort eine neue Region anlegst, die du dann ins Arrangement ziehst.

Außerdem solltest du Audio-Regionen im Arrangement nicht kopieren, wenn du sie einfach nur mehrfach verwenden willst. Auch das sorgt für eine zusätzliche Region im Übersichten-Menü. Besser ist es daher, die entsprechende Region zu "klonen", sie also entweder erneut aus dem Übersichten-Menü ins Arrangement zu ziehen oder die Region im Arrangement mit gleichzeitig gedrückter Shift- und ctrl-Taste zu kopieren. Okay, du kopierst sie dann nicht, du erstellst einfach wieder ein Alias von der Original-Region. Aber Hauptsache ist, du richtest kein Chaos in der Audio-Übersicht an. Wenn du mit vielen Audio-Clips arbeitest und stundenlang die richtige Region suchst, wirst du schnell verstehen, was ich meine.

Flex - so werden Audioregionen elastisch

Das Flex-Tool für Audio-Regionen sollte jeder Logic-User kennen! Es macht jedes Audiomaterial sehr dehnbar, auch selbst aufgenommene Clips, und zwar in alle Richtungen. Das bedeutet, dass du Audiomaterial quasi in Echtzeit ohne Tonhöhenveränderung sowohl schneller als auch langsamer machen kannst. Du kannst aber auch die Tonhöhe bei gleichbleibender Geschwindigkeit verändern. Und das alles ohne komplizierten Editor, einfach im Arrangement.

Dazu aktivierst du über das Menü Bearbeiten > Flex-Pitch/Time einblenden oder das Symbol rechts von der oben erwähnten Automations-Taste oder cmd+F die Flex-Ansicht. Dadurch erscheint in jeder möglichen Spur das Flex-Symbol, das ein bisschen wie eine umgefallene Sanduhr mit DNA drin aussieht. Aktiviere es für die entsprechende Spur, und der Spaß kann beginnen!

In der Spur-Übersicht hast du ein Reitermenü mit verschiedenen Möglichkeiten. Flex Time gibt es mit Presets zur besseren Erkennung von verschiedenem Audiomaterial. Das Ganze funktioniert so wie das legendäre Recycle von Propellerhead. Du kannst direkt im Arrangement eigene Slice-Teiler einzeichnen oder die von Logic gefundenen auch löschen. Flex Pitch dagegen sieht ein bisschen so aus wie der Graphical Mode im ebenfalls nicht minder legendären Antares Autotune. Je nach Zoom-Größe kannst du die Tonhöhe, Gain, Pitch Drift, Vibrato oder Formant Shift sehr flexibel justieren, indem du die Parameter in der Audio-Region anpasst.

Beide Flex-Varianten müssen sich hinter den großen Vorbildern nicht verstecken, funktionieren aber wie üblich nur ein einem "angemessenen" Bereich überzeugend. Irgendwann reißt es eben auch den letzten Beat auseinander oder wird eine Vocal-Hook zur Micky-Maus-Stimme.

Wo sich die übergeordneten Tools verstecken

Es gibt im Arrangement von Logic Pro X eine übergeordnete Spur für die Arrangementübersicht, Marker, Film, Takt- und Tonart, Transposition sowie das Tempo und Beatmapping! Du schaltest sie mit der kleinen Taste ein, in der sich ein Quadrat mit Pfeil nach unten befindet, direkt links vom Taktlineal. Alternativ geht das über die Taste G oder über das Top-Menü Spur > Globale Spuren. Damit kannst du nicht nur für mehr Übersicht sorgen, sondern alles jederzeit auch automatisieren! Manche Dinge musst du bei Bedarf mit Rechtsklick erst aktivieren. Das Minimal- und Maximaltempo kannst du festlegen, indem du die kleinen Zahlen in der Tempospalte anklickst und nach oben oder unten ziehst.

Ein weiteres übergeordnetes Tool ist das zweite Lineal! Klar, du hast eins für die Takte über dem Arrangement. Aber es gibt Fälle, da ist eine Zeitanzeige extrem praktisch. Und damit meine ich nicht, dass du wissen musst, wann bei einem Progressive-House-Track die Minute rum ist und der Break kommen muss - das sind bei 128 BPM immer 32 Takte, das ist leicht! Aber wer viel Programm-Musik macht wie Werbejingles oder in der Liga der Filmmusikkomponisten mitspielt, der hat oft genug exakte Zeitvorgaben einzuhalten. Und da ist dieses Lineal, das du über Ansicht > Zweites Lineal oder den Fingerbrecher ctr+alt+cmd+R einschaltest, sehr praktisch. Da es natürlich wieder ein bisschen Platz vom Arrangement wegnimmt, ist es im Auslieferungszustand von Apple Logic Pro X erst mal ausgeschaltet.

Das Arrangement von Logic Pro X kann noch viel, viel mehr! Aber mit diesen wichtigen Tools solltest du in der Lage sein, eigene Arrangements schnell zu erstellen. Hier noch ein paar Kurztipps:

  • Lass die Einstellung Einrasten in der Mitte über dem Arrangement auf Intelligent. Die Regionen rasten dann im Standard-Zoom in Vierteln und bei starker Vergrößerung Zoom-Stufe auch feiner ein. Sehr praktisch!
  • Logic arbeitet (fast) immer non-destruktiv. Wenn du eine Region quantisierst, transponierst oder ihre Dynamik veränderst, so bleiben die tatsächlich eingespielten Werte immer erhalten. Erst wenn du die Parameter über das Menü Funktionen > MIDI-Regionparameter > ...dauerhaft anwenden einrechnest, überschreibst du die Originale.
  • Und wenn du lieber ein "Symbol der Abspielpositon (auch besser bekannt als "Song Position Pointer", die vertikale Linie, die dir anzeigt, an welcher Stelle dein Song gerade ist) haben willst, das immer in der Mitte bleibt und dein Arrangement von links nach rechts scrollen soll, dann kannst du das unter Ansicht > Scrollen bei Wiedergabe oder mit ctrl+< aktivieren. Sieht zumindest mal schön aus.

Viel Spaß beim Arrangieren!

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