In der Audiowelt findet man den Begriff Textur nicht nur im Zusammenhang mit Kontakt-Libraries oder Gitarren-Pedals. Plugins wie Strange Audio maniFold Σ beweisen, wie vielfältig sich Texturen auch elektronisch gestalten lassen.

- Perfekt für Soundscapes
- Intuitiver Workflow fördert unerwartete Ergebnisse
- Buffer-Lock
- Zufallsgenerierung mancher Parameter
DETAILS & PRAXIS
Per Gumroad zum Effekt
Eine konkrete Webseite zum Plugin gibt es nicht, stattdessen landet man über diesen Link direkt im Gumroad-Shop des Programmieres. Ihr müsst beim Preis und beim Trinkgeld jeweils eine Null eintragen, um maniFold Σ kostenlos zu bekommen. Den Link zum Download-Ordner gibt es im Anschluss per Mail. Dort findet ihr das Plugin dann für Windows, macOS und Linux in den Formaten VST3, AU und LV2.
Zuckerwatte für die Ohren
Die offizielle Bezeichnung von Strange Audio maniFold Σ lautet „Experimental MicroLooper and Delay Cluster Processor“. Rhythmische Elemente und loopartige Gebilde sind mit diesem Plugin ebenso möglich wie weiche Klangflächen und esoterische Soundscapes.

maniFold Σ nutzt acht Play-Heads, die sich einen Audio-Buffer von fünf Sekunden teilen. Die Wiedergabeparameter Position, Länge, Panning und Tonhöhe generiert der Zufall. Der Schalter „bufferLock“ löst eine Freeze-Funktion aus, bei der der Inhalt des Speichers unverändert bleibt und endlos gehalten wird.
Alle Delay-Parameter des Plugins beziehen sich auf 32 Delay-Lines, die über die Funktion „Delay Spread“ skaliert werden. Dadurch entstehen räumliche und zeitliche Abwandlungen vom Original. „Recirculation“ speist Feedback in das Delay-System ein, das einem Reverb-Tank nicht unähnlich ist. „Damping“ greift hingegen auf den Klang des Signals ein.
Multieffekt mit granularen Zügen
Ihr hört hier zuerst ein trockenes Gitarren-Loop und direkt im Anschluss das Plugin – zuerst mit dem Init-Preset. Anfangs wirkt der Effekt wie ein Hall, recht bald setzen dann aber die tonalen Wiederholungen ein, die die acht Play-Heads ausspucken. Richtig interessant wird es aber erst, wenn die originale Gitarre bereits verklungen ist. Es bleibt ein poly-rhythmisches Klanggebilde mit granularem Touch, das in seiner Komplexität an ein Playback von Jacob Collier erinnert.
Beispiel 2 könnte aus der Particles-Engine der Kontakt-Library Noire stammen. Hier entstehen ganz neue Melodien, die es ohne maniFold Σ gar nicht gäbe. Zum Schluss ein experimentelleres Beispiel, ebenfalls mit zufällig generierten musikalischen Elementen und einem Wobble-Pitch-Effekt.
FAZIT: Strange Audio maniFold Σ Test
Strange Audio maniFold Σ intuitiv zu nutzen, ist wahrscheinlich einfacher, als genau zu verstehen, was das Plugin eigentlich tut – allein deshalb, weil manche Parameter per Zufall generiert werden. Anfangs ist es gar nicht so leicht, mit dem Micro-Looper umzugehen, aber das gibt sich recht schnell. Das Wichtigste ist aber natürlich der Klang, und der ist bei maniFold Σ wirklich beeindruckend. Die acht Play-Heads und die Delay-Cluster erzeugen fantastische Soundscapes und Atmosphären, ohne die moderne Produktionen einfach nicht mehr auskommen. Wer auf der Suche nach solchen Texturen ist, wird bei maniFold Σ schon nach ein paar Minuten intuitiver Nutzung fündig.
Features
- MicroLooper mit Delay Cluster Processor
- Acht Play-Heads
- Audio-Buffer mit 5 Sekunden
- Position, Länge Panning und Tonhöhe werden per Zufall generiert
- 32 Delay-Lines
- Buffer-Lock
- Skalierbares GUI
- Für Windows, macOS und Linux
- Erhältliche Formate: VST3, AU und LV2
- WEBSEITE: mishikaroo.gumroad.com/l/znwrm
- PREIS: Strange Audio maniFold Σ ist kostenlos
























