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Tape Loops fürs Tonbandgerät in 5 Schritten Workshop

Wer in die Welt der Tape Loops einsteigen möchte, sollte mit Tape Loops fürs Tonbandgerät starten. Bei Tape Loops denken die meisten zunächst an Kassetten-Loops. Doch bevor die Kassette erfunden wurde, konnte nur auf einem Tonbandgerät aufgenommen und geloopt werden. Im Vergleich zur Kassette liefert das ¼ Zoll breite Magnetband der Tonbandspule – die auch Reel genannt wird – eine deutlich bessere Klangqualität. Selbst das Anfertigen solcher Loops ist viel einfacher als mit dem Band der Kassette, das aufgrund der filigranen Maße einiges an Wissen und Geduld erfordert.

Tape Loop Workshop
Workshop: Tape Loop fürs Tonbandgerät in 5 Steps. (Quelle: Sascha Bachmann)

Somit bietet das breitere Magnetband, das mit Tonbandgeräten verwendet wird, einen einfacheren Start in die Welt der Tape Loops. Werden spezielle Sounds gesucht, ist diese Technik eine riesige Inspirationsquelle. Warum, erklären wir in diesem Workshop.

Die Welt der Tonbandgeräte kann sich als Irrgarten entpuppen. Sie existieren mit den verschiedensten Spezifikationen sowohl für den Hifi- als auch für den Studio-Bereich, wobei jede Variante ihre Vor- und Nachteile hat.

Dieser Workshop beschäftigt sich mit den wichtigsten Fakten und Fragen zu nutzbaren Bandmaschinen und der Erstellung von Tape Loops mit ¼ Zoll breitem Magnetband für Tonbandgeräte.

Inhalte
  1. Wissenswertes über die Breite von Magnetband
  2. Welches Tonbandgerät für die Nutzung mit Tape Loops verwenden?
  3. Vorbereitung für das Herstellen eines Tape Loops fürs Tonbandgerät
  4. Workshop: In 5 Schritten Workshop zum Tape Loop fürs Tonbandgerät
  5. Video: In 5 Schritten zum Tape Loop für das Tonbandgerät
  6. 3 Korrekturmöglichkeiten für einen einwandfreien Bandlauf
  7. Zum Schluss

Wissenswertes über die Breite von Magnetband

Da sich dieser Workshop ausschließlich mit Tonbandgeräten aus dem Hifi-Bereich beschäftigt, steht die Bandbreite von ¼“ im Fokus. Grundsätzlich wird diese in Zoll gemessen. Oftmals wird auch die Maßeinheit Inch verwendet, welche dem Zoll entspricht. Inch und Zoll beschreiben beide dieselbe Maßeinheit, Inch ist lediglich die englische Bezeichnung für Zoll. Das Format kommt vor allem im englischsprachigen Raum vor, kann jedoch vergleichsweise leicht in das metrische Einheitensystem umgerechnet werden. Der Faktor hierzu ist 2,54.

Typische Tonbandgeräte und ihre Bandformate

Kassetten-Rekorder & Kompakt-Kassette (Hifi)1/8″
Tonbandgerät (Hifi) 1/4″
Tascam TSR 8 (Studio)1/2″
Tascam MSR 24 (Studio)1″
Otari MX 80 (Studio)2″
Tonbandgeräte und deren Bandformate

Verwandte Geräte

Diktiergerät & Mikro-Kassette1/8″
Video-Rekorder1/2″
Space Echo Tape-Delay1/4″
Mehrspur-Rekorder & 8-Track Cartridge1/4″
Verwandte Geräte

Unterschiedliche Bandformate in der Fotostrecke

Die folgende Fotostrecke zeigt unterschiedliche Bandformate verschiedener Bandmaschinen-Typen für die Verwendung in diversen Anwendungsbereichen.

Fotostrecke: 6 Bilder Hifi Kompakt-Kassette (1/8″)
Fotostrecke

Welches Tonbandgerät für die Nutzung mit Tape Loops verwenden?

Generell kann man jede funktionierende Maschine einsetzen, herkömmliche Tonbandgeräte aus dem Hifi-Bereich sind allerdings empfohlen. Homestudio Maschinen wie z. B. die Fostex R8 bedienen sich einer schnelleren Bandgeschwindigkeit. Das bedeutet, die Loops müssen sehr lang sein, was jedoch das Arbeiten mit Tape Loops erschwert. Konzentrieren wir uns daher auf Hifi-Bandmaschinen. Damit die Loops vernünftig laufen, benötigt man logischerweise ein funktionierendes Tonbandgerät. Allerdings ist zu bedenken, dass solche Geräte heute nicht mehr hergestellt werden und nur noch auf dem Gebrauchtmarkt erhältlich sind. Zwei beliebte Modelle möchte ich jedoch hier kurz vorstellen.

Uher Royal de Luxe

Die Uher Royal de Luxe ist eine sehr zu empfehlende Bandmaschine mit eindrucksvollen technischen Details. Dieses Stereo-Tonbandgerät bietet viele Optionen zur Soundmanipulation. Neben den vier verschiedenen Laufgeschwindigkeiten arbeitet sie mit auswechselbaren Tonköpfen.

