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Workshop
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28.08.2020

Praxis

Anwendungsbeispiele

Die Grundidee zum Auto Sampler war vermutlich, die Sounds eigener Hardware-Synthesizer oder sonstiger MIDI-Klangerzeuger als Sample Instrument überall verfügbar zu machen, z. B. auf dem Laptop auf der Bühne, im ICE oder im Urlaub.

Eine darüber hinausgehende und aus meiner Sicht äußerst interessante Anwendungsmöglichkeit ist die plötzliche, polyphone Spielbarkeit monophoner oder meinetwegen auch paraphoner Synthesizer, wie meinem Behringer Poly D. Trotz seines Namens ist der günstige Moog-Klon nicht wirklich polyphon spielbar, als Sample-Instrument dagegen wird er zum fetten Poly Synth, wie man im folgenden Audiobeispiel mit drei Poly D Sample Instrumenten (einzeln + gelayert) hören kann.

Vorzüge der Verwendung des Auto Sampler

Ein großer Pluspunkt ist der quasi nicht vorhandene Arbeitsaufwand beim Erstellen von Sample-Instrumenten, was zum Experimentieren animiert! Das manuelle Erstellen von (Multi-)Sample-Instrumenten ist tatsächlich etwas zeitaufwendig, sodass man im Endeffekt viel zu häufig auf Presets zurückgreift. Der Auto Sampler hingegen erfordert keine besonderen Skills oder Feinschliff, was den Spieltrieb weckt: Man probiert viele Sachen aus, wie z. B. das Klopfgeist-Hall-Instrument in Video Nummer zwei , bei dem ich vorher nicht sicher war, ob etwas Brauchbares dabei herauskommt. Im schlimmsten Fall waren lediglich zwei bis drei Mausklicks umsonst. Ein weiterer Vorzug sind die tatsächlich brachialen Synthsounds, die mit geringer CPU-Belastung erzeugt werden können. Die etablierten Emulationen à la u-he Repro-5 hinterlassen bei einem zu sorglos-kreativen Einsatz multipler Instanzen dann doch einen spürbaren Fußabdruck in der CPU-Anzeige des Hostprogramms.

Potenzielle Nachteile oder: worauf man achten sollte

Während man beim Sampeln eines monophonen Synthesizers plötzlich Zugriff auf (fast) beliebig viele Stimmen hat, muss man auch einige Einschränkungen hinnehmen. Mit dem „Tweaken“ an echten Knöpfen und Reglern ist es erst einmal vorbei, allerdings ist der ultimative, multiple Echtzeitzugriff auf Klangparameter längst nicht bei jedem Sound notwendig. Weiterhin stehen im Logic Sampler ebenfalls vielfältige Klangformungsmöglichkeiten zur Verfügung. In vielen Fällen ist es zweckdienlich, beim Sampling das Filter des Synthesizers komplett geöffnet zu lassen, sofern es sich um keine spezielle Filtereinstellung handelt, die man „einfangen“ möchte. Gleiches gilt beispielsweise für die Attack-Phase der Amp-Envelope, die bei der Klangquelle idealerweise auf den Minimalwert eingestellt ist. So hat man über die Hüllkurven des Samplers noch sämtliche Optionen, also etwa die Auswahlmöglichkeit darüber, ob man das Multisample als Poly-Synth mit knackigem Attack oder als Flächensound verwenden möchte.

Fazit: Sampeln bis die Festplatte glüht! Welche weiteren Workshop-Themen würden euch interessieren? Falls ihr Anregungen habt, nutzt einfach die Kommentarfunktion!

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