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Play-Alike Testament – Gitarren Workshop

Mit Titans of Creation veröffentlicht die legendäre Trash Metal Band Testament ihr mittlerweile dreizehntes Album. 1983 zunächst unter dem Namen Legacy, betrat die Formation ab 1986 fortan als Testament die Bühne. Der Gitarrist und Songwriter Eric Peterson gehört zu den Gründungsmitgliedern und ist auch beim neuen Album maßgeblich für das Songwriting verantwortlich. Leadgitarrist Alex Skolnick verließ die Band zwischenzeitlich, spielte in den 90er Jahren beispielsweise bei Savatage und machte außerdem als Jazzgitarrist von sich reden.

(Bild: © Stephanie Cabral)
(Bild: © Stephanie Cabral)


Wir trafen Eric und Alex vor ihrem Konzert in Berlin, um aus erster Hand einen Einblick in das Gitarrenspiel der Trash-Metal-Ikonen zu bekommen. Dabei gaben uns die beiden Gitarristen jeweils Einblicke in die Songs vom neuen und vom legendären zweiten Album “The New Order”, das 1988 erschien.

Workshop mit Alex Skolnick

Symptoms

Mit dem Titel “Symptoms” befindet sich auch eine Komposition aus der Feder Alex Skolnicks auf dem neuen Album. Das Main-Riff des Songs basiert genretypisch auf der phrygischen Moll-Skala und startet zusätzlich auf der verminderten Quinte, was den Klang umso interessanter macht. Alex entwickelte die Grundlage zunächst auf dem Bass und übertrug das Material dann auf die Gitarre. Gestimmt wird in Drop D, jedoch jeweils einen Halbton tiefer, womit die tiefe E-Saite als Cis erklingt. Die Stimmung lautet also von der klingend tiefsten Saite beginnend: Cis, Gis, Cis, Fis, Ais, Dis. Um eine einfachere Lesbarkeit zu gewährleisten, habe ich euch das Tonmaterial aber dennoch im Standard-Tuning mit tiefer D-Saite notiert. Während der Strophe wird das Riff variiert und etwas ausgedünnt. Auch aus rhythmischer Sicht passiert in dem Song einiges. Dabei erklingt das Intro zunächst im 6/8 Takt, mit dem Einsteig ins Main-Riff wechselt der Song aber in den 4/4 Takt. Dass legendäre Metal Bands wie Iron Maiden nach wie vor einen wichtigen Einfluss aus Alex’ musikalische Herangehensweise haben, verrät er uns dann am Ende des ersten Videos.
Hier kommen aber erstmal die Noten:

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The New Order

The New Order erschien auf dem gleichnamigen zweiten Album der Band und stellt ein gutes Beispiel für die Zusammenarbeit zwischen Alex Skolnick und Eric Peterson dar. Wie Alex im Video erklärt, ist das harte Powerchord-Riffing des Songs typisch für Eric, wohingegen der melodische Anteil, den wir uns gleich genauer anschauen werden, von Alex beigesteuert wurde.
Das vorliegende Riff basiert erneut auf einer exotischen Skala. In diesem Fall haben wir es mit der sogenannten phrygisch-dominanten Tonleiter (Phrygisch Dur) zu tun, die ihr Tonmaterial aus der fünften Stufe der harmonisch Mollskala bezieht.
Gleichzeitig stellt das Riff ein gutes Beispiel für die Verarbeitung eines Motivs in mehreren Oktavlagen dar. Der erste Teil des Riffs wird zunächst in Oktaven gespielt, darauf folgend erklingt das melodische Motiv. Anschließend verschiebt Alex die Melodie in die beiden tieferen Oktavlagen und verarbeitet außerdem das Riff in Powerchords. Auch hier ist die Gitarre übrigens wieder einen Halbton tiefer gestimmt, verzichtet aber ansonsten auf das Drop-Tuning des vorhergehenden Songs. Ich habe euch das Material im Standard-Tuning aufgeschrieben.
The New Order hat im Intro des Songs außerdem ein technisch anspruchsvolleres melodisches Pattern zu bieten. Alex spielt die Phrase komplett auf der hohen E-Saite im Wechselschlag und vollzieht dabei recht große Sprünge auf dem Griffbrett. Im Detail wird hier ein Moll-Dreiklang und ein verminderter Dreiklang verarbeitet. Wie immer lohnt es sich, das Pattern zunächst langsam zu üben, um eine Orientierung auf dem Griffbrett zu bekommen.

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Workshop mit Eric Peterson

Night Of The Witch

Der Song “Night Of The Witch” von der neuen Platte wurde schon vorab veröffentlicht und featured Eric Peterson auch als Sänger. Im Video führt Eric uns durch die Riffs des Songs. Auch bei “Night Of The Witch” taucht die phrygische kleine Sekunde häufig auf. Ansonsten geht es aber harmonisch relativ offen zu. Ein wichtiges Merkmal des Main-Riffs sind jeweils zwei, um einen Halbton verschobene und mit einem Slide verbundene Powerchords. Das zweite Riff kommt dann in Achtelnoten sehr schwerfällig und wuchtig daher. Technisch anspruchsvoll wird es im dritten Teil: Bei den schnellen Sechzehnteltriolen-Läufen setzt Eric auf eine Legato-Spielweise, die bei der Umsetzung des Materials absolut hilfreich ist. Den letzten Lauf schlägt er dabei sogar nur auf der ersten Note an.

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Into The Pit

Dieser Song stammt ebenfalls vom “New Order”-Album. Im zweiten Teil des Videos erklärt Eric die Parts etwas langsamer im Detail. Dabei begegnet uns im Intro-Riff erneut die phrygisch-dominante Tonleiter. Das erste Motiv des Intros wird um eine Terz verschoben. Mit zwei Gitarren entsteht so ein typischer Harmonie-Part. Interessanterweise spielt die Band auf Aufnahmen das Intro in einem ternären Feeling, im Video-Workshop spielt Eric das Riff aber binär. Ich habe euch das Tonmaterial dennoch wie auf den Aufnahmen der Band notiert. Auch hier ist die Gitarre übrigens wieder einen Halbton tiefer gestimmt. Nach dem Intro gibt es einen Tempowechsel, danach gehts im 4/4 Takt weiter. Im Folgenden begegnet uns dann klassisches Trash-Metal-Riffing, das sich zum größten Teil auf den drei tiefen Saiten abspielt. Die Herausforderung liegt dabei definitiv im hohen Tempo.

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von Michael Behm

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