Vorderansicht Uher Royal de luxe Tonbandgerät
Typisches Tonbandgerät mit Magnetbandspulen: Uher Royal De Luxe. (Quelle: Sascha Bachmann)

So kann man mit ihr Mono-/Stereo- bis hin zu Vierspuraufnahmen machen. Diese Geräte wurden im Zeitraum von 1967 bis 1972 hergestellt und sind noch auf einem preislich moderaten Niveau zu erhalten. Eine solche Maschine habe ich übrigens für mein erstes Tape Loop Album verwendet. Sie ist eine absolute Empfehlung für Einsteiger in die Welt der Tape Loops.

Nagra Kudelski 3

Die Nagra Kudelski 3 ist ein sehr beliebtes Modell und setzt der Ingenieurskunst die Krone auf. Das in 1958 gebaute Modell liefert neben einer ansprechenden Optik drei verschiedene Bandgeschwindigkeiten.

Vorderansicht Nagra Kudelski 3
Ein Klassiker in der Szene, die Nagra Kudelski 3. (Quelle: Sascha Bachmann)

Als Vollbandgerät zeichnet sie zugunsten einer besseren Soundqualität auf der gesamten Bandbreite in Mono auf. Jedoch auch mit Einschränkungen, da nur eine Seite des Magnetbandes verwendet werden kann. Außerdem sind diese Bandmaschinen meist sehr teuer und man sollte sie warten lassen.

Vorbereitung für das Herstellen eines Tape Loops fürs Tonbandgerät

Bevor wir starten Tape Loops für die Verwendung mit Tonbandgeräten herzustellen, sollte ein gewisses Instrumentarium an Werkzeugen parat liegen. Für eine gute Klangqualität der Loops rate ich hochwertiges Magnetband zu verwenden, wie z. B. das Maxell 35–180. Dieses professionelle Band hat eine höhere Materialstärke und bietet dem Loop eine längere Lebensdauer.

Welches Material wird benötigt?

Benötigte Tools zum Herstellen von Tapeloops fürs Tonbandgerät

  • Splicing Block für den sauberen Schnitt
  • Splicing Tape zum Verbinden beider Tape Enden
  • ¼” Tonband auf Tonbandspule als Quelle
  • Rasierklinge für den Feinschnitt des Loops
  • Schere für gröbere Schnittarbeiten
Tape Loop Werkzeug
Alle benötigten Werkzeuge zum Herstellen von Tape Loops für das Tonbandgerät. (Quelle: Sascha Bachmann)

Workshop: In 5 Schritten Workshop zum Tape Loop fürs Tonbandgerät

Zur Herstellung eines Tape Loops für das Tonbandgerät sind lediglich fünf Schritte notwendig. Welche das sind, beschreibt der anschließende Ablauf, gefolgt von einer ausführlichen Video-Anleitung.

Schritt 1: Band zurückspulen

Zunächst das Band mit der Bandmaschine bis zum Anfang der Bandspule zurückspulen. Danach wird das Magnetband bis zum Vorlaufband abgelassen. Das Band zertrennt man nun mit einem geraden Schnitt. Sollte die Bandspule weiterhin verwendet werden, empfehle ich das Vorlaufband wieder anzubringen. Damit verhindert man, wertvolles Tape zu verschwenden.

Vorlaufband abtrennen
Abschneiden des Vorlaufbands für die Vorbereitung des Tape Loops. (Quelle: Sascha Bachmann)

Schritt 2: Bandlänge wählen und abtrennen

Jetzt eine beliebige Länge des Tapes abrollen. Dabei kann man gerne ausprobieren, welche Länge funktioniert. Ich habe hier einen Loop mit einer Länge von ca. 4 bis 6 Sekunden gewählt. Im Anschluss trennt man die gewünschte Länge vom Rest der Spule ab.

des Tape Loop in der Vorbereitung
Tape Loop ohne 45° Winkel-Enden. (Quelle: Sascha Bachmann)

Schritt 3: Band am Anfang und Ende im 45° Winkel schneiden

Inzwischen schneiden wir das Band am Anfang und am Ende des Tapes in einem 45° Winkel an. Hier ist es wichtig auf die Vorder- und Rückseite des Tapes zu achten, denn es ist nur eine Seite bespielbar. Somit platziert man das Splicing Tape auf die Rückseite des Tapes. Auch sollte man vermeiden, den Loop in sich zu verdrehen. Wichtig ist, dass Anfang und Ende im gleichen Winkel zusammenkommen.

