Gitarre Hersteller_AMT
Test
1
18.01.2013

Praxis

Bevor ich mit dem Testen eines Gerätes oder eines Instrumentes beginne, taste ich mich meist zuerst einmal ohne Bedienungsanleitung vor. Dabei zeigte sich, dass die Handhabung unseres Kandidaten fast selbsterklärend ist. Ohne Beschreibung war mir lediglich nicht ganz klar, was es mit dem Clean Level Regler und dem Clean Boost Schalter auf sich hat, denn im aktivierten Zustand tut sich bei deren Betätigung nichts. Nach einem Blick ins englischsprachige Faltblatt war dann auch mir ersichtlich, dass diese Regler erst im aktiven Bypass bzw. cleanen Kanal zur Geltung kommen. Der Fußschalter rastet satt ein und auch die Potis haben einen leichten Widerstand, sodass sie sich nicht bei jeder Berührung verstellen.

Der Anspruch, einen Rectifier nachzubilden, ist hoch gesteckt, denn jener ist für seine enormen Gainreserven und ein mächtiges Pfund vor allem im Bassbereich berühmt. Ich bin gespannt, was der R2 im Hinblick darauf zu liefern in der Lage ist. Die ersten drei Beispiele werden mit drei verschiedenen Gitarren eingespielt. Bei Clip 1 ist eine Les Paul im Einsatz, bei Clip 2 eine Telecaster und im dritten File eine Fender Strat. Alle Regler des R2 sind in Mittelstellung, lediglich den Bass habe ich auf 9 Uhr gedreht, da der doch etwas zu heftig ist. Als Amp kommt ein Fender Deluxe zum Einsatz, der über den Drive Out des Pedals gefüttert wird. Abgenommen wird das Signal mit einem SM 57 und einem Sontronics Halo.

Hier lassen sich wunderbar die verwendeten Gitarren heraushören. Durch das geringere Gain-Setting treten die Höhen etwas mehr nach vorn und quittieren jeden Anschlag mit einem feinen Schmatzer. Das Pedal fühlt sich tatsächlich an wie ein echter Amp, erstaunlich!

Jetzt eine auf H gestimmte Gitarre mit DiMarzio D Activator Pickups. Hier habe ich das Gainpoti auf drei Uhr gedreht und den Bass auf neun Uhr belassen. Der Rest bleibt in der Mitte.

Das ist wohl eher die Soundwelt, mit der man einen Rectifier assoziiert. Und siehe da, das macht der R2 richtig gut! Natürlich kann er nicht klingen wie ein echter, dafür fehlen die passende Box und auch eine Endstufe mit passenden Röhren. Aber für ein Pedal in Verbindung mit einem Fender Deluxe Amp ist das schon erstaunlich.

Hier noch einmal dieselbe Einstellung, allerdings befindet sich der Mid Regler nun auf 10 Uhr.

Die heruntergeregelten Mitten tun dem Sound sehr gut, er wird noch wuchtiger. Auch die Dissonanz in den höheren Lagen meistert das R2 mit Bravour, das klingt ausgesprochen authentisch.

Jetzt schließe ich das R2 mit dem Cab Sim Out an eine Avalon M5 DI Box an und greife zu einer Strat mit Humbucker am Steg, der auch diese Aufnahme bestreitet.

Im ersten Moment scheint der Sound nicht viel mit den oben gehörten gemein zu haben, aber erstens spiele ich direkt in eine DI-Box, und zweitens klingt so ein Pedal je nach verwendetem Amp natürlich immer anders. Das Cab Sim Signal ist jedenfalls gut formbar und bringt alles mit, was man braucht, um bei Bedarf aus ihm mithilfe eines EQs schnell einen guten Sound zu zaubern.

Beim letzten Beispiel bleiben die Einstellungen wie gehabt, allerdings ist der R2 via Preamp Out an einen JVM 410 Marshall angeschlossen. Dieser bietet einen Power-Amp Input an, sodass ich direkt auf die Endstufe komme.

Tja, das gefällt mir leider nicht so gut. Der Sound ist eher flach, die Mitten undifferenziert und leblos. Schade. Natürlich hat jede Endstufe ihren eigenen Sound, aber mit dem Marshall zusammen klingt es leider nicht überzeugend.

2 / 3
.

Verwandte Artikel

User Kommentare