ANZEIGE

Fors Opal, Chiral & Glänta Test 

Praxis

Tracks bauen mit Opal – der Sequencer in der Praxis

Bisher bin ich kaum auf Layout und Workflow von Opal eingegangen. Ich sage mal so: Wer sich nach einer Software-Version einer Elektron-Drum-Machine sehnt, wird das Max4Live-Device lieben. Die Ähnlichkeit zum Workflow von Elektron Syntakt kommt nicht von ungefähr.

Fors-Gründer Ess war dort mehrere Jahre an der Entwicklung beteiligt. Wie man in Opal Sequencen baut, automatisiert und Sounds designt, ist schon ziemlich nah an der Hardware (Syntakt) dran, habe ich mir sagen lassen. 

Effekte Void und Flux Sampler in Fors Opal.
Mit dem fünften Sequencer triggert man den Flux Sampler in Fors Opal.

Zum Einstieg empfiehlt es sich, die im Download enthaltene Ableton-Live-Projektdatei zu laden, weil es da eine Instanz von Opal mit acht Presets dazu gibt. Durch diese fertigen Beats bekommt man eine bessere Idee davon, welche Möglichkeiten Opal bietet. Insgesamt sind in einer Opal-Instanz übrigens bis zu 64 Pattern mit jeweils eigenen Sounds und Rhythmen möglich. 

Audio Samples
0:00
01. Opal – Iridescent 02. Opal – Depth Perception 03. Opal – Corrosion 04. Opal – Frijazz

Beats, Sounds und Automationen in Opal – der Workflow

Links im Sequencer verändert man den Rhythmus, indem man Noten löscht oder hinzufügt. In der Mitte wechselt man die Sound-Engine, rechts passt man sie dann an. Ganz oben links geht es zum Mixer und den Einstellungen. Ein eigenes Pattern ist blitzschnell gebaut.

Die Variationsmöglichkeiten für Wahrscheinlichkeit und Häufigkeit der Noten unterstützen dabei, komplexe und über Minuten variierende Pattern zu bauen. 

Sequencer und Drum Synth Gems
Unten links zeigt Opal den zuletzt veränderten Parameter an. Mit den kleinen Slidern unter jeder Sequencer-Note verändert man diesen Parameter dann pro Note.

Unter jedem Pad im Sequencer sitzt ein kleinen Slider. Je nachdem, welchen Parameter ich rechts im Instrument vorher bewegt habe, kann ich seinen Wert dann pro Note unterschiedlich einstellen. So kann ich etwa den Hall-Effekt nur auf dem zweiten Snare-Schlag hörbar machen oder die Frequenzmodulation der Tom nur auf den „Und“-Schlägen erhöhen. Minuten-, teilweise stundenlang verliert man sich so in diesen komplexen Modulationen und Rhythmusvariationen. 

Multi-Output, Sounddesign-Workflow und Einzelinstrumente in Opal

Außerdem ist Opal multi-output-fähig. Man erstellt bis zu sechs Audiospuren (für bis zu sechs Devices) und routet ihre Eingänge zu Opal. Dann stellt man in den Audio-Tracks in Ableton Live noch auf „In“ unter Monitor, und schon bekommt jedes Device aus Opal „draußen“ eigene Effekte. Die Kick versehe ich so zum Beispiel mit zusätzlicher Distortion, die Snare mit einem anderen Hall.

DAW Ableton Live mit Software Instrument Fors Opal
Multi-Output-Setup von Opal: Bei den Eingängen sind sechs Unterspuren automatisch pro Opal-Instanz wählbar.

Im Opal-Sounddesign-Workflow waren Gems und Slate für mich am zugänglichsten. Bei Gems hab ich schnell ein Kick Pattern programmiert und leicht frequenzmoduliert, bei Slate noch ein Wav-Sample geladen – einen Beat nach dem anderen habe ich so gebaut. Mass und Dust sind für Basslines oder respektive Hi-Hats theoretisch hervorragend geeignet.

Hier aber ansprechende Ergebnisse zu erzeugen, setzt etwas mehr Einarbeitung und Experimente voraus. Auch bei den Effekten ist mein Eindruck zwiegespalten. Void ist ein episch düsterer Hall, der schon in kleinen Dosen großartiges Kick Rumble erzeugt. Flux Sampler dagegen musikalisch passendes Material zu entlocken, ist eher ein Würfelspiel. 

Fors Opal-Instrumente Gems und Void in Ableton Live
Opal-Instrumente Gems und Void als einzelne Max-for-Live-Devices. 

Als echten Minuspunkt sehe ich das aber nicht. Beim Beatbauen und Live-Performen macht Fors Opal im Gesamtpaket so viel Spaß und der Workflow der sechs Elemente ist so aufeinander abgestimmt, dass diese kleinen Stolperer im Gesamtkonzept kaum ins Gewicht fallen. 

Fors Chiral und Glänta bringen neue Klangdimensionen 

Audio Samples
0:00
05. Chiral – Beta 06. Chiral – Breez 07. Chiral – Gnarl 08. Chiral – Open 09. Glänta – Fifths 10. Glänta – Cute 11. Glänta – Organ (mit Kick und Open Hat)

Fors Chiral und Glänta bringen minimale Optik bei maximalem Sound. Hinter jedem Parameter und jedem Button stecken so viele Feinheiten, dass die reduzierten Ansichten trügen. Einsteigern empfehle ich die jeweils 32 mitgelieferten Presets. Sie liefern bei beiden Software-Synthesizern einen guten Überblick über die klanglichen Möglichkeiten. 

Polyphone MPE-Modulatoren Pressure und Slide in der ModMatrix von Fors Chiral

Minutenlang verändern sich gehaltene Töne bei Chiral dann zufällig im Timbre, jeder Ton ist eine Reise. Bei Glänta macht die Loop-Funktion im Mod Envelope den Soft Synth zu einem veritablen Bassline-Generator. Hier bestimmen die Werte von Attack und Decay die Geschwindigkeit des Loops. Knackige FM-Bässe sind ein Leichtes.

Kommentieren
Schreibe den ersten Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.