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Rock im Park: Kritik an Einladung von Pantera, Veranstalter “will eine Chance geben”

Pantera Frontman Phil Anselmo sorgte 2016 für einen Skandal, als er während eines Auftritts den Hitlergruß zeigte. Trotz großer Kritik hält das ‘Rock im Park’-Festival an der Band fest.

© Diego Vigueras 

Am 2. bis 4. Juni 2023 findet die Neuauflage von ‘Rock im Park’ in Nürnberg statt. Das Line-Up sorgt allerdings jetzt schon für Gesprächsbedarf: Die amerikanische Metal-Band Pantera soll bei dem Festival auftreten. Das sorgte für Kritik von verschiedenen Seiten, da Sänger Phil Anselmo für einen Rassismus-Skandal bekannt ist.

Hintergrund ist ein Auftritt aus 2016, bei dem Anselmo auf der Bühne den Hitlergruß zeigte und dabei den Slogan “White Power” ausrief. Ein Clip von der Szene machte im Internet die Runde und brachte dem Sänger Rassismus-Vorwürfe ein. Dieser verteidigte sein Verhalten damit, zu viel Weißwein getrunken zu haben. “OK Leute, das bin ich euch wohl schuldig, aber verdammt, ich habe einen Witz gemacht. Wir haben diesen Abend Weißwein getrunken, hahaha. Ihr müsst euch mal eine dickere Haut zulegen. Von mir gibt es keine Entschuldigung!” Auch zwei Jahre später bei einem Interview mit Metal Hammer versprühte er keine Reue, sondern zeigte sich enttäuscht, dass Leute sein Verhalten “für bare Münze genommen haben”.

‘Allianz gegen Rechtsextremismus’ kritisiert Entscheidung scharf

Wenig überraschend sorgt der geplante Auftritt für Kritik. Die Allianz gegen Rechtsextremismus in Nürnberg veröffentlichte eine Mitteilung gegen die Entscheidung des Veranstalters Argo Konzert.

“Wir können diese Entscheidung nicht nachvollziehen, eine Band bei Rock im Park spielen
zu lassen, deren Frontmann sich in der Vergangenheit mehrfach rassistisch und rechtsextrem geäußert bzw. verhalten hat. Der vermeintliche Versuch einer Entschuldigung des Sängers Phil Anselmo ist nicht glaubwürdig.” Brisant ist außerdem, dass ‘Rock im Park’ auf dem Gelände des ehemaligen Reichsparteitagsgeländes stattfindet. Daher wünsche man sich einen “sensibleren Umgang mit diesem Ort”.

Auch von Seiten der Politik kam Unverständnis gegenüber des geplanten Konzerts. Die Fraktion der Grünen im Nürnberger Stadtrad sehen Anselmos Verhalten nicht tragbar. “Seine späteren Ausreden für sein Verhalten halten wir für verharmlosend und damit umso problematischer. Dass die Band ihre Reunion ausgerechnet in 2023 plant und diese auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände feiern will, überschreitet deutlich die Grenze des Tragbaren.” Die Fraktion forderte deshalb die Ausladung der Metal-Band. Dabei richtet sich der Appell nicht nur an Argo Konzert, sondern auch die Stadt Nürnberg. “Von den hauptverantwortlichen Geschäftsbereichen der Stadt Nürnberg wünschen wir uns ebenfalls Gesprächsbereitschaft, wie dieses Problem behoben werden kann.”

Veranstalter verteidigen Einladung

Die Veranstalter reagierten mittlerweile auf die Kritik mit einem Statement neben einem Bild, bei dem das Nazi-Symbol in einen Mistkübel geworfen wird. In der Mitteilung werden die Werte von Rock am Ring und Rock im Park hervorgehoben. Demnach stehen die Veranstalter “für Diversität, Toleranz, Gleichberechtigung und gegen jede Form von Diskriminierung”. Dem Team seien die Taten von Anselmo bewusst gewesen, weshalb das Gespräch mit der Band im Vorfeld gesucht wurde.

In mehreren Gesprächen wurde den Veranstaltern “glaubhaft versichert, dass Phil Anselmos Verhalten von 2016 in keinem Fall die Ansichten der Band widerspiegelt und er sein Auftreten aufrichtig und tief bereut.” Daher ist man zu dem Schluss gekommen “der Band Pantera eine Chance zu geben”. Man wolle “unzähligen Rockfans den Traum erfüllen, das Werk von Pantera noch einmal live zu erleben”. Das Feedback bei der Ankündigung im November war “mit sehr großer Mehrheit positiv”.

Das Statement besänftigt nicht die Gemüter

Auf Instagram zeigten sich die meisten Nutzer enttäuscht über die Mitteilung. “Mehr 0815 geht nicht, oder?” fragt sich ein User. Eine Nutzerin hat sich klarere Kante erhofft: “Ein richtiges Statement wäre gewesen, hier rechts keine Bühne zu bieten, und nicht einen lächerlichen Insta Rechtfertigungspost zu teilen.” Eine andere Nutzerin kauft Anselmo die Reue nicht ab: “Ein Hitlergruß macht man nicht ausversehen. Rechte Symbole kommen nur, wenn rechtes Denken in einem steckt. Da kann er Statements abgeben so viel er will.” Es gibt aber auch Stimmen, die die politischen Ansichten einer Band als irrelevant erachten. “Hier gehts um Musik. Was die Leute essen glauben oder in ihrer Freizeit machen die diese Musik machen kann einem herzhaft egal sein”, schreibt ein anderer Nutzer auf Instagram.

In Zukunft kann man sich für solche Statements wohl das Presseteam sparen und einfach den Computer die Arbeit machen lassen.

Statement durch Chatbot ChatGPT erstellt
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PanteraFB Bild

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von Mathias Walter

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