Tape-Enden im 45-Grad-Winkel Schneiden
Tape im 45° Winkel am Anfang und Ende des Tapes schneiden. (Quelle: Sascha Bachmann)

Schritt 4: Bandschleife mit Splicing-Tape zusammenkleben

Beide Enden sollten jetzt Stoß an Stoß im richtigen Winkel zusammenliegen. Arbeitet man mit einem Splicing Block, werden beide Enden mittels der Klemmen justiert. Ansonsten ist hier etwas Fingerspitzengefühl gefragt. Jetzt schneidet man ein ca. 6 mm langes Stück des Splicing Tapes ab. Dieses klebt man möglichst exakt auf den Übergang. Hierbei sollte man darauf achten, keinen Klebebandüberstand zu haben.

der Zusammenführung des Tape Loops
Zusammenkleben des Tape Loops im Slicing Block. (Quelle: Sascha Bachmann)

Schritt 5: Einsetzen des Loops in die Bandmaschine

Anders als bei Kassetten Tape Loops befindet sich der Tape Loop nicht in einem Gehäuse. Er liegt frei und benötigt eine gewisse Spannung, damit er sauber läuft. Dazu kommt, dass manche Tonbandgeräte erst laufen, wenn der Bandzugfühler (oder auch Bandzugregler) in der richtigen Position ist.

Vorderansicht eines fixierten Bandzugfühlers
Fixierung des Bandzugfühler zum Starten der Maschine. (Quelle: Sascha Bachmann)

Je nach Länge des Loops gibt es verschiedene Möglichkeiten, das Band zu straffen. Hier ist zu beachten, dass mit zu viel Spannung auf dem Band, die Maschine nicht richtig läuft.

Bandlauf eines Tape Loops im Tonbandgerät.
Korrekter Bandlauf eines Tape Loops im Tonbandgerät. (Quelle: Sascha Bachmann)

Video: In 5 Schritten zum Tape Loop für das Tonbandgerät

Für ein direktes Nachvollziehen aller Schritte dient das anschließende Video. Hier sind alle Schritte des Herstellens eines Tape Loops für das Tonbandgerät im Bewegtbild detailliert sichtbar.

Video: In 5 Schritten zum Tape Loop für das Tonbandgerät. (Quelle Sascha Bachmann)

Die folgende Liste zeigt die Zeitpositionen aller Vorgänge im Video:

ZeitVorgang
00:12Abtrennen des Vorlaufbands
00:34Abwickeln der groben Loop Länge
00:51Anbringen des Übergangs im 45° Winkel
02:25Zusammenkleben des Loops
03:30Einlegen des Loops in das Tonbandgerät
04:23Abspielen des fertigen Tape Loops

3 Korrekturmöglichkeiten für einen einwandfreien Bandlauf

Möglichkeit 1: Band um passende Gegenstände laufen lassen

Wenn der Tape Loop nicht zu lang ist, kann man, wie im Video gezeigt, den Loop um zwei Leerspulen laufen lassen. Für mehr Spannung können passende Gegenstände dienen. Ich verwende beispielsweise Batterien mit großem Durchmesser oder alte Foto-Objektive.

Tape Loop und Fixierung durch geeigneten Gegenstand
Straffen des Tape Loops mittels gewichtigen Objektivs. (Quelle: Sascha Bachmann)

Möglichkeit 2: Bandgerät umdrehen und mit Leerspule für Zug sorgen

Den Tape Loop kann man auch hängen lassen. Dazu stellt man das Tonbandgerät auf den Kopf, z. B. an die Kante eines Tisches. Jetzt wird der Tape Loop eingesetzt und zur Spannung eine Leerspule in den Loop eingesetzt. Das verhindert auch zusätzlichen Bandsalat.

Vorderansicht Akai Tonbandgerät
Akai Reel to Reel mit hängender Leerspule. (Quelle: Sascha Bachmann)

Möglichkeit 3: Mikroständer als Medium zum Spannen des Bands einsetzen

Verwendet man einen Ständer zum Spannen des Loops, ist man sehr flexibel. Der Loop kann in beliebiger Länge angelegt werden. Ein typischer Mikrofonständer oder etwas Vergleichbares sind ideale Hilfsmittel.

Vorderansicht eines Tape Loops
Praktisch: Mikrofonständer dient zum Straffen des Loops. (Quelle: Sascha Bachmann)

Tipp: Entmagnetisieren metallischer Gegenstände

Um eine zufällige Löschung des Loops zu vermeiden, sollten zusätzliche Geräte aus Metall entmagnetisiert werden. Dafür wird eine Entmagnetisierdrossel verwendet.

Seitenansicht einer Entmagnetisierdrossel
Nützliches Werkzeug zum Entmagnetisieren von z. B. Tonköpfen: die Entmagnetisierungsdrossel. (Quelle: www.voelkner.de)

Zum Schluss

Tape Loops für ein Tonbandgerät zu bauen, ist im Vergleich zur Herstellung von Kassetten Tape Loops wesentlich einfacher. Allerdings ist der Einstieg in die Welt der Tonbandgeräte etwas schwieriger, denn diese Maschinen sind noch älter als Kassetten-Recorder. Auch muss man davon ausgehen, dass diese Geräte nach dem Kauf gewartet werden müssen. Das kann je nach Model recht kompliziert und kostspielig sein. Auch die unterschiedlichen Eigenschaften der Maschinen machen es zu Beginn etwas undurchsichtig. Hat man sich aber ein paar Gedanken gemacht, wie das Ziel aussehen soll, lässt sich die Suche nach dem richtigen Modell eingrenzen.

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von Sascha Bachmann

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