TC Electronic SCF Test

PRAXIS
Zu Beginn unseres Praxistests wollen wir zunächst einmal eine kleine Bestandsaufnahme der drei Effektsounds machen. Dabei stehen alle Regler in der mittleren Position (12 Uhr). Vorneweg gibt es noch den Klang ohne Effekt, dann hat man einen besseren Vergleich.

Audio Samples
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Bypass ST Chorus ST Pitch ST Flanger ST
GitarreModeSpeedWidthIntensity
StratocasterChorus/Pitch Modulator/Flanger121212

Bei eingeschaltetem Effekt blinkt die kleine rote Status-LED über dem Mode-Wahlschalter im Tempo der Modulation. Der SCF ist momentan noch in Mono an den Amp angeschlossen. Da aber die meisten Gitarristen ein Mono-Setup mit „nur“ einem Verstärker nutzen werden, sollte die Klangqualität bereits in diesem Setup zufriedenstellend ausfallen. Und das ist der Fall! Tatsächlich ist der Sound sogar mehr als zufriedenstellend – man bekommt sehr saubere Modulationseffekte zu hören, bei extrem geringen Nebengeräuschen.

Chorus
Beim Chorus wollen wir die Arbeit der drei Regler genauer unter die Lupe nehmen. Mal sehen und hören, was hier so alles einstellbar ist. Die Geschwindigkeit habe ich auf 11 Uhr gestellt und mit Width auf Vollanschlag die höchste Stufe des Chorus-Effekts angewählt. Jetzt kann mit Intensity das Mischungsverhältnis zwischen Chorus und Direktsignal eingestellt werden.
Ich habe das Ganze mal in drei Positionen aufgenommen: 10, 14 und 17 Uhr. Generell kann man sagen, dass der Effekt auch bei vollem Anteil nicht aufdringlich klingt und auch nicht unangenehm eiert. Wir bekommen es hier mit einer wirklich hochwertigen Variante eines Chorus-Effekts zu tun, die den Ton nicht breiig macht, sondern einfach nur veredelt. 

Audio Samples
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Intensity ST
GitarreModeSpeedWidthIntensity
StratocasterChorus111710/14/17

Als nächstes wollen wir die Arbeitsweise des Width-Reglers untersuchen. Auch hier hören wir uns drei verschiedene Einstellungen an:  9, 12 und 15 Uhr. Der Effektanteil liegt bei 100%, Intensity steht auf 17 Uhr.

Audio Samples
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Width ST
GitarreModeSpeedWidthIntensity
StratocasterChorus119/12/1517

Der Klangunterschied ist deutlich hörbar. Der Sound wird voller, je weiter man den Regler aufdreht. Dabei kommt es zu konsequenten Klangveränderung über den gesamten Regelbereich. Bei manchen Chorus-Pedalen muss man mit dem Bassbereich vorsichtig sein. Ist die Modulation zu stark, haben Grundtöne im Akkord oft nicht genug Stabilität und klingen leicht verstimmt – was man eigentlich gar nicht gebrauchen kann. Beim SCF tritt diese Problematik nicht auf, der Bassbereich wird auch bei hohem Effektanteil sehr klar und deutlich übertragen.
Mit Mono ist jetzt Schluss. Nun wollen wir den Sound des Pedals in seiner vollen Breite genießen. Natürlich ist es eine absolute Steigerung, wenn der Sound im Raum hin und her wandert und der Klang so noch transparenter wird. Aber noch mal gesagt: Schon der Mono-Sound hat mich absolut überzeugt. Man muss sich keinen zweiten Amp auf die Bühne stellen, um einen amtlichen Chorus-Sound zu erhalten. Wenn man aber einen Zweit-Amp zur Verfügung hat, dann klingt es folgendermaßen.

Audio Samples
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Stereo Chorus Light ST
GitarreModeSpeedWidthIntensity
StratocasterChorus121013

Da kommt Freude auf! Schöner, breiter Sound, bei einer eher dezenten Chorus-Einstellung. Wenn man jetzt mal das andere Extrem wählt und Speed und Width voll aufdreht, dann erhält man einen Klang, der einem Rotary-Effekt sehr nahe kommt. Das Pedal stellt wirklich eine große Bandbreite an edlen Chorus-Sounds zur Verfügung. Und man kann eigentlich nichts verkehrt machen, jede Einstellung klingt!

Audio Samples
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Max Chorus ST
GitarreModeSpeedWidthIntensity
StratocasterChorus171715

Pitch-Modulator
Das war natürlich noch nicht alles. Nun ist der Pitch-Modulator an der Reihe. Und hier gibt es die volle Effekt-Breitseite. Mit dem Intensity-Regler wird lediglich das Verhältnis zwischen Chorus- und Vibrato-Effekt geregelt. Bei Linksanschlag ist der Chorus zwar voll dabei, klingt aber trotzdem noch einen Hauch anders als der normale Chorus-Effekt bei Vollanschlag. Der Effekt kommt hier grundsätzlich etwas dezenter rüber,  und der Sound wird etwas dünner, je weiter man den Regler aufdreht. Ist ja auch logisch, denn der breite Chorus-Effekt wird dabei entsprechend abgeschwächt. Zur besseren Verdeutlichung des Klangunterschieds habe ich zuerst nur einen Ton aufgenommen, danach eine kurze Akkordfolge mit je drei Einstellungen des Intensity-Reglers, zuerst auf 7, dann 12 und zuletzt auf 17 Uhr.

Audio Samples
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Pitch Mix 1 LP Pitch Mix 2 LP
GitarreModeSpeedWidthIntensity
Les PaulPitch Modulator14177/12/17

Mit dem Pitch-Modulator kann man ähnliche Sounds wie mit dem Chorus erzeugen, der Verstimmungsgrad, also die Tonhöhenmodulation ist hier stärker ausgeprägt und der Stereo-Effekt dafür nicht so breit wie beim Chorus.

Flanger
Auch beim Check des Flangers ist volle Effektintensität angesagt. Mit dem Intensity-Regler wird die Stärke des Kammfiltereffekts eingestellt. Wie sich das anhört, erfahrt ihr im folgenden Hörbeispiel, bei dem der Regler zuerst auf 7, dann 12 und schließlich 17 Uhr eingestellt ist.

Audio Samples
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Flange Mix LP
GitarreModeSpeedWidthIntensity
Les PaulFlanger12157/12/17

Den Intensity-Regler kann man hier locker bis 15 Uhr aufdrehen, ohne dass sich ein allzu krasser Effekt ergibt. Dreht man weiter auf, lassen sich auch extremere Sounds realisieren. Unterm Strich würde ich den Klang aber eher als dezent bezeichnen. Fette Jet-Plane-Powerchords oder krasse Flanging-Sounds sind hier nicht an der Tagesordnung. Aber das gebotene Klangniveau ist wirklich überragend.
Man kann dem Flanging-Effekt natürlich auch in Verbindung mit einem Distortion-Pedal etwas mehr Ausdruck verleihen. Den Kammfilter-Effekt habe ich hier allerdings nicht so stark hinzugefügt, sonst wird der Sound in Verbindung mit dem vorgeschalteten Rat-Pedal (ProCo The Rat) zu blechern. Hier ist das Ergebnis:

Audio Samples
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Dist. Flange LP
GitarreModeSpeedWidthIntensity
Les PaulFlanger91411
Kommentieren
Profilbild von hefus

hefus sagt:

#1 - 01.09.2013 um 17:19 Uhr

Empfehlungen Icon 0

Toller Sound, vor allem im Chorus-Betrieb. Die ebenfalls schaltbaren Effekte Pitch-Modulator und Flanger können da nicht mithalten. Hatte das Teil seit zig Jahren im Gebrauch, leider hat es nun aus unerfindlichen Gründen das Zeitliche gesegnet. Reparaturversuche einer Elektronikwerkstatt blieben erfolglos, weil Teile nicht lieferbar und zudem (vermutlich zum Schutz vor Nachahmern) nicht identifizierbar waren.

Profilbild von Paul

Paul sagt:

#2 - 17.04.2017 um 09:10 Uhr

Empfehlungen Icon 0

Hi,
das ist ja mal ein feiner Testbericht. Ausführlich, Soundexamples, vorbildlich!
So soll Test sein.
Gruß Paule

Kommentare vorhanden
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