KC_Keyboard_Controller KC_komplex KC_Fader KC_Pads
Test
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03.06.2010

Details

Öffnet man den Karton des Logicon, so präsentiert sich dem erwartungsvollen Käufer ein wahres Monster von Keyboard. Robust ist das Wort, das es wohl am besten beschreibt. Im Gegensatz zu den meisten Geräten seiner Klasse besteht das Gehäuse des Logicon nicht aus Plastik, sondern aus Metall. Eine Tatsache, die es nicht gerade zur mobilen Hosentaschen-Workstation prädestiniert.

Die Benutzeroberfläche bietet eine recht üppige Auswahl an Kontrollelementen. Neben einem kombinierten Pitch- / Modulation-Controller, der hier als eine Art Trackball angelegt ist, schmücken acht gummierte Triggerpads (shift-bar) die linke Seite. Gleich daneben befinden sich ein ausreichend großes, beleuchtetes Display zur Anzeige des jeweiligen Programms, ein Jogwheel mit zusätzlich belegbarer Zoomfunktion sowie sechs zuweisbare Transport-Tasten.

Den krönenden Abschluss der Zugriffsmöglichkeiten bilden vier gummierte Endlosdrehregler und vier Fader in 60 mm Ausführung - neben acht weiteren MIDI-Funktionstastern, die vorrangig zur Programmierung von Parameter-Layern, MIDI-Kanälen, Split-Zonen sowie zur Zuschaltung der Synth-Expansions dienen sollen. MIDI-Controller, RPNs oder NRPNs lassen sich ohne Weiteres den Steuerelementen zuweisen und können in bis zu drei Layern (Ebenen) verwaltet werden. So stehen alles in allem 24 Triggerpads sowie jeweils zwölf Encoder und Tasten zur Verfügung.

Mit bis zu acht Velocity-Kurven können Keyboard und Triggerpads aufwarten. Alle getroffen Einstellungen lassen sich auf einem der insgesamt 20 internen Speicherplätzen ablegen und von dort wieder aufrufen. Das beeindruckende Arsenal an Knöpfen, Tastern und Funktionen sollte auch das Herz des eingefleischten Kontrollfreaks höher schlagen lassen.

Leider gibt es an dieser Stelle auch schon die ersten kleinen Mängel zu beklagen. Die Fader und Potis sind zwar nett anzusehen und passen auch optisch sehr gut zur Benutzeroberfläche, können jedoch in ihrer mechanischen Qualität nicht wirklich überzeugen. Auch den Pitchbend-Controller hat man bei anderen Geräten schon etwas hochwertiger verarbeitet gesehen.

Hier offenbart sich mir ein Marketing-Dilemma: Auf der einen Seite ist das Logicon mit 250 Euro deutlich über den billigen MIDI-Keyboards platziert, die, wie das M-Audio Oxygen beispielsweise, für weniger als die Hälfte des Preises ähnliche Steuerungsmöglichkeiten bieten. Richtet man hingegen den Blick auf höherwertige MIDI-Controller mit Synth-Zusätzen zum Beispiel von Akai und Novation, mutet es günstig an, bietet aber - vom Metallgehäuse einmal abgesehen - längst nicht deren Qualität.

Die Klaviatur, und damit ja auch der eigentlich wichtigste Teil eines Keyboards, ist hingegen sehr hochwertig verarbeitet und lässt sich überraschend gut spielen. Alle 49 Tasten sind halbgewichtet, anschlagsdynamisch und verfügen über Aftertouch. Hier kann das Logicon zweifelsohne überzeugen.

Alle relevanten Stecker und Verbindungen, Klinkenanschlüsse für Expression oder Sustainpedal sowie der ebenfalls integrierte MIDI I/O befinden sich praktischerweise auf der Rückseite des Gerätes. Obwohl das Logicon 5 Air in erster Linie drahtlos mit der DAW kommunizieren soll, steht natürlich auch einer konventionellen Verkabelung durch eine USB 2.0 Kabelverbindung nichts im Wege.

Besonders hervorzuheben ist das optionale Hardware-Update, das man seinem Logicon gegen Aufpreis spendieren kann. Die drei Hardwareslots auf der Rückseite lassen sich mit zusätzlichen Modulen belegen. Dabei sind zwei davon für jeweils eines der Icon „Synth-Series“ DSP-Synthesizermodule gedacht und das verbleibende für das Icon „Satellite Audiointerface“. Somit ist es ohne viel Aufwand möglich, sein doch sehr puristisches MIDI-Keyboard in eine vollwertige Audioworkstation zu verwandeln. Der humane Anschaffungspreis von runden 200 Euro wird allerdings durch ein X-Synth Upgrade, das mit etwa 300 pro Modul zubuche schlägt, recht unsanft relativiert. Kein Superschnäppchen mehr - bei anderen Synth-Herstellern bekommt man ähnliche Produkte günstiger. Das Novation XIO zum Beispiel vereint dieselben Eigenschaften bereits für zirka 350 Euro.

Zum Lieferumfang gehören neben dem eigentlichen Gerät ein passendes USB-Kabel, abgespeckte Versionen von Ableton Live und Samplitude sowie der USB-Wireless-Empfänger Air.

Air macht eine drahtlose Datenübertragung zwischen Keyboard und DAW möglich. Das funktioniert recht gut und auch etwas größere Distanzen sind kein Problem. Leider benötigt man auch für den kabellosen Betrieb mangels Batteriefach eine extra Stromversorgung. Wireless ja, aber nur mit Netzteil! Schade.

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