Peavey Vypyr 100 Test

DETAILS

Konzept und Aufbau
Von den Abmessungen über das Aussehen und Bespannstoff bis zur Lautsprecherbestückung glaubt man zunächst, einem klassischen 2 x 12 Gitarrencombo gegenüberzustehen. Und es sind auch nicht unbedingt die Bedienelemente selbst, die wegen des riesigen Angebots an Amps und Effektgeräten in seinem Inneren wesentlich zahlreicher ausgefallen wären als bei einem „normalen“ Gitarrenverstärker. Es ist eher die Beschriftung der einzelnen Regler, die von einem regen Treiben in seinen Schaltkreisen zeugt. Der Klinkeneingang auf der linken Seite ist neben den beiden Blue Marvel 12-Zöllern aus eigener Fertigung das einzig wirklich Analoge an diesem Verstärker.

Die gesamte Elektronik befindet sich in einem Metallchassis, das ähnlich wie bei Fender-Amps von vorne zugänglich ist. Der Vypyr ist ein Modeling-Gitarrenverstärker, der 12 Amps mit jeweils zwei Kanälen simuliert. Insgesamt stehen dem Spieler also 24 verschiedene Grundkonstellationen zur Verfügung. Daneben beherbergt er zwei Effektsektionen, von denen der erste Block aus denjenigen Geräten besteht, die vor den Gitarrenamp geschaltet werden. Dazu gehören elf Stompboxen wie Auto Wah, Fuzz, Booster und andere. Im Bereich der 19-Zoll-Geräte, also derjenigen Effekte, die in aller Regel hinter den Gitarrenamp oder zwischen Vor-und Endstufe gehören, stehen ebenfalls elf Gerätesimulationen zur Verfügung. Neben Chorus und Rotary kommen hier diverse zeitverzögerte Effekte wie Chorus, Flanger, Looper oder Phaser zum Einsatz. Zusätzlich gibt es unabhängig und separat regelbar ein Delay- und einen Halleffekt. Außer dem Gitarreneingang bietet der Vypyr einen Anschluss für einen externen Audiozulieferer wie MP3- oder CD-Player. Hier kann man zu einem Playback üben oder mit seinen Helden jammen. Der Headphone-Ausgang schaltet beim Anschluss eines Kopfhörers die internen Lautsprecher ab und lädt zum nächtlichen Abrocken ein. Für das Arbeiten mit einem Sequenzerprogramm kann der Amp mittels USB-Kabel mit dem Rechner verbunden werden. In den Präferenzen der jeweiligen Sequenzersoftware wird er dann als Audiogerät angewählt.

19-Zoll-Effekte
Der dritte Drehstufenregler ist für die Anwahl der 19-Zoll-Effekte zuständig. Diese Effekte befinden sich, ähnlich wie im Tonstudio, hinter dem fertigen Gitarrensound und veredeln oder verdicken ihn bei Bedarf. Slap Back, Chorus, Flanger, Looper, Rotary, Phaser, Octaver, Reverse oder Pitch Shifter beruhen allesamt auf dem Prinzip der Zeitverzögerung. Dabei wird dem Originalsignal eine zeitverzögerte Kopie beigemischt, wodurch Modulationen unterschiedlicher Art entstehen. Durch die unterschiedliche Art und Weise der Modulation und dem zeitlichen Abstand, in dem die Kopie dem Originalsound folgt, werden die verschiedenen Sounds generiert. Eine genauere Beschreibung der Arbeitsweise dieser Effektgattung findet ihr übrigens in meinem Testmarathon Modulationseffekte.